Pandemie Wegen Corona: Distanzunterricht nach Weihnachtsferien an Thüringer Schulen bis Mitte Januar

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat am Mittwoch den "Corona-Fahrplan" an den Schulen nach den Weihnachtsferien vorgestellt. Demnach soll der Unterricht an den ersten beiden Tagen ausfallen, danach geht es in Distanzunterricht. Die Kindergärten sollen nach aktuellem Stand geöffnet bleiben.

Helmut Holter (Die Linke), Minister für Bildung, Jugend und Sport von Thüringen, spricht im Plenarsaal des Thüringer Landtags.
Bildungsminister Helmut Holter (Linke) Bildrechte: dpa

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat am Mittwoch den "Fahrplan" für die Schulen nach den Weihnachtsferien vorgestellt. Zudem informierte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) über die neuesten Beschlüsse der Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

Schulen nach den Weihnachtsferien: Unterrichtsfrei und Distanzunterricht

Bildungsminister Holter hatte bereits am Dienstag angekündigt, die Schulen im Freistaat nach den Weihnachtsferien zwei Tage länger geschlossen zu halten. Am 3. und 4. Januar soll unterrichtsfrei sei, um die "nächsten Phasen zu organisieren", erklärte Holter am Mittwoch. Für Schüler bis zur sechsten Klasse und Förderschüler werde es eine Notbetreuung geben.

Vom 5. bis zum 14. Januar soll der Unterricht digital stattfinden. Eine Notbetreuung für Kinder, die nicht am Distanzunterricht teilnehmen können, gebe es aber nur für Eltern, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten, so Holter. Auch für Abiturklassen sowie Abschlussklassen der Fachschule im Fachbereich Sozialwesen gebe es Ausnahmen, Förderschulen bleiben geöffnet.

Ab dem 17. Januar soll Wechselunterricht an den Schulen erfolgen, die Schülerinnen und Schüler also in festen Gruppen in Präsenz unterrichtet werden. Wie der Wechselunterricht im Detail organisiert wird, beispielsweise in welchem Rhythmus gewechselt wird, können die Schulen dabei selbst entscheiden.

Kindergärten bleiben offen - Minister-Appell: Kinder im Januar zu Hause lassen

In Kindergärten und bei Tagesmüttern soll Holter zufolge die bisherigen Regeln weitergefahren werden. Das heißt, die Kinder sollen weiter in festen Gruppen betreut werden. Durch die festen Gruppen und das dadurch nicht mehr flexibel einsetzbare Personal könne es in Einzelfällen zu eingeschränkten Öffnungszeiten kommen, so der Bildungsminister. Holter sagte gleichzeitig:

Angesichts der vorhergesagten Omikron-Infektionswelle appelliere ich dennoch an alle Thüringer Familien, ihre Kinder im Januar, wenn möglich, nicht in die Kindergärten zu schicken.

Appell des Bildungsministers Helmut Holter

Außerdem stelle Holter spätestens ab dem 15. Januar kommenden Jahres Testangebote für Kinder ab drei Jahren in Aussicht.

Kein Zutritt für Masken- und Testverweigerer in Schulen

Nach wie vor sollen sich die Schülerinnen und Schüler zweimal die Woche auf das Coronavirus testen. Auch die Maskenpflicht im Unterricht bleibt bestehen. Allerdings kündigte Holter strengere Betretungsverbote an: Menschen mit Corona-Symptomen erhalten demnach keinen Zutritt zu den Bildungseinrichtungen, genauso wie Masken- und/oder Testverweigerer. Masken- und Testverweigerer haben außerdem keinen Anspruch auf Notbetreuung.

Kritik gab es von Holter an den Beschlüssen der Ministerpräsidenten-Konferenz:

Es kann nicht sein, dass alleine der Bildungsbereich die Last der Maßnahmen tragen muss.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter

Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene

Am 28. Dezember sollen verschärfte Kontaktbeschränkungen in Kraft treten, das hat die Ministerpräsidenten-Konferenz am Dienstag beschlossen. Geimpfte und Genesene dürfen sich dann nur noch mit maximal zehn Personen treffen. Gesundheitsministerin Werner begründete diesen Schritt mit der ansteckenderen Omikron-Variante des Coronavirus, mit der sich auch vollständig Geimpfte infizieren können.

"Boostern" sei das wichtigste Mittel, um die Pandemie zu bewältigen, so Werner. In Thüringen gebe es aktuell drei bestätigte Omikron-Fälle und drei Verdachtsfälle.

Quelle: MDR (fno, the)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

90 Kommentare

Yoeddy vor 27 Wochen

Ich sehe die Lehrer nicht als das Problem, die Lehrer müssen Teil der Lösung sein. Wesentlich ist eine vernünftige Ausstattung der Schulen, Lehrer und Schüler, es müssen umfassende Schulungen der Beteiligten durchgeführt werden und es muss genutzt werden.
Techniken kann man sich zuhauf in der Wirtschaft abschauen. Ich beispielsweise habe seit 2 Jahren mein Homeoffice nicht mehr verlassen. Die Kunden betreue ich komplett online, bei Vorträgen läuft es ebenso incl. Feedback- und Umfragefunktion. Es gibt E-Learning-Plattformen mit Prüfungsfunktion. Vielleicht liefert auch die Schul-Cloud die Lösung, leider haben meine Kinder oder ich diese noch nicht gesehen.
Freunde haben ein Kind auf einer dänischen Schule. Dort haben alle Kinder einen Laptop/Tablett, dies gehört zur Unterrichtsausstattung, der Lehrer wird während der Unterrichts gestreamt, die Tafel wird direkt übertragen, Aufgaben können online abgegeben werden.

SitBull vor 27 Wochen

Ich werde klar machen, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass man eines nicht heldenhaften Erstickungstotes stirbt oder wochenlang auf medizinische Pflege angewiesen ist und man sollte dabei kein First Class Betreuung erwarten. Reicht dies? Überzeugend genug. Die Medien sollten weiterhin den Pflegeaufwand von Covid-Patienten in Endlosschleife bringen. Muss doch dann irgendwann mal bei den Restmillionen einrasten.

Logik-Mensch vor 27 Wochen

@ dergutesven:
Danke für die Bestätigung, dass viele Lehrkräfte den Schließungen ebenfalls kritisch gegenüberstehen. Daher hoffe ich, dass diese Entscheidungen wieder rückgängig gemacht werden indem Eltern und Lehrkräfte hierfür genug Druck aufbauen. Eine entsprechende Forderung habe auch ich ans Bildungsministerium gesandt.

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