Corona-Impfungen Parteien in Thüringen gegen Strafen für Impfschwänzer

In Thüringen stößt die Forderung nach Strafen für Corona-Impfschwänzer auf Ablehnung. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte MDR THÜRINGEN am Montag, sie setze auf Aufklärung und das Verantwortungsgefühl der Menschen. Ziel sei, durch Informationen zur Corona-Schutzimpfung zu ermutigen. Laut Werner ist in Thüringen die Zahl der so genannten Impfschwänzer niedrig. In den ersten drei Juni-Wochen wurden demnach von 185.000 Impfterminen nur etwa zwei Prozent nicht eingehalten.

Die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) vor einem Stapel von Paketen im Thüringer Pandemielager.
Verweist auf geringe Quote nicht eingehaltener Impftermine: Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christoph Zippel, sprach sich gegen Strafen aus. Es häuften sich zwar die Fälle, bei denen Impfstoff wegen nicht wahrgenommener Termine entsorgt werden müsse. Aber es sei besser, beim Impfen auf Freiwilligkeit zu setzen. Dann sei die Aktzeptanz höher.

Laut Zippel könnten zudem mehr mobile Impfteams eingesetzt werden, um mehr Menschen vor Ort zu erreichen. Ähnlich argumentierte die Gesundheitsexpertin der SPD, Cornelia Klisch. Ihren Angaben zufolge wäre zudem mit einer Strafe ein großer bürokratischer Aufwand verbunden.

Anke Mühlberg (l), Mitarbeiterin eines Kindergartens, bekommt von Sylvia Baumbach im Impfzentrum Apolda ihre Corona-Schutzimpfung mit dem Mittel von AstraZeneca.
Eine Frau lässt sich in Apolda gegen Corona impfen. Bildrechte: dpa

Aufklärung statt Bußgeld

Die Gesundheitspolitikerin der Grünen, Babett Pfefferlein, sagte, Bußgelder würden nicht weiterhelfen. Besser sei es, die Menschen mit Worten zu überzeugen, dass eine Impfung helfen könne, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Auch nach Ansicht der gesundheitspolitischen Sprecherin der Linken, Karola Stange, sind noch viele Menschen beim Thema Impfen verunsichert. Gerade wegen der Diskussionen um den Impfstoff von Astrazeneca. Bußgelder seien hier Quatsch, so Stange. Am vergangenen Wochenende hatte mehrere Bundespolitiker und Vertreter des DRK Bußgelder für Impfschwänzer gefordert.

ASTRAZENECA 7 min
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Exakt Mi 21.04.2021 20:15Uhr 06:58 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Juli 2021 | 17:30 Uhr

4 Kommentare

part vor 11 Wochen

Wenn ich einen Termin beim Arzt habe und ich pünktlich erscheine, dann bedeutet dies noch nicht das ich nicht eine längere Wartezeit einplanen muss, obwohl dies nicht so sein sollte, denn Termin ist Termin. Leider lassen uns die Journalisten darüber im Unklaren, wie lang die Wartezeiten bei Impfterminen aussehen, den jeder Medaille hat zwei Seiten. Kann es sein das manche Wartende abgeschreckt wurden von langen Schlangen und zusammen gebrochenen Betriebssystemen?

helmut57 vor 11 Wochen

Ich glaube, Strafen bei nicht eingehaltenen Impftermin, wäre der falsche Weg. Das Impfen ist eine freiwillige Sache und noch 3 Minuten vor der eigentlichen Impfung kann man sich umentscheiden. Wollen wir für die Impfung weiter Werbung betreiben, um für den Herbst gut gewadmet zu sein. Wir alle haben dadurch nur Vorteile.

Critica vor 11 Wochen

Gut so. Aber die Thüringer Parteien legen sich dann mit dem Coronapapst Prof. Dr. Dr. Dr. Lauterbach an. :)
Aber man muss auch mal Rückgrat zeigen.
Ich bin gespannt, welche Strafen sich Prof. Dr. Dr. Dr. Lauterbach für Impfverweigerer ausdenkt.

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