Nach Bund-Länder-Konferenz Corona-Pandemie: Diese Regeln gelten in Thüringen bis Weihnachten

Seit einer Woche gelten in Thüringen strenge Corona-Regeln. Doch die Inzidenz steigt weiter. Regierungschef Ramelow bittet die Bürger um Verzicht und Nachsicht - auch an den Feiertagen.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (DIE LINKE)
Ministerpräsident Bodo Ramelow rief dazu auf, sorgsam miteinander umzugehen und sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Jacob Schröter

Ein Großteil der neuen Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz am Donnerstag ist in Thüringen laut Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bereits umgesetzt. Denn im Freistaat gelten seit einigen Tagen strengere Regeln. Dazu gehören unter anderem eine 2G-Regel im Einzelhandel sowie geschlossene Discos, Bars und Clubs.

Seit der Konferenz ist zudem klar: Auch das Silvester-Feuerwerk muss ausfallen, der Verkauf von Böllern und Feuerwerk wird auch 2021 verboten.

Ramelow: Lage ist ernst

Die Lage in Thüringen ist ernst, sagte Ramelow. Während sich bundesweit die Inzidenzen stabilisierten, steige sie in Thüringen weiter an. Er warb darum, Weihnachten und Silvester eher in überschaubarem Rahmen zu feiern, Abstand und Hygiene-Regeln einzuhalten. Gottesdienste seien wie auch Beerdigungen oder Trauerfeiern möglich, da die Kirchen regelkonforme Hygienekonzepte hätten. Neben den Schulen solle es auch in Kindergärten bald ein regelmäßiges Corona-Testangebot geben.

Diese Regeln gelten

Seit dem 25. November gilt eine neue Verordnung - zunächst bis zum 21. Dezember 2021.

  • Volksfeste und Weihnachtsmärkte sind verboten
  • Messen und Kongresse sind bis voraussichtlich 15. Dezember verboten
  • Clubs, Bars, Diskotheken, Freizeitparks und Indoor-Spielplätze sind geschlossen
  • Freizeitbäder, Saunen, Thermen und Schwimmhallen sind geschlossen, wobei der Schulsport ausgenommen ist
  • 2G im Einzelhandel, wenn mehr als der Grundbedarf angeboten wird, das heißt nur noch Geimpfte und Genesene dürfen eingelassen werden (Ausnahmen: Lebensmittel, Getränke, Tierbedarf, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Babyfachmärkte, Orthopädieschuhtechniker, Optiker, Hörgeräteakustiker, Zeitungsverkauf, Tankstellen und Großhandel für Gewerbetreibende, Brennstoffhandel)
  • Gaststätten und Restaurants dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in Innenräumen bewirten - es gilt eine Sperrstunde ab 22 Uhr
  • Hotels und andere Beherbungsbetriebe dürfen Übernachtungsgäste empfangen - für touristische Reisen gilt 2G, für nicht-touristische 3G
  • Fitnessstudios und ähnliche Freizeitsport-Angebote in Innenräumen sind nur noch Genesenen und Geimpften zugänglich, die zusätzlich getestet sind (2G+) - eine Ausnahme gilt für den Kinder- und Jugendsport
  • bei kulturellen Veranstaltungen wie Theateraufführungen oder Kinovorführungen gilt ebenfalls 2G, bei mehr als 50 Personen: 2G+
  • Menschen, die weder gegen Corona geimpft noch von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, dürfen ihre Wohnung zwischen 22 und 5 Uhr nur noch aus einem triftigen Grund verlassen
  • Sie dürfen sich überdies höchstens mit zwei weiteren Personen treffen, die nicht zum Haushalt zählen

Impfangebot soll ausgeweitet werden

Neu ist: Auch Apotheker, Zahnärzte und Pflegepersonal sollen nach Plänen der Bund-Länder-Chefs künftig die Corona-Schutzimpfung verabreichen können, um die Impfquote zu erhöhen. Noch ist jedoch unklar, in welchem Umfang das geschehen soll.

Ramelow kritisiert Corona-Proteste in Thüringen

Ramelow kritisierte außerdem, dass bei den jüngsten Demonstrationen gegen Corona-Regeln in Thüringen manche Teilnehmer Grabkerzen getragen haben. Diese Kerzen sollten doch eher denjenigen gewidmet werden, die nach einer Covid-19-Infektion verstorben seien, statt sie als Zeichen des Protests gegen Schutzmaßnahmen zu verwenden.

In der Debatte um eine allgemeine Impfpflicht hatte der Ministerpräsident für mehr Zeit plädiert. Ramelow sagte im MDR, man solle warten, bis ein herkömmlicher, sogenannter Totimpfstoff mit abgetöteten Krankheitserregern zugelassen sei. Das - so habe ihm der amtierende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitgeteilt - könnte noch im Januar oder Februar soweit sein.

Eine Dosis Sinopharm 5 min
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MDR AKTUELL Mo 25.10.2021 12:17Uhr 05:22 min

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Zugleich trat Ramelow Spekulationen entgegen, der russische Impfstoff Sputnik V sei aus politischen Gründen immer noch nicht zugelassen. Vielmehr habe die zuständige Firma noch immer nicht alle Prüfungsunterlagen bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA vorgelegt. Die Landesregierung würde den Impfstoff als weiteres Element gegen das Coronavirus sofort verwenden lassen, allerdings keine Verträge ohne Zulassung machen.

Quelle: MDR (mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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