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Wegen der Corona-Pandemie sollen Prüfungen an den Schulen in Thüringen erleichtert werden. Bildrechte: dpa

CoronaWegen Pandemie: Weniger Prüfungen und kein Sitzenbleiben an Thüringer Schulen geplant

von MDR THÜRINGEN

Stand: 21. Januar 2022, 17:12 Uhr

Distanzunterricht, Quarantäne, geschlossene Schulen: Wegen den Folgen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb sollen die Prüfungen an Thüringer Schulen auch in diesem Jahr erleichtert werden. Die Schüler sollen außerdem automatisch in die nächste Klassenstufe versetzt werden. Bildungsminister Holter stellte die Pläne einer sogenannten "Abmilderungsverordnung" am Freitag im Bildungsausschuss vor.

Schülerinnen und Schülern in Thüringen sollen wegen der Corona-Pandemie das dritte Jahr in Folge die Prüfungen erleichtert werden. Zudem soll das Sitzenbleiben ausgesetzt werden. Das sieht die sogenannte "Abmilderungsverordnung" vor, die Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Freitag im Bildungsausschuss des Landtags vorgestellt hat.

Erste Pläne des Bildungsministeriums sehen je nach Schulart unter anderem eine Reduzierung von Prüfungen, mehr Auswahl bei den Aufgaben oder längere Vorbereitungszeiten vor, teilte das Ministerium am Freitag mit. Die Verordnung, die es bereits in den zurückliegenden Corona-Jahren gab, soll voraussichtlich im März im Bildungsausschuss abschließend beraten werden.

Holter: Schüler sollen keine pandemiebedingten Nachteile haben

Bildungsminister Holter begründete die Pläne mit den Folgen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb - wie Distanzunterricht, Quarantäne, geschlossene Schulen. Die Kultusministerinnen und Kultusminister von Bund und Ländern seien sich einig, dass die Schüler keine pandemiebedingten Nachteile haben sollten.

Abschlüsse und Abschlussprüfungen werden selbstverständlich als gleichwertig gegenseitig unter den Ländern anerkannt, ohne das Anspruchsniveau abzusenken.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke)

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter hat die Pläne für den Schulbetrieb am Freitag vorgestellt. Bildrechte: imago/Jacob Schröter

Weniger Prüfungen, längere Vorbereitungszeit

Sowohl bei der Abiturprüfung, als auch beim Realschulabschluss und der sogenannten besonderen Leistungsfeststellung müssen nur noch drei von den Schülern ausgewählte, anstatt der sonst vorgeschriebenen vier Prüfungen absolviert werden. Abiturienten sollen außerdem aus mehr Prüfungsaufgaben wählen können und mehr Vorbereitungszeit bekommen.

Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4, 6 und 8 rücken automatisch in die nächsthöhere Stufe auf. Es sei denn, sie entscheiden sich freiwillig dafür, die Klassenstufe zu wiederholen. Bis zum 15. Juni können dementsprechende Anträge gestellt werden.

Bis zur 8. Klasse sollen keine Versetzungsentscheidungen getroffen werden. Schülerinnen und Schüler können aber freiwillig beantragen, eine Klasse zu wiederholen. Bildrechte: dpa

CDU und AfD kritisieren automatische Versetzung

Kritik an diesem Punkt gibt es von CDU und AfD. Manchen Kindern werde mit der automatischen Versetzung kein Gefallen getan, heißt es aus beiden Fraktionen. Zustimmung zu der Verodnung gibt es von der FDP und der Landeselternvertretung. Die Jahrgänge, die jetzt ihre Abschlussprüfungen ablegen, waren laut Sprecherin Claudia Koch in den letzten Jahren besonders stark von den Folgen der Pandemie betroffen.

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Quelle: MDR(fno)/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Januar 2022 | 17:00 Uhr