Pandemie Corona-News vom 19.01.2022: Knapp 400 Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfpässe in Thüringen

+++ Ermittlungen nach Polizeieinsatz bei unangemeldeten Corona-Protesten in Gera +++ Gericht: Striktere Regeln für Ungeimpfte rechtens +++ Erste Intensivpatienten aus anderen Bundesländern kehren zurück nach Thüringen +++ Engpässe im Gesundheitswesen wegen Impfpflicht befürchtet +++ Omikron verändert Genesenenstatus +++ Alle Corona-News für Thüringen im Überblick +++

Der internationale Impfausweis ist schon heute ein wichtiges Reisedokument
Um die geltenden Corona-Regeln zu umgehen, sind immer mehr gefälschte Impfausweise im Umlauf. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

So geht es weiter | Die News vom 20. Januar 2022

Hier finden Sie den aktuellen Nachrichtenüberblick zur Corona-Pandemie in Thüringen von Donnerstag, 20. Januar 2022:

Gera | Oberbürgermeister äußert sich nach Protesten vor seinem Haus

Nach den Protesten vor seinem Wohnhaus hat Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb Gewalt und Drohgebärden verurteilt. Allerdings zeigte er auch Verständnis für die Sorgen der Demonstranten.

Julian Vonarb 1 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 19.01.2022 19:00Uhr 00:15 min

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Zeulenroda-Triebes | Wegen Impfpflicht: Zahnarztpraxis droht Schließung

Ab 15. März dürfen im Gesundheitswesen nur noch Menschen arbeiten, die gegen Corona geimpft sind. In Zeulenroda-Triebes im Kreis Greiz hat ein Zahnarzt seinen Beschäftigten deshalb gekündigt. Er lehnt die Impfpflicht ab.

Thüringen | Vier Regionen in Warnstufe 2 - Gesundheitsministerium warnt von Lockerungen

Das Thüringer Gesundheitsministerium rät von Lockerungen der Corona-Regeln auf Kreisebene bei gesunkenen Corona-Warnstufen ab. Die Stadt Gera und die Kreise Sonneberg, Altenburger Land sowie der Saale-Orla-Kreis haben seit sieben Tagen die Grenzwerte bei der Sieben-Tage-Inzidenz und der Hospitalisierungsrate unterschritten und rutschen von der Warnstufe 3 in die Stufe 2. Die Stadtverwaltung und die Landratsämter könnten damit per eigenen Verfügungen Corona-Regeln lockern, zum Beispiel bei Zugängen mit 2G- oder 3G-Regeln oder Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen.

Der Effekt wird nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums aber nur wenige Tage dauern, da schon bald wieder mit steigenden Fallzahlen zu rechnen sei. Die Allgemeinverfügungen müssen vom Ministerium genehmigt werden. Eine Sprecherin sagte MDR THÜRINGEN, sie würden einzeln geprüft. Dass das Ministerium gelockerte Regeln nicht empfehle, bedeute keine generelle Ablehnung. Sollte sich die Infektionslage in Thüringen wider Erwarten in den nächsten zwei Wochen nicht verschärfen, prüfe auch das Ministerium vertretbare Lockerungen in der Landesverordnung. Damit würde es auch einheitliche und transparente Regeln in Thüringen geben.

Grafik zum Corona-Warnsystem in Thüringen ab 24. August
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Thüringen Warnstufen-System für Corona-Regeln in Thüringen ab 24. August

Warnstufen-System für Corona-Regeln in Thüringen ab 24. August

Gera | Ermittlungen nach Polizeieinsatz während der Corona-Proteste

Die Polizei in Thüringen ermittelt nach einem Einsatz bei unangemeldeten Corona-Protesten in Gera am Montagabend gegen Polizisten. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Bei dem Einsatz hatte ein 52-jähriger Protest-Teilnehmer kurzzeitig sein Bewusstsein verloren.

Zuvor soll der Mann einen Polizisten angegriffen und massiven Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen geleistet haben. Er soll laut Polizei auch versucht haben, einem Beamten den Einsatzstock zu entreißen. Durch die Ausübung unmittelbaren Zwanges gegen den Mann sei der 52-Jährige kurzzeitig bewusstlos gewesen. Daraufhin sei unverzüglich Erste Hilfe geleistet und der Mann dann ins Krankenhaus zur ärztlichen Begutachtung gebracht worden. Eine dritte Person habe daraufhin am Dienstag Anzeige gegen die Beamten gestellt.

Thüringen | Polizei ermittelt in knapp 400 Fällen wegen gefälschter Impfpässe

Die Thüringer Polizei hat seit vergangenem Jahr insgesamt 384 Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfpässe eingeleitet. Die Zahl der bei Kontrollen aufgefundenen falschen Impfausweise liegt dabei deutlich höher. So wurde beispielsweise ein Autofahrer kontrolliert, der 20 bereits abgestempelte Impfausweise ohne eingetragene Namen im Gepäck hatte. Auch hat das Landeskriminalamt seit November letzten Jahres deutlich mehr Betrugsfälle registriert. Als einen Grund nannte eine LKA-Sprecherin die verschärften 3G-Regeln, die Betrüger damit umgehen wollen. Auch nannte sie den Fall eines Arztes, der einem Patienten einen gefälschten Status als Genesener ausgestellt hat. Einem Arzt drohen bei Urkundenfälschung bis zu fünf Jahren Haft.

