Weihnachtsmärkte verboten Neue Corona-Verordnung in Thüringen: Teil-Lockdown bis in den Dezember

Keine Weihnachtsmärkte, 2G in Teilen des Einzelhandels, Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte: In Thüringen greifen ab Donnerstag strengere Corona-Regeln. Eine Übersicht, was in den kommenden Wochen gilt.

Erneuter Teil-Lockdown in Thüringen: Angesichts der angespannten Corona-Lage hat die Landesregierung weitreichende Einschränkungen angekündigt, die ab Donnerstag gelten sollen (Anmerkung der Redaktion: Zunächst hatte Ministerin Heike Werner von Mittwoch gesprochen). Weihnachtsmärkte werden demnach verboten, Clubs, Bars und Diskotheken müssen schließen. In der Gastronomie soll eine Sperrstunde um 22 Uhr gelten, wie Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt sagte. Auch Schwimmhallen, Freizeitbäder, Saunen und Thermen müssen schließen. Ausnahmen gibt es für den Schulsport.

Ein Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz in Weimar.
Kaum eröffnet, muss der Weihnachtsmarkt in Weimar bald voraussichtlich schon wieder schließen. So sieht es die neue Corona-Verordnung des Landes vor, die ab Donnerstag gilt. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Thüringer Verordnung zum Nachlesen

Nächtliche Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen

Die neue Corona-Verordnung unterscheidet teils stark nach dem Impf- oder Genesenenstatus der Menschen. So wird für diejenigen, die weder geimpft noch von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr gelten. Auf Ungeimpfte kommen zudem Kontaktbeschränkungen zu: Sie dürfen sich nur noch mit bis zu zwei weiteren Personen treffen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören.

2G in weiten Teilen des Einzelhandels

Außerdem gilt ab Donnerstag in sehr vielen Bereichen des öffentlichen Lebens eine 2G-Regelung. Das bedeutet, dass dort nur noch Geimpfte oder Genesene Zugang haben. Auch im Einzelhandel wird 2G zur Pflicht. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien. In einigen Bereichen reicht künftig selbst der 2G-Nachweis allein nicht mehr aus. So gilt fortan in geschlossenen Räumen von Fitnessstudios 2G+. Hier müssen auch Geimpfte noch einen negativen Corona-Test vorzeigen.

Folgendes gilt laut Gesundheitsministerium ab Donnerstag:

  • Volksfeste und Weihnachtsmärkte werden untersagt
  • Messen und Kongresse werden bis voraussichtlich 15. Dezember verboten
  • Clubs, Bars, Diskotheken, Freizeitparks und Indoor-Spielplätze schließen
  • Freizeitbäder, Saunen, Thermen und Schwimmhallen machen dicht, wobei der Schulsport ausgenommen ist
  • 2G im Einzelhandel, wenn mehr als der Grundbedarf angeboten wird, das heißt nur noch Geimpfte und Genesene dürfen eingelassen werden (Ausnahmen: Lebensmittel, Getränke, Tierbedarf, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Babyfachmärkte, Orthopädieschuhtechniker, Optiker, Hörgeräteakustiker, Zeitungsverkauf, Tankstellen und Großhandel für Gewerbetreibende, Brennstoffhandel)
  • Gaststätten und Restaurants dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in Innenräumen bewirten - es gilt eine Sperrstunde ab 22 Uhr
  • Hotels und andere Beherbungsbetriebe dürfen Übernachtungsgäste empfangen - für touristische Reisen gilt 2G, für nicht-touristische 3G
  • Fitnessstudios und ähnliche Freizeitsport-Angebote in Innenräumen sind nur noch Genesenen und Geimpften zugänglich, die zusätzlich getestet sind (2G+) - eine Ausnahme gilt für den Kinder- und Jugendsport
  • bei kulturellen Veranstaltungen wie Theateraufführungen oder Kinovorführungen gilt ebenfalls 2G, bei mehr als 50 Personen: 2G+
  • Menschen, die weder gegen Corona geimpft noch von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, dürfen ihre Wohnung zwischen 22 und 5 Uhr nur noch aus einem triftigen Grund verlassen
  • Sie dürfen sich überdies höchstens mit zwei weiteren Personen treffen, die nicht zum Haushalt zählen

Thüringen gehört zu den am stärksten von der aktuellen Corona-Infektionswelle getroffenen Bundesländern. Als besonders bedenklich gilt die Situation in den Krankenhäusern des Landes.

Neue Verordnung ab 25. November gültig

Die neue Verordnung soll voraussichtlich bis zum 21. Dezember gelten. Zur Begründung für die Verschärfung der Regeln sagte sie, das Gesundheitssystem in Thüringen müsse vor dem Kollaps bewahrt werden. Es werde dazu kommen, dass Intensivpatienten mit Covid-19 in andere Bundesländer verlegt werden müssen. "Wir können nur dann auf die Solidarität anderer Bundesländer hoffen, wenn wir selbst auch jede Anstrengung unternehmen, um die Welle zu unterbrechen", sagte sie. Die neuen Regeln sollen am Mittwoch nach einem geplanten Beschluss des Thüringer Landtags zur Corona-Pandemie verkündet werden und am Donnerstag in Kraft treten.

Wir werden dazu kommen, Covid-19-Patienten in andere Bundesländer verlegen zu müssen, und können nur auf deren Solidarität hoffen, wenn wir alle Anstrengungen unternehmen, diese Welle zu brechen.

Thüringens Gesunheitsministerin Heike Werner (Linke)
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Fakt ist! Mo 22.11.2021 20:15Uhr 88:57 min

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Quelle: MDR/dpa (uka, mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. November 2021 | 19:00 Uhr

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