Nach den Ferien Debatte um Corona-Selbsttests an Schulen in Thüringen

Ab Montag, dem 12. April, können sich Schüler in Thüringen zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen - freiwillig. Doch mittlerweile gibt es auch die Forderung nach einer Testpflicht, wonach nur negativ getestete Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen dürften. Bildungsminister Helmut Holter hat in einem Brief an Eltern und Schüler den Corona-Fahrplan für den Rest des Schuljahres umrissen.

SARS-CoV-2 Antigentest im Klassenzimmer Themenbild
Schüler in Thüringen können sich ab Montag per Selbsttest zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen. Bildrechte: imago images/Eibner

In Thüringen ist die Debatte um eine Testpflicht an Schulen in vollem Gange. Das Bildungsministerium hat angekündigt, dass die Schüler nach den Osterferien die Möglichkeit bekommen, sich zweimal pro Woche mittels Selbsttests auf das Coronavirus zu testen. Die Tests seien aber freiwillig.

Der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), plädiert dafür, Schulen nur für negativ getestete Schülerinnen und Schüler zu öffnen. Auch der Bürgermeister von Schmölln (Altenburger Land), Sven Schrade (SPD), hatte dies gefordert. Andernfalls müssten die Schüler online am Unterricht teilnehmen. In einem offenen Brief an Bildungsminister Helmut Holter (Linke) schrieb Schrade, freiwillige Tests seien kein sicherer Weg.

Sind Sie für eine Coronavirus-Testpflicht an Thüringer Schulen?

Sicherheitsabfrage

Bitte geben Sie folgende Zahlen ein:

Bildungsminister: "Über Betretungsverbote oder eine Testpflicht nachdenken"

Holter hatte in einem Brief an Eltern und Schüler klargestellt, dass auch Schüler, die sich nicht testen lassen wollen, weiterhin am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. "Ich möchte aber auch offen ankündigen: Falls sich in den kommenden Wochen nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler beteiligen, müssen wir über Betretungsverbote oder eine Testpflicht nachdenken", schreibt Holter.

Online-Unterricht bleibt

Im Brief erklärte Holter auch den weiteren Fahrplan für das laufende Schuljahr in Thüringen. Das Bildungsministerium geht davon aus, dass bis zum Schuljahresende der Unterricht in Teilen auch weiterhin im Distanzunterricht, für die Schüler also online von zu Hause aus, stattfinden muss. Holter ist jedoch zuversichtlich: "Die Thüringer Schulen haben große Schritte gemacht, um auch in der Distanz gut und zuverlässig zu unterrichten." In Einzelfällen können Schüler auch freiwillig in den Distanzunterricht wechseln.

Zusätzlich zu den Selbsttests unter Aufsicht der Lehrer sollen die bisherigen Schutzmaßnahmen in den Schulen - wie die Einhaltung des Mindestabstands, Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und regelmäßiges Lüften - nach wie vor gelten.

Abschlussprüfungen trotz Pandemie

Am Donnerstag entschieden die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr stattfinden sollen. "Als Kultusministerinnen und Kultusminister sehen wir es als unsere Aufgabe, Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben und uns dafür einzusetzen, ihnen - soweit es geht - ihre Lebenswelt zurückzugeben", beschlossen die Minister nach stundenlangen Beratungen.

Alle Schüler sollen einen Schulabschluss machen können, stellte Holter zuvor klar. "Es bleibt für mich Verpflichtung, dass alle Schülerinnen und Schüler auch am Ende dieses Schuljahres einen qualitativ hochwertigen, anerkannten Schulabschluss erreichen oder erfolgreich ihre Bildungslaufbahn fortsetzen können", schreibt er.

Dafür sei ein "Paket zur Abmilderung der Prüfungsmodalitäten" erarbeitet worden. Was das im Detail heißt, darauf ging der Bildungsminister zunächst nicht ein. Am 12. April soll der Schulbetrieb in Thüringen nach den Ferien wieder starten. Bislang liegen noch nicht aus allen Landkreisen Informationen vor, in welchen Regionen die Schulen öffnen. So bleiben die Einrichtungen beispielsweise in der Wartburgregion, in Gera und im Saale-Orla-Kreis vorerst geschlossen.

Corona-Tests in Sachsen bereits verpflichtend

Im Nachbarbundesland Sachsen gilt bereits eine Testpflicht an Schulen. Laut sächsischer Corona-Schutzverordnung müssen alle Personen, die das Schulgelände betreten, einen negativen Corona-Test nachweisen

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. April 2021 | 19:00 Uhr

134 Kommentare

Simone vor 1 Wochen

Wie kommen si edarauf, dass Mediator keine Belege gebracht hat. Die Aussagen führender Intensivmediziner zählen für einen Menschen der sich wie sie von Fakten losgelöst hat wohl kaum.

Die angeblich so üppigen Reserven waren teuer erkauft durch Aussetzung aller sonstigen Operationen und auch diese Reserven schrumpften zusehends. Glauben sie, dass ohne Lockdwonmaßnahmen die Infektionszahlen gebremst oder gar verringert worden wären?

Ansonsten gilt, dass man diese Pandemie nicht mit einer einzigen Kennzahl beschreiben kann wie sie es versuchen. Erinnern sie sich noch an den Verdoppelungswert? Von dem redet heute auch kein MEnsch mehr, weil er nur bei geringen Fallzahlen eine Bedeutung hatte. Im März 2020 gab es nur sehr wenige Infizierte in Deutschland und dennoch ist deren Zahl in der ersten Welle massiv angestiegen - trotz Lockdownmaßnahmen. Was glauben sie wohl wie es ohne gewesen wäre.

Simone vor 1 Wochen

Komisch, dass immer die Leute die hier rassistische Sprüche raushauen und einer Unter Rechtsextremismusverdacht stehenden Partei bei jeder Schweinerei die Treue halten hier von Nazimethoden reden. Von was man da wohl ablenken will?

Ansonsten ist ein Betretungsverbot für einen Tag in der Schule, nachdem ein zuverlässiger und amtlich zugelassener Test eine Infektion mit einem potentiell tödlichen Virus angezeigt hat wohl für jeden rational denkenden Menschen nachvollziehbar. Das Coronaleugner und alternative Querdenker nicht rational denken, dass ist dann der Umkehrschluß.

Quarantäne hat übrigens nichts mit Sippenhaft zu tun, denn bei einer Quarantäne werden enge Kontaktpersonen isoliert, bei denen man von einer Übertragung des Virus ausgehen kann. Es handelt sich also um eine begründete Absonderungsmaßnahme mit staatlichem Lohnausgleich usw.

Was Sippenhaft ist, dass sollte man als Rechter eigentlich wissen. Dabei geht es um die Haft völlig unschuldiger Menschen durch eine Diktatur.

Mediator vor 1 Wochen

@Freies Moria:
Ich kenne genügend Corona Fälle in meiner persönlichen Umgebung. Diese reichen vom 60 jährigen Familienvater der verstorben ist über etliche Arbeitskollegen und deren Familienangehörige. Auch Kinder sind darunter und einige leiden unter Spätfolgen. Googeln sie doch einfach einmal selbst, wenn sie keine ideologischen Hinderungsgründe haben:

Stichwort:
- PIMS - Wenn ein Kind schwer an Corona erkrankt - Dlf
- Corona: Experten fürchten Zunahme der Erkrankungen
- Coronavirus: Wenn gesunde Kinder schwer an Covid-19 erkranken

die Zahl der Publikationen ist lang!

Mehr aus Thüringen