Gera | Tierheim ist wieder geöffnet

Das Tierheim in Gera ist ab sofort wieder geöffnet. Wie die Stadt mitteilte, können Besucher dienstags bis samstags zwischen 13.30 und 16 Uhr kommen. Es gelten demnach die 3G-Regeln, d.h. Besucher müssen geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Anfang Dezember war das Tierheim geschlossen worden. Damals waren viele Mitarbeiter krank. Um die Tiere weiter gut versorgen zu können, konnten keine Besucher beraten oder empfangen werden.

Zella-Mehlis | Notfalleinsatz im Pflegeheim behindert

In einem Pflegeheim in Zella-Mehlis im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind Rettungssanitäter bei ihrem Einsatz behindert worden. Wie ein Sprecher im Meininger Landratsamt bestätigte, wird dieser Vorfall derzeit geprüft. Nach MDR THÜRINGEN Informationen brauchte ein Bewohner des Pflegeheimes am Dienstag wegen eines akuten Notfalles medizinische Hilfe. Von einer Mitarbeiterin des Heimes bekamen die Rettungssanitäter jedoch keinen Zutritt, weil sie keinen schriftlichen Coronatest nachweisen konnten. Der Patient wurde daraufhin vor die Tür gebracht, um ihn dann in ein Krankenhaus zu verlegen. Eine Sprecherin im Pflegeheim sprach gegenüber MDR THÜRINGEN von einem Missverständnis.

Ilm-Kreis | Gesundheitsamt stellt keine Genesen-Zertifikate mehr aus

Der Ilm-Kreis stellt ab sofort keine Genesenenbescheinigungen mehr aus. Als Grund nannte das Landratsamt, dass das Robert-Koch-Institut festlegt, wie lange man als genesen gilt. Menschen, die sich mit Corona infiziert haben, würden nur noch einen Isolationsbescheid durch das Gesundheitsamt des Ilm-Kreises erhalten. Genesenen-Zertifikate stellten die meisten Apotheken aus. Dazu müsse der Isolationsbescheid vorgelegt werden. Betroffene, die über kein Handy verfügen, erhalten einen QR-Code zum Genesenenstatus in Papierform. Bereits ausgestellte Genesenennachweise gelten laut Landratsamt auch nur noch 90 Tage nach einem positiven PCR-Test, auch wenn sie eigentlich für einen Zeitraum von sechs Monaten ausgestellt wurden. Bund oder Land könnten allerdings noch Übergangsregelungen für diesen speziellen Fall festgelegen, hieß es.

Thüringen | Gericht: Striktere Regeln für Ungeimpfte sind in Thüringen rechtens

Die staatlichen Corona-Beschränkungen für ungeimpfte Menschen haben in Thüringen weiter Bestand. In den unterschiedlichen Regelungen für Geimpfte und Genesene sowie Ungeimpfte sei keine verfassungswidrige Ungleichbehandlung zu erkennen, teilte das Thüringer Oberverwaltungsgericht (OVG) in Weimar am Mittwoch mit. Die Ungleichbehandlung, die die ungeimpften Antragsteller in der Thüringer Corona-Verordnung vom 23. Dezember monierten, sei sachlich gerechtfertigt, weil immunisierte Personen weniger zum Infektionsgeschehen beitrügen, hieß es unter anderem zur Begründung.

Deutschland­weit | Was bedeutet eine Corona-Impfpflicht für unsere Gesellschaft?

Kommt die Corona-Impfpflicht? Und was bedeutet das für Menschen, die sich unter gar keinen Umständen impfen lassen wollen? Und für die Gesellschaft als Ganzes? Kommunikationswissenschaftler Philipp Sprengholz von der Universität Erfurt hat unseren Kollegen von MDR WISSEN Antworten gegeben.

Thüringen | Zweithöchste Quote bei Krankschreibungen wegen Corona

In Thüringen sind besonders viele Berufstätige von Corona-Erkrankung betroffen. Laut "AOK Plus" liegt der Freistaat bundesweit an zweiter Stelle hinter Sachsen. Besonders häufig seien Beschäftigte in Erziehungs-, Gesundheits- und Pflegeberufen erkrankt. Die AOK versichert rund eine halbe Million Thüringer. Von ihnen erhielten zwischen März 2020 bis November 2021 knapp 33.000 mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Covid-19-Diagnose. Die Quote von 6,4 Prozent liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 5,1 Prozent. Im November verzeichnete die "AOK Plus" den bis dahin höchsten Stand an Krankmeldungen mit über 9.000 Betroffenen.

