Statistik Corona-Jahr: Höhere Sterblichkeit 2020 in Thüringen

Ein Blick auf die Sterbestatistik zeigte in den letzten Wochen 2020 einen klaren Anstieg der Todesfälle. Jetzt bestätigt sich: Allein wegen des Dezembers liegt die Sterbezahl für 2020 über dem Durchschnitt.

Zahlreiche Särge stehen in einem Krematorium
Im Dezember 2020 gab es deutlich mehr Tote als üblich. Bildrechte: dpa

Im Jahr 2020 sind in Thüringen mehr Menschen gestorben als in den Jahren zuvor. Das geht aus der vorläufigen Sterbefallstatistik für 2020 hervor, die das Statistische Landesamt am Freitag veröffentlichte. Demnach wurden 3,3 Prozent mehr Sterbefälle als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 verzeichnet. Insgesamt starben 30.123 Menschen. In den vier Jahren 2016 bis 2019 waren es jeweils im Schnitt 29.173.

Die Steigerung geht dabei allein auf die Sterbefälle im Dezember zurück. Bis Ende November war trotz der Corona-Pandemie keine erhöhte Sterblichkeit feststellbar.

Sterblichkeit: 40 Prozent Anstieg im Dezember

Im Dezember stiegen die Todesfälle in Thüringen in der gesamten Bevölkerung um fast 40 Prozent an, bei den über 80-Jährigen sogar um rund 60 Prozent. Aussagen zu den Gründen für diese erhöhte Sterblichkeit im Gesamtjahr und insbesondere im Dezember machten die Statistiker nicht. Klar ist aber: Im Dezember stieg auch die Zahl der Verstorbenen in Zusammenhang mit Corona sprunghaft an.

Unterschiede in den Altersgruppen

Über das Jahr gesehen gab es 2020 lediglich bei den über 80-Jährigen durchweg eine höhere Sterblichkeit. Insgesamt starben in dieser Altersgruppe 17.684 Menschen. Das waren laut Landesamt 1.734 (10,9 Prozent) mehr als im Vergleichszeitraum. Diese Altersgruppe weist auch die höchste Zahl an Corona-Verstorbenen auf.

Gleichzeitig starben im vergangenen Jahr rund sieben Prozent weniger Menschen unter 65 als im Vergleichszeitraum. Auch bei den 65- bis unter 80-Jährigen gab es weniger Tote. Die Zahl sank 2020 um 5,3 Prozent. Allerdings sticht hier wieder der Dezember hervor: Im letzten Monat des Jahres gab es 2020 bei den 65- bis 80-Jährigen 21 Prozent mehr Tote als in den Vorjahren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Januar 2021 | 17:00 Uhr

12 Kommentare

Ritter Runkel vor 10 Wochen

Das eine ist Übersterblichkeit, das andere ein positiver PCR-Test in den letzten 28 Tagen, das sind verschiedene Werte.
Sinnvoll ist eine Definition wie bei der Influenza, die Übersterblichkeit im Winter zu vergleichen.
Dazu muss erst dieser abgeschlossen und jeder Winter separat gewertet werden. Dann können Sie es mit der Berechnung der Influenza vergleichen.
Der Winter 2019/2020 war ungewöhnlich mild, der jetzige 2020/2021 gehört jetzt schon zu den Heftigeren.

Ritter Runkel vor 10 Wochen

@Jana
Ich denke auch die tägliche Berichterstattung in den Medien hat seinen Teil dazu beigetragen, dass 54 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern sind, Quelle: ARD-Deitschlandtrend .
Die 7-Tagesinzidenz sagt eigentlich relativ wenig aus, zum Beispiel ist entscheidend, ob ich das Meldedatum oder das Testdatum für die Statistik heranziehe usw.

Ritter Runkel vor 10 Wochen

@MDR THÜRINGEN ONLINE
Ich finde den Artikel und das Foto für sie schon sehr bezeichnend.
Wieso wird von ihnen nicht über den neusten ARD-Deitschlandtrend berichtet? Aktuell sind 54 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern.

Mehr aus Thüringen