Bildung 71 Angriffe auf Lehrerinnen und Lehrer seit Jahresbeginn wegen Corona-Auflagen an Schulen

Beleidigt, bedroht, attackiert: Seit Jahresbeginn sind in Thüringer Schulen immer wieder Lehrerinnen und Lehrer im Zusammenhang mit geltenden Corona-Regeln angegriffen worden.

In Thüringen hat es in diesem Jahr bislang 71 nachweisliche Angriffe auf Lehrerinnen und Lehrer im Zusammenhang mit den Corona-Auflagen an Schulen gegeben. Das sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) in einer Sitzung des Bildungsausschusses am Freitag im Landtag.

Demnach wurden die Lehrer entweder beleidigt, bedroht und beschimpft oder sogar körperlich angegriffen. Insgesamt gab es laut Holter von Anfang Januar bis Mitte Mai dieses Jahres 85 sogenannte besondere Vorkommnisse, bei denen entweder Lehrerinnen, Lehrer oder die Schulleitung beleidigt und attackiert wurden.

Kontroverse Debatte im Bildungsausschuss

Die von Holter vorgestellten Zahlen führten im Bildungsausschuss zu einer kontroversen Debatte. Nach Angaben des Ausschussvorsitzenden Torsten Wolf von der Linken bezeichnete der AfD-Abgeordnete Uwe Thrum die Angriffe als bedauerlich. Sie seien aber eine Reaktion auf die Pandemie-Auflagen von Bund und Land.

Die anderen Fraktionen kritisierten Thrum scharf. Sie warfen ihm vor, die Angriffe auf Lehrer zu legitimieren. Im Lauf der Debatte wurde Thrum das Wort entzogen. Astrid Rothe-Beinlich von den Grünen sagte MDR THÜRINGEN, hier finde eine Täter-Opfer-Umkehr statt, die ihr Angst mache.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Mai 2021 | 07:00 Uhr

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