Podcast | Keukulés Corona-Kompass

Trotz ständiger Rekord-Neuinfektionen gehen die Hospitalisierungen zurück. Wie lange noch? Und wie wirkt sich Omikron auf die Einweisungen von Kindern ins Krankenhaus aus? In einer neuen Podcastfolge beantwortet Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé unter anderem diese Fragen.

Nachrichten

Ein Porträt-Foto von Virologe Alexander Kekulé. 66 min
Bildrechte: MDR/dpa

MDR AKTUELL Di 18.01.2022 15:47Uhr 65:47 min

Audio herunterladen [MP3 | 60,2 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 120 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/administratives/av/audio-hospitalisierung-kinder-omikron-genesenenstatus100.html

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Deutschland­weit | Überregionale Corona-Nachrichten

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro Tag hat einen neuen bundesweiten Rekord erreicht. Das Robert Koch-Institut meldete am Mittwochmorgen 112.323 Neuinfektionen. Diese und weitere überregionale Nachrichten finden Sie im Corona-Ticker von MDR AKTUELL:

Thüringen | Erste Intensivpatienten aus anderen Bundesländern zurück

Erste zur Behandlung in andere Bundesländer verlegte Covid-19-Patienten aus Thüringen können nach Angaben des Jenaer Intensivmediziners Michael Bauer in den Freistaat zurückkehren. "Die Situation auf den Intensivstationen hat sich deutlich entspannt", sagte Bauer. Zugleich seien die Kliniken der norddeutschen Bundesländer, die Thüringer Patienten aufgenommen hätten, jetzt deutlich stärker durch Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante des Virus belastet. Es komme dort zu Personalausfällen.

Wegen überlasteter Intensivstationen an Thüringer Krankenhäusern waren im November und Dezember mehr als zwei Dutzend schwer kranke Covid-19-Patienten zur Behandlung nach Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein gebracht worden. In Thüringen waren um Weihnachten bis zu 230 Menschen auf den Intensivstationen behandelt worden. Inzwischen seien es um die 40 Prozent weniger als in der Spitze, sagte Bauer, der Thüringens Corona-Intensivkoordinator ist. Für das Personal bedeute dies vor allem psychisch eine geringere Belastung.

Durch Corona: Wie gespalten ist Thüringen?

Am Montagabend haben in Thüringen tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert, auch am Dienstag gingen Menschen bei zum Teil unangemeldeten Demonstrationen auf die Straße. Doch auch die Gegendemonstrationen mehren sich. Wie gespalten ist Thüringen? Fragen an Politikwissenschaftler Prof. Oliver Lembcke.

Deutschland-weit | Omikron-Variante Grund für verkürzten Genesenenstatus

Getestet, geimpft oder genesen – das war lange der Dreiklang im Kampf gegen das Coronavirus. Dabei galt jemand bislang als genesen, dessen Infektion nicht länger als sechs Monate zurücklag. Doch statt sechs Monaten gilt der Genesenenstatus seit Samstag nur noch drei Monate. Eine Entscheidung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Eine rein politische Entscheidung ohne wissenschaftliche Grundlagen, beklagen Kritiker.

Thüringen | Wegen Impfpflicht: Träger warnen vor Personalengpässen im Gesundheitswesen

Angesichts der geplanten Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich warnen die großen Träger in Thüringen vor Personal-Engpässen. Von Mitte März an müssen alle Mitarbeiter in der Branche vollständig geimpft sein. Wie Frieder Weigmann von der Diakonie Mitteldeutschland MDR THÜRINGEN mitteilte, sei fraglich, ob die Pflege in den rund 200 Diakonie-Einrichtungen im Land dann noch gewährleistet werden kann. Auch in den 150 Pflegeheimen und -stellen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) könne es kritisch werden. 14 Prozent der Mitarbeiter seien hier noch nicht geimpft, so die Awo.

Wer zum Arzt muss, wird nicht mit Engpässen rechnen müssen, kein Arzt habe seine Zulassung zurückgegeben, hieß es von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen. Manche Zahnärzte hingegen werden ihre Behandlungen einschränken oder ihre Praxen schließen, teilte die Zahnärztekammer mit. Dagegen würden Notfallsanitäter in den Krankenwagen des Landes einsatzfähig bleiben. Das Rote Kreuz und der Arbeitersamariterbund teilten mit, dass genügend Mitarbeiter geimpft seien.

Gera | Scharfe Kritik von Ramelow am Verhalten von Demonstranten

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Corona-Proteste von Dienstagabend in Gera scharf kritisiert. Ramelow sagte, der Aufzug vor dem Privathaus von Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) sei nichts als Einschüchterung. Der Ministerpräsident schrieb bei Twitter, die Demonstranten hätten sich nicht "verlaufen" sondern seien gezielt am Haus des Oberbürgermeisters vorbei gezogen.

Was bisher geschah | Corona-News von Dienstag, 18.01.2022

Quelle: MDR/dpa/epd (jml, the)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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