Corona-Pandemie Land lehnt Modellprojekte fürs Shopping vorerst ab

Weimar, Erfurt und der Kreis Sonneberg wollen mit speziellen Konzepten die Öffnung von mehr Geschäften und Freizeiteinrichtungen unter Corona-Bedingungen ermöglichen. Doch es müssen noch Bedingungen erfüllt werden.

Das Schillerhaus in Weimar spiegelt sich in der Glastür eines coronabedingt geschlossenen Geschäfts in Weimar.
Das Schillerhaus in Weimar spiegelt sich in der Glastür eines coronabedingt geschlossenen Geschäfts in Weimar. Bildrechte: MDR/Sascha Mönch

Weimar, Erfurt und der Kreis Sonneberg müssen ihre Konzepte fürs Einkaufen unter Corona-Bedingungen nachbessern. Das Gesundheitsministerium hat die Modellprojekte abgelehnt. Erfurt soll nach Informationen von MDR THÜRINGEN noch bei der Nachverfolgung von Kontakten nachbessern, der Landkreis Sonneberg und Weimar erhielten Checklisten mit insgesamt elf Punkten, die noch zu klären sind. So dürfen Geschäfte nur an maximal fünf Tagen öffnen. Voraussetzung ist, dass der Inzidenzwert eine Woche lang unter 100 liegt.

Hinweisschilder zu Coronaregeln in einem Laden in Erfurt
Hinweisschilder zu Coronaregeln in einem Laden in Erfurt Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Dies ist nicht grundsätzlich als Absage zu verstehen, wir sind grundsätzlich offen für derartige Modellprojekte.

Silke Fließ, Sprecherin des Thüringer Gesundheitsministeriums

Kreis Sonneberg will neues Konzept erarbeiten

Der Landkreis Sonneberg will trotz der ersten Absage aus dem Gesundheitsministerium an seinem Modellprojekt festhalten. Darauf hätten sich die Kreisverwaltung und die Kommunen in einer Telefonkonferenz verständigt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Dienstag. Eine Arbeitsgruppe soll bis Ende der Woche ein neues Konzept erarbeiten. Die Stadt Erfurt hält an ihren Plänen fest, erstmals am 26. und 27. März die Geschäfte für eine begrenzte Anzahl an Kunden zu öffnen. Es werde jetzt das nachgebessert, was das Land verlange, sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein.

Nordhausens Landrat Matthias Jendricke sagte, das Land müsse selbst noch Fragen klären, etwa zu Lizenzen zur Luca-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung. Die Stadt Erfurt kritisierte die strengen Regeln zur Kontaktnachverfolgung. Sie würden Menschen ohne Smartphone ausgrenzen. Außerdem sei nicht verständlich, warum auch die Kontakte von negativ Getesteten verfolgt werden müssen.

Weimar hält an Modell fest - und bessert nach

Die Stadt Weimar hält derweil an ihrem Modell für vorzeitige Ladenöffnungen fest. Nach der Absage des Landes werde nachgebessert, teilte Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) am Dienstag mit. Alle Vorgaben würden eingearbeitet. So darf der Modellversuch unter anderem nur fünf Tage dauern. Das werde nun auch für Weimar umgesetzt, verschiebe den Projektversuch allerdings weiter nach hinten.

In Rücksprache mit den Innenstadthändlern habe man sich auf Ladenöffnungen zwischen dem 29. März und 3. April verständigt. Zudem verpflichte sich Weimar zur digitalen Kontaktnachverfolgung. Das Testkonzept sieht vor, dass nur Menschen mit negativem Corona-Test bzw. zwei Impfungen die Läden betreten dürfen. Er sei fest entschlossen, den Einkaufstest durchzuführen, sagte der Oberbürgermeister wörtlich. Das Modellkonzept sei nachgebessert worden und werde noch am Dienstag beim Gesundheitsministerium eingereicht.

Weimar wollte ursprünglich ab dem 22. März Museen, Galerien, Theater und Kinos wieder öffnen und Außengastronomie zulassen. Die Stadt hatte geplant, sich bei der Entscheidung, ob geöffnet werden darf, nicht nur am Inzidenzwert orientieren, sondern auch an der Zahl der mit Corona-Patienten belegten Krankenhausbetten. Erfurt wollte bereits ab diesem Freitag das Einkaufen für Menschen mit negativen Coronatest erlauben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. März 2021 | 07:00 Uhr

37 Kommentare

SiSa vor 4 Wochen

Das ist alles so was von nicht nachvollziehbar...ich darf mir keine neuen Schuhe kaufen gehen..und nein das hat nix mit Konsum Wahnsinn zu tun...meine gerade im November gekauften wanderschuhe, Markenschuhe und nicht billig,haben bereits nach 3 Monaten einen Defekt. Umtausch gerade nicht möglich. Neu kaufen...Auch nicht..ohne anprobieren no go...kinder schuhe mehrere Paare bestellt, keins passt. Immer Vorkasse und dann umsonst. Dem Händler tut das auch keinen Gefallen...Fazit zum schuhe kaufen sollen wir 40 Quadratmeter pro Kunden benötigen...Donnerstag früh um 10 Uhr km Kaufland..da hat man nicht mal 5 Quadratmeter für dich alleine. Geschweige denn einen Einkaufswagen ohne vorher in der Schlange zu stehen..also schuhe kaufen ist gefährlich und demnächst kann man das auch kur mir negativ Test aber Lebensmittel einkaufen gehen ist weiterhin "nicht gefährlich " und benötigt keinen Test vorab...denkt da eigentlich mal irgend einer von denen über so einen Schwachsinn nach???Sorry es reicht

knarf2 vor 4 Wochen

Sonnenseite:Meine ich nicht!Warum Sie so auf die plumpe Art kommen ist Ihre Sache und nicht auf meinen Kommentar eingehen.Also noch viel Spaß bei der Nichtbeachtung der Realität.

vhil vor 4 Wochen

qmartin: ja, ist sicher etwas plagativ. Eigentlich ist es aber komplett Ländersache und für die MP-Konferenz mit schon vorab veröffentlichten Konzepten... Das spricht halt nicht gerade für eigenständige Entscheidungen in den Ländern. Ich hätte mir z.B. gewünscht, dass ein Bundesland auch mal den schwedischen Weg einschlägt um praktisch aufzuzeigen, ob der Lockdown-Weg tatsächlich so alternativlos ist, oder aber sehr viele Test, aber keine Entscheidungen auf Basis dieses zweifelhaften Insidenzwert.

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