Corona-Pandemie Flächendeckende Schnelltests an Schulen in Thüringen erst nach Ostern

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter rechnet damit, dass es erst nach Ostern flächendeckend Schnelltests an Schulen geben wird. Es müssten noch Details geklärt und eine Strategie entwickelt werden.

Schnelltest
Schülerinnen und Schülern soll pro Präsenzwoche ein freiwilliger Schnelltests zur Verfügung stehen. Bildrechte: imago images/Martin Wagner

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter rechnet damit, dass es erst nach Ostern flächendeckend Schnelltests an Schulen geben wird. "Bei der Beschaffung dieser Schnelltests müssen noch verschiedene Details geklärt werden", sagte er in der "taz". Zum einen sei noch nicht klar, welche Rolle der Bund bei der Bestellung spiele. Zum anderen müsse das Land Thüringen eine eigene Teststrategie festlegen.

Empfehlung: Tests unter Aufsicht durchführen

Auch muss laut Holter geprüft werden, mit welchen Produkten sich auch jüngere Schulkinder problemlos selber testen können - oder ob man die Testungen lieber unter schulischer Aufsicht lassen soll. Weil Tests unter Aufsicht bei Schülerinnen und Schülern zuverlässiger seien, empfiehlt Holter aber diese.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, Schulkinder pro Präsenzwoche einen freiwilligen Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Flächendeckende Schnelltests sind für Holter jetzt sehr wichtig. Die hohen Inzidenzwerte müssten schnell sinken.

Lehrerverband fordert flächendeckende Schnelltests

Der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbands Rolf Busch reagierte auf die Äußerungen Holters und pocht auf flächendeckende Schnelltests an Schulen bevor weitere Schüler in die Schulen zurückkehren.

Zudem spricht er sich für eine verpflichtende Teststrategie aus. Freiwillige Testmöglichkeiten würden nicht umfassend genutzt. Das berichtet auch die Landesschülervertretung. Sie appelliert an alle Schüler, Testmöglichkeiten wahrzunehmen, sobald diese verfügbar sind.

"POC-Tests" für jüngere Schüler nicht geeignet

Landeselternsprecherin Claudia Koch stimmt Holter zu, dass erst geprüft werden muss, welche Tests für jüngere Schulkinder in Frage kommen. Aus ihrer Sicht sind die derzeit verwendeten "POC-Tests" für jüngere Schüler nicht geeignet. Die Teststäbchen müssten zu tief in Nase oder Rachen eingeführt werden. Möglich seien aus ihrer Sicht aber sogenannte Gurgel- oder Lutsch-Tests. Von wem und ob das Testen beaufsichtigt werden soll, ist ebenfalls ungeklärt. Lehrer dürften dafür nicht auch noch zuständig sein, sagte Busch.

Der Unstrut-Hainich-Kreis hatte am Freitag angekündigt, Schnelltests an Grundschulen schon ab der kommenden Woche ermöglichen zu wollen. Der Kreis stünde mit 50.000 Tests in den Startlöchern, sagte Landrat Harald Zanker. Es müssten aber noch Finanzierungsfragen mit der Landesregierung geklärt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 05. März 2021 | 18:00 Uhr

11 Kommentare

Critica vor 5 Wochen

Beobachter, Sie müssen lesen und auch verstehen.
Es ist peinlich, dass Aldi schneller ist als die Politik.
Wie ich damit umgehe, davon steht kein Wort.

Soraja vor 5 Wochen

Gab es bis jetzt keine Zeit, eine Teststrategie zu entwickeln? Es ist immer weniger zu verstehen, dass jedesmal erst angefangen wird nachzudenken, wenn es eigentlich schon losgehen könnte. Man hat hier an der Basis nicht mehr das Gefühl, dass es auf Entscheidungsebene irgendjemanden gibt, der vorausschauend, auf zeitnahe Lösungen orientiert und die Nöte der einzelnen Bürger ernst nehmend sein verantwortungsvolles Amt ausfüllt.

Frank 1 vor 5 Wochen

Ach so? Tönte ein gewisser Herr Spahn diese Woche doch vollmundig, es sind genügend Tests vorhanden! Man könnte schreien, vor Wut über diese Chaoten. Hier weis die linke Hand nicht was die rechte Hand tut.

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