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Testangebot und MaskenpflichtFür alle Thüringer Schulen gilt nach Herbstferien Warnstufe 2

von MDR THÜRINGEN

Stand: 19. Oktober 2021, 20:55 Uhr

In Thüringen sollen in allen Schulen nach den Herbstferien die Corona-Regeln der Warnstufe 2 gelten - mit Testangebot und Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler. Ein entsprechender Beschluss der Landesregierung stößt auf unterschiedliche Reaktionen.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Thüringen hat sich die Landesregierung auf einen Maßnahmenkatalog verständigt. Wie Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Anschluss an eine Beratung des Kabinetts sagte, werde es an allen Schulen im Freistaat nach den Herbstferien ein verbindliches Testangebot - zweimal pro Woche - geben. Dies entspreche der Corona-Warnstufe 2. Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft, genesen oder getestet sind, werden dann in gesonderten Lerngruppen unterrichtet.

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Die Regelung soll vorerst bis zum 25. November gelten. Dann läuft laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die "epidemischen Lage nationaler Tragweite" aus. Um eine mögliche Anschlussregelung des Bundestags abzuwarten, soll in Thüringen zunächst auch nicht darüber hinaus entschieden werden, so Ministerpräsident Ramelow.

Masken in Thüringer Schulen werden nach Herbstferien Pflicht

Eine generelle Testpflicht an Schulen, wie sie die SPD zuvor gefordert hatte und wie sie derzeit in der höchsten Warnstufe gilt, ist mit dem rot-rot-grünen Kompromiss vom Dienstag nicht verbunden. In Warnstufe 2 gilt eine Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler - ab den Sekundarstufen (Klasse 5). Ohne Test gilt die Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler im Unterricht.

Reaktionen auf die Schulpläne

Der Kabinettsbeschluss zur Teststrategie an den Schulen stößt in Thüringen auf Kritik. Rolf Busch vom Lehrerverband sagte MDR THÜRINGEN, das verbindliche Testangebot zweimal pro Woche sei keine echte Testpflicht. Offenbar habe das Kabinett den koalitionsinternen Streit über eine Testpflicht an Schulen mit einem Kompromiss beenden wollen. Laut Busch ist zwar gut, dass die Schulen jetzt verpflichtet werden, die Tests anzubieten. Allerdings sei klar, dass in den Schulen das Personal fehle, um die ungetesteten Schüler in gesonderten Lerngruppen unterrichten zu können.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Tischner, äußerte sich ähnlich. Tischner sagte, die Landesregierung lade ihr Versagen im Pandemiemanagement auf die Rücken von Schülern, Eltern und Lehrer ab. Besser wäre es, eine echte Testpflicht einzuführen. Eine Sprecherin der AfD-Landtagsfraktion sagte, eine Testpflicht und oder auch ein verbindliches Testangebot seien der verkehrte