Pandemie Thüringen verschärft Corona-Regeln für Regionen mit Warnstufe 3

Thüringen passt seine Corona-Regeln an. So soll für Regionen mit der höchsten Warnstufe 3 verpflichtend das 2G- oder 3Gplus-Modell gelten, etwa für die Gastronomie. In drei Thüringer Kreisen gilt diese Warnstufe.

Gelber Impfpass neben CovPass-App
Nachweis vorzeigen und rein ins Kino, Lokal oder Theater: In Regionen ab Warnstufe 3 werden "2G" oder "3G plus" in Thüringen verpflichtend. Bildrechte: imago images/Eibner

In Thüringen werden die Corona-Regeln für ungeimpfte Erwachsene ab Samstag verschärft. Die neuen Vorschriften sehen nach Angaben des Gesundheitsministeriums vor, dass Landkreise und kreisfreie Städte in der höchsten Warnstufe 3 die Modelle 2G oder 3Gplus zur Pflicht machen müssen. Kommunen, die in der Warnstufe 2 sind, können 2G oder 3Gplus zur Pflicht machen, müssen es aber nicht.

2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten zu Gaststätten oder Sport- und Kulturveranstaltungen. Im Gegenzug kann dann auf das Tragen einer Maske verzichtet werden. Beim 3G plus"-Modell erhalten Geimpfte und Genesene Zutritt sowie Menschen, die einen negativen PCR-Test vorweisen können. Ein gewöhnlicher Antigen-Schnelltest reicht nicht aus.

Menschen, die sich bisher nicht impfen lassen können - etwa Kinder und Schwangere - können weiterhin mit einem gewöhnlichen Schnelltest Gaststätten oder Veranstaltungen besuchen.

Fast flächendeckend Warnstufe 2

Aktuell gilt in Thüringen Corona-Warnstufe 3 im Ilmkreis, im Kyffhäuserkreis und in Schmalkalden-Meiningen. Warnstufe 2 gilt aktuell für alle übrigen Kreise und kreisfreien Städte in Thüringen außer Nordhausen (Warnstufe 1).

Mehr als 1.250 neue Corona-Fälle in Thüringen

Thüringen nähert sich bei der Entwicklung der täglichen Corona-Neuinfektionen wieder dem Niveau der zweiten und dritten Pandemiewelle.

Am Donnerstag meldeten die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut landesweit 1.256 neue Fälle. Das ist der höchste Wert seit sechs Monaten. Im vergangenen Jahr war die Marke von 1.000 neuen Ansteckungen pro Tag erst Anfang Dezember übertroffen worden. In diesem Herbst liegt Thüringen bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage darüber.

Zahl der Covid-19-Intensivpatienten steigt

Die Gesundheitsämter meldeten weitere zehn Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Zudem nimmt die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Thüringen zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Neuinfektionen stieg auf 260. Das ist deutschlandweit der höchste Wert - er ist doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (130).

Jenaer Mediziner erklärt Impfdurchbrüche

Der deutliche Anstieg bei den Infektionszahlen ist nach Einschätzung von Fachleuten auch ein Grund für die steigende Zahl von Impfdurchbrüchen.

Seit Beginn der Impfkampagne traten bislang 2.712 dieser Fälle in Thüringen auf. Das entspricht laut Gesundheitsministerium einem Anteil von 0,2 Prozent der knapp 1,26 Millionen vollständig geimpften Menschen in Thüringen.

"Je mehr Viren zirkulieren, desto mehr Infektionen und dann auch mehr Durchbrüche", erklärt Mathias Pletz, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin am Uniklinikum Jena, die Zunahme von Covid-19-Fällen trotz doppelter Impfung. "Allerdings gehen Impfdurchbrüche in der Regel mit sehr milden Symptomen einher." Die große Mehrheit der Corona-Intensivpatienten sei ungeimpft.

Viele Thüringer noch nicht geimpft

Die Impfkampagne tritt in Thüringen seit Wochen auf der Stelle - über den vollständigen Impfschutz verfügen etwa 60 Prozent der Bevölkerung; bundesweit sind es 66 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

45 Kommentare

dimehl vor 28 Wochen

@martin:
Stimmt. Aber:
Meine Ausgangsfrage bezieht sich auf die Anzahl der heute und der vor einem Jahr durch Coronapatienten belegten Betten auf Intensivstationen. Und die ist heute eben höher als vor einem Jahr- auf Grund des Impffortschrittes müsste es aber doch genau anders herum sein ?

Freies Moria vor 28 Wochen

Zwei Hinweise an die Netzfeuerwehr:
a) Prof. Homburg ist u.a. Fachmann für Statistik und er äußert sich hier zu einer statistischen Verzerrung. Wenn man das nicht erkennen kann, macht das die Löscharbeiten unglaubwürdig und kontraproduktiv.
b) Irgendwann muß selbst die Netzfeuerwehr merken, daß im wesentlichen nur noch Kommentare durchgelassen werden, die die Widersprüchlichkeit offizieller Aussagen aufzeigen. Wer dann noch die offizielle Aussage stützt, ist restlos unglaubwürdig.

martin vor 28 Wochen

@goffmann: Ich habe die Quelle meiner Information nicht mehr präsent. Allerdings erscheint sie mir glaubwürdig: Die Klassifizierungen werden ja auch für die Abrechnungen / Fallpauschalen verwendet. Und da erscheint es folgerichtig, wenn ein Verkehrsunfall-Patient mit Corona-Infektion als Corona-Patient gezählt wird, da für diesen Patient der hohe Schutzaufwand erforderlich ist.

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