Covid-19 Regelmäßige Corona-Tests für Krankenhäuser und Pflegeheime

Nach der neuen Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums werden ab Donnerstag bundesweit Corona-Schnelltests für Krankenhäuser und Pflegeheime zur Verfügung gestellt. Die Reaktionen in Thüringen auf die Ankündigung fallen gemischt aus.

Proben von Patienten für die Virus-Diagnostik
Statt aufwendiger PCR-Tests sollen in der Breite die relativ unkomplizierten Antigen-Schnelltests zum Einsatz kommen. Bildrechte: dpa

Die neue Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht vor, ab Donnerstag Personal, Bewohner, Patienten und Besucher von Pflegeheimen und Krankenhäusern regelmäßig auf das Corona-Virus zu testen. Dafür sollen sogenannte Antigen-Schnelltests den Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise soll ein Ausbreiten des Virus in Risikogruppen verhindert werden.

Monatliche Testkontingente pro Einrichtung

Der Verordnung zufolge erhalten die Einrichtungen ein monatliches Kontingent an Tests abhängig ihrer Größe. Pflegeheimen beispielsweise steht ein monatliches Kontingent von bis zu 50 Tests pro Monat und Bewohner zur Verfügung. Eine Einrichtung mit 80 Bewohnern kann also maximal 4.000 Tests im Monat im Rahmen ihres eigenen Hauskonzepts nutzen, um Besucher, Personal oder Bewohner zu testen.

Allerdings ist die Ausgangssituation je nach Einrichtung verschieden: So haben Krankenhäuser einen sehr viel größeren "Durchfluss" an Personal, Patienten und Besuchern als die vergleichsweise "statischen" Pflegeheime. All das wirkt sich darauf aus, wer wie oft und unter welchen Bedingungen getestet wird.

Thüringer Reaktionen auf die Testverordnung

Stephan Breidt, Sprecher der Thüringen-Kliniken "Georgius Agricola" in Saalfeld, nennt die neue Test-Strategie eine "großartige Sache". Allerdings erfordere es mehr Zeit, diese auch im Klinikalltag praktisch umzusetzen. Die neuen Schnelltests würden mit Spannung erwartet, da die bisherigen nicht überzeugen konnten. Daneben denkt die Klinikleitung darüber nach, wegen der steigenden Infektionszahlen die Besucherregeln wieder einzuschränken.

Thüringer Heimbetreiber äußerten sich verhalten zur neuen Test-Verordnung. Es fehle noch an einer landesrechtlichen Umsetzung, so der Sprecher des DRK-Landesverbandes Dirk Bley. Vom Diakonieverbund Weimar/Bad Lobenstein hieß es: "Leider sind das bisher nur Ankündigungen." “

Als "überfällig" hingegen bezeichnete die Deutsche Stiftung Patientenschutz mit Sitz in Dortmund die neue Teststrategie. Über die Hälfte der Menschen, die mit Covid-19 gestorben seien, habe in Pflegeheimen gelebt, sagte Vorstand Eugen Brysch. Die Risikogruppe wohne hier auf engstem Raum zusammen.

Bisherige Antigen-Schnelltest mit durchwachsenen Ergebnissen

Ein Antigen-Schnelltest liefert Ergebnisse innerhalb einer halben Stunde. Bisher waren diese Tests nicht ausreichend sicher, wie es vom Thüringer Gesundheitsministerium hieß. Um dem entgegen zu wirken, will das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ebenfalls am Donnerstag eine Liste mit geeigneten Schnelltests veröffentlichen.

Diese seien einfacher anzuwenden und könnten auch außerhalb eines Labors, zum Beispiel in einem Seniorenheim, durchgeführt werden. Für alle bisher auf dem Markt etablierten Schnelltests sei geschultes, medizinisches Personal nötig. Fällt ein Antigen-Schnelltest positiv aus, muss er laut Verordnung durch einen sogenannten PCR-Test überprüft werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Oktober 2020 | 10:00 Uhr

1 Kommentar

kaiser77 vor 41 Wochen

Ich bin mal gespannt ob wirklich solche Tests gemacht werden. Meine Frau arbeitet in einem Krankenhaus sie ist bis heute noch nicht einmal getestet worden. Das finde ich einfach verantwortungslos!

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