Corona-Pandemie Thüringer Landesregierung verschärft Regeln in Corona-Hotspots

In Thüringen sollen die Corona-Regeln für besonders schwer von der Pandemie betroffene Regionen verschärft werden. In der Gastronomie soll etwa die 2G+-Regel gelten. Ziel ist es, die Infektionsketten zu brechen.

Die Thüringer Landesregierung will die Regeln in Corona-Hotspots weiter verschärfen. Das geht aus einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an die Kommunen hervor, das MDR THÜRINGEN vorliegt. Demnach sind zwei zusätzliche Warnstufen geplant.

Ziel ist es, das öffentliche Leben noch stärker herunterzufahren, um die Infektionsketten zu brechen. Dem Schreiben zufolge sollen neue Warnstufen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 1.000 beziehungsweise 1.500 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner eingeführt werden.

"2G+"-Regel für Hotels und Restaurants

Gaststätten, Restaurants und Beherbergungsbetriebe dürfen nur noch für Gäste öffnen, die gegen Covid-19 geimpft beziehungsweise von Covid-19 genesen sowie zusätzlich negativ getestet sind ("2G+"-Regel). In Kommunen mit einer Inzidenz von mindestens 1.500 soll die Gastronomie komplett schließen. Die Einschränkungen sollen per Erlass am kommenden Montag in Kraft treten.

Derzeit werde eine Muster-Allgemeinverfügung mit einer solchen von der Inzidenz abhängigen Zwei-Stufen-Regelung vorbereitet, die am Freitag gemeinsam mit einer Anweisung zum Erlass an die Kommunen gehen solle, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Verschärft werden voraussichtlich auch Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht. Maximale Teilnehmerzahlen für öffentliche, kulturelle und auch private Veranstaltungen sollen reduziert werden.

Collage: zwei Männer und ein Impfpass 22 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
22 min

exactly So 05.12.2021 11:00Uhr 22:10 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Zahl der Corona-Krankenhausfälle soll verringert werden

Nach der aktuellen Corona-Landesverordnung gilt landesweit in Gaststätten die 2G-Regel ohne zusätzliche Testpflicht für geimpfte und genesene Gäste. Die Landesverordnung gilt noch bis zum 21. Dezember. Die dramatische Corona-Lage in Thüringen mache jedoch "sofortige weitere Maßnahmen" erforderlich, um die Zahl der Neuinfektionen und der Corona-Krankenhausfälle zu verringern, heißt es in dem Schreiben an die Kommunen.

Kritik von FDP und AfD

Kritik an den Plänen kamen von der Opposition im Landtag. Mit Regeln, die sich schon während des Lockdowns nicht bewährt hätten, lasse sich auch die vierte Welle der Pandemie nicht brechen, erklärte FDP-Gruppensprecher Thomas Kemmerich. Mit 2G-Plus kämen noch weniger Gäste und Kunden. Aus Sicht der AfD schaden weitere Einschränkungen vor allem den Selbständigen. Leidtragende des aktuellen Vorhabens seien wieder einmal die Gastronomen und weitere Unternehmer, so der sozialpolitische Sprecher Renè Aust. Immer mehr Selbstständige würden in existenzielle Sorgen gestoßen.

Laut Robert-Koch-Institut lagen am Donnerstag drei Thüringer Kreise über dem Inzidenzwert von 1.500: Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla. Neun weitere Kommunen überschreiten die 1.000er Marke: die Stadt Suhl sowie die Kreise Weimarer Land, Sonneberg, Sömmerda, Schmalkalden-Meiningen, Saale-Holzland, Kyffhäuser, Gotha und der Ilm-Kreis.

Mehr zum Thema Corona

Quelle: dpa, MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Dezember 2021 | 13:00 Uhr

Mehr aus Thüringen