Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Bildrechte: IMAGO / Müller-Stauffenberg

Corona-PandemieCorona-Regeln: Was zu Weihnachten und Silvester in Thüringen gilt

von MDR THÜRINGEN

Stand: 23. Dezember 2021, 12:57 Uhr

Familientreffen, Gottesdienst- und Kneipenbesuche, Silvesterparty im kleinen Kreis, Böllerverbot: Diese Corona-Regeln gelten in Thüringen über Weihnachten und Silvester. Am 28. Dezember soll zudem nachgeschärft werden.

Mit nachgeschärften Maßnahmen will die Landesregierung die Ausbreitung des Coronavirus in Thüringen eindämmen. Eine neue Verordnung unter anderem mit weiteren Einschränkungen bei Kontakten, Veranstaltungen und an Silvester gilt seit Montag, 20. Dezember. Die Verordnung enthält auch Regelungen für Corona-Hotspots, also für Landkreise und kreisfreie Städte mit besonders hohen Inzidenzen.

Alles anzeigen

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Bei privaten Treffen wie dem Familienessen zu Weihnachten gilt: Geimpfte und Genesene können sich ohne Einschränkungen treffen. Doch sobald eine Person dabei ist, die keinen Immunschutz gegen das Coronavirus hat, greifen Kontaktbeschränkungen. Ein Haushalt darf sich mit maximal zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen, sobald eine ungeimpfte Person dabei ist. Kinder bis zwölf Jahre, Begleitpersonen von Menschen mit Behinderungen und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, bleiben dabei unberücksichtigt.

Ob und wie das kontrolliert werden kann, ist bislang unklar. Empfohlen werden nicht mehr als zehn Personen bei einem Treffen.

Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen begrenzt

Soll die private Party etwas größer werden und hat Veranstaltungscharakter, dann gilt in geschlossenen Räumen 2G - Zutritt also nur für Geimpfte und Genesene. Die Teilnehmerzahl ist auf 50 begrenzt, unter freiem Himmel sind 100 Personen möglich. In sogenannten Hotspotregionen mit Inzidenzen oberhalb der 1.000er- und 1.500er-Marke sind weniger Teilnehmer erlaubt. Öffentliche und kulturelle Veranstaltungen dürfen in geschlossenen Räumen mit maximal 40 Prozent Auslastung stattfinden, unter freiem Himmel mit der Hälfte der möglichen Gästezahlen. Bei Sportveranstaltungen sind keine Zuschauer erlaubt.

In Thüringen gelten bereits strenge Corona-Regeln - beispielsweise haben nur Geimpfte und Genesene Zugang zu verschiedenen Geschäften. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Gottesdienste zu Heiligabend und Weihnachten

Bei religiösen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt 3G, Zutritt haben also Geimpfte, Genesene und Menschen mit aktuellem negativem Testnachweis. Darüber hinaus können die Gemeinden aber noch weitere Regeln festlegen. Eine Übersicht, wo Corona-Schnelltests möglich sind, haben wir hier zusammengestellt.

Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene geplant

Ab dem 28. Dezember sollen in Thüringen neue Kontaktbeschränkungen greifen, die dann alle betreffen: Ungeimpfte wie Geimpfte und Genesene. Das kündigte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Mittwoch an. Bei Zusammenkünften sollen dann nur noch maximal zehn Personen erlaubt sein. Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren sollen dabei nicht mitgezählt werden.

Kein Feuerwerk an Silvester

Auch für Silvester gibt es Vorgaben. So ist Feuerwerk im öffentlichen Raum verboten, im privaten Bereich wird lediglich empfohlen, darauf zu verzichten. Pyrotechnik darf nicht verkauft werden. Veranstaltungen an öffentlichen Plätzen zum Jahreswechsel sind untersagt.

Testpflicht entfällt für Geboosterte

Für Menschen mit einer Booster-Impfung - Menschen, die bereits eine dritte Corona-Impfung erhalten haben - entfällt in 2G+-Bereichen die Testpflicht ab dem 15. Tag nach der Auffrischungsimpfung. Für einen Besuch im Fitnessstudio nach Weihnachten ist für Geboosterte demnach kein tagesaktueller Test nötig. Gesundheitsministerin Werner hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Bundesländer bei den 2G+-Ausnahmen eine einheitliche Regelung finden sollten.

Ausgangssperre und Sperrstunde

Für Menschen, die nicht geimpft oder von Covid-19 genesen sind, bleibt es bei der nächtlichen Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Ausnahmen gibt es unter anderem bei Notfällen oder für eine späte Runde mit dem Hund. Nach der Familienfeier noch ein Kneipenbesuch? Dafür gilt: ab 22 Uhr ist Schluss, danach gilt eine Sperrstunde. Nur Geimpfte und Genesene dürfen in die Restaurants und Kneipen, die als Gaststätten geführt werden. Clubs, Bars und Diskotheken dürfen gar nicht erst öffnen.

Strengere Regeln für Hoch-Inzidenzgebiete

Überschreitet die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen den Schwellenwert von 1.000 oder 1.500, treten automatisch am zweiten Tag danach schärfere Regeln in Kraft.

Unter anderem werden dann der Alkoholausschank eingeschränkt und FFP2-Masken etwa in Geschäften oder bei öffentlichen Veranstaltungen zur Pflicht. Ab einer Inzidenz von 1.000 gilt 2G+ unter anderem in Gaststätten, bei Veranstaltungen und bei körpernahen Dienstleistungen. Übersteigt die Inzidenz den Wert von 1.500 müssen etwa Gaststätten und Solarien schließen und werden kulturelle Veranstaltungen untersagt. Werden die Schwellenwerte sieben Tage lang unterschritten, werden die schärferen Regeln wieder außer Kraft gesetzt.

Noch nicht alle Hotspot-Kreise haben strengere Regeln

Einige Regionen haben ihre Verfügungen bereits angepasst. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hat in der vergangenen Woche etwa eine Verfügung vorgelegt, die sich an den Maßgaben für eine Inzidenz von mehr als 1.000 orientiere, sagte Werner.

Zahlreiche Corona-Patienten in andere Bundesländer verlegt

Die Ministerin betonte, die Situation sei weiterhin besorgniserregend, das Gesundheitssystem stark belastet. Obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen zuletzt wieder sank, ist der Freistaat weiterhin das Bundesland mit dem deutschlandweit stärksten Infektionsgeschehen. So mussten wegen überlasteter Krankenhäuser in Thüringen bislang 20 Intensivpatienten über das Kleeblatt-Prinzip in andere Bundesländer verlegt werden (Stand: 21.12.2021.

Auch Lockerungen seit Montag

Einige Corona-Regeln werden ab Montag auch gelockert. Der Zugang zu medizinischen Reha-Angeboten wird etwa erleichtert. Hier haben künftig auch wieder Ungeimpfte Zutritt, wenn sie negativ getestet sind. Gartenmärkte werden Baumärkten gleichgestellt, so dass hier auch wieder alle einkaufen dürfen.

Mehr zum Thema Corona in Thüringen

Quelle: dpa/MDR(jn/fno)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Dezember 2021 | 15:00 Uhr