Pandemie Corona-Regeln ändern sich ab Mai: Das gilt jetzt in Thüringen

In Thüringen gibt es mit der neuen Corona-Verordnung Änderungen bei der Testpflicht an Schulen oder Krankenhäusern. Zudem werden Quarantäne-Regeln gelockert und Impfstellen geschlossen. Lesen Sie die Bestimmungen im Überblick.

Covid-19 Schnelltest mit Ergebnis Positiv, Infektion von Coronavirus bei Kindern in der Schule oder im Kindergarten, Kinder Schulmäppchen mit bunten Stiften
An Thüringer Schulen wird ab 7. Mai nur noch ein freiwilliger Corona-Test in der Woche angeboten. Bildrechte: imago images/Bihlmayerfotografie

Die Corona-Regeln für Thüringen werden weiter gelockert. Diese größeren Änderungen treten dabei in kraft: Die Isolation für Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, kann schon nach fünf Tagen beendet werden - sofern zuvor zwei Tage lang keine Symptome mehr aufgetreten sind. Die Quarantäne-Pflicht für Kontaktpersonen entfällt außerdem. Allerdings gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen. Zudem wird die Testpflicht an Schulen und Krankenhäusern weiter gelockert.

Corona-Tests an Schulen bald nur noch freiwillig

Noch bis Freitag, 6. Mai, sind zwei Corona-Tests an Schulen vorgeschrieben. Ab dem 7. Mai müssen Schulen in Thüringen nur noch einen Corona-Test pro Woche anbieten. Die Teilnahme ist für Schüler dann freiwillig.

Diese Regelung gilt bis zum 25. Mai, das ist der letzte Schultag vor Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte, Thüringen orientiere sich mit diesem Vorgehen an der aktuellen Lage. Ab Juni könnten die Tests an Schulen vollständig enden. An Kindergärten wurde die Testpflicht laut Gesundheitsministerium bereits beendet.

Quarantäne für Corona-Infizierte wird verkürzt

Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, müssen ab Mai nur noch fünf Tage in Isolation. Bisher galt für Infizierte eine zehntägige Pflicht für eine Isolation. Die Dauer beginnt zum Zeitpunkt, wenn der Test mit einem positiven Ergebnis erfolgt ist. Bedingung für die verkürzte Quarantäne ist aber laut Gesundheitsministerium, dass die Betroffenen seit 48 Stunden keine Symptome gehabt haben. Ein Freitesten ist nicht mehr nötig. Nach zehn Tagen endet die Isolation spätestens.

Grundlage für den Beschluss, auf den sich Bund und Länder geeinigt hatten, ist eine Empfehlung des Robert-Koch-Instituts.

Die Quarantäne endet jedoch weiter erst nach zehn Tagen für Mitarbeiter von Krankenhäusern, Rettungsdiensten oder zum Beispiel auch Pflegeheimen.

Personen, die möglicherweise infiziert sind, aber keine Symptome haben, sowie Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten, wird vom Land "dringend empfohlen", ihre sozialen Kontakte weitestgehend zu reduzieren. Zudem werden tägliche Schnelltests empfohlen. Eine Quarantäne für Kontaktpersonen ist jedoch nicht mehr verpflichtend.

Maskenpflicht in Krankenhäusern und Pflegeheimen

Der Basisschutz bleibt bestehen: Das heißt, eine Maskenpflicht gilt weiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Reha-Kliniken sowie bei Pflegediensten oder Rettungsdiensten. Ebenso muss eine Maske weiter im öffentlichen Nahverkehr sowie etwa auch in Arzt- und Zahnarztpraxen getragen werden. Auch bleibt die Vorgabe in Obdachlosen- und Asylbewerberheimen bestehen - mit Ausnahme von Dusch- oder Waschräumen, wie die Verordnung explizit aufführt.

Keine Masken in Restaurants und Einzelhandel

In der Gastronomie waren Zugangsbeschränkungen wie 2G und 3G bereits weggefallen. Betreiber von Gaststätten und Hotels können aber per Hausrecht entscheiden, ob sie die Maskenpflicht fortführen.

Das Land empfiehlt unterdessen, weiter eine Maske nicht nur in Geschäften oder Supermärkten zu tragen, sondern auch in Gaststätten, Cafés sowie bei Demonstrationen.

Ein Schild «Eine Maskenpflicht besteht nicht mehr! Wir empfehlen aber das Tragen einer FFP2-Maske und die Einhaltung der AHA-Regeln!» hängt an der Eingangstür vom Theater am Aegi.
Die Maskenpflicht ist in weiten Teilen nur noch freiwillig. Aber es gibt auch Ausnahmen davon. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Corona-Testpflicht bleibt in Kliniken bestehen

Die Testpflicht für Besucher von Thüringer Krankenhäusern, aber auch für Pflegeheimen wird ab Mai leicht gelockert. Es gilt jetzt nur noch die 3G-Regel. Geimpfte und genesene Personen müssen sich nun nicht mehr testen lassen. Die Einrichtungen müssen Corona-Schnelltests für Besucher vorhalten und sicherstellen, dass Gäste diese durchführen.

Abstandsregel wird weiter empfohlen

In der Verordnung wird weiterhin empfohlen, wenn möglich, einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu halten.

Wie hoch sind die Bußgelder bei Verstößen?

Verstöße gegen die aktuelle Corona-Verordnung können mit bis zu 5.000 Euro Bußgeld geahndet werden.

Impfstellen schließen schrittweise

Die Impfstellen in Thüringen schließen in den nächsten Monaten schrittweise. Wie das Thüringer Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung mitteilten, stellen bis Ende Mai vier weitere Stellen in Erfurt, Bad Salzungen, Hildburghausen und Meiningen ihre Angebote komplett ein. Bis Mitte Juni folgt Schmölln.

Die verbleibenden 16 Impfstellen sind ab Juni nur noch tageweise geöffnet - bis auch sie zum Jahresende komplett schließen. Impfangebote werden dann in Arztpraxen, bei mobilen Stellen oder alternativen Aktionen unterbreitet.

Wie lange gilt die aktuelle Corona-Verordnung?

Die neue Thüringer Verordnung gilt bis zum 28. Mai. Die bundesweiten Corona-Regeln sind bis zum 23. September 2022 befristet. Dieses Gesetz kann aber jederzeit geändert werden, wenn sich das Infektionsgeschehen und die Situation in den Krankenhäusern verschärfen sollten.

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MDR (rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. April 2022 | 14:00 Uhr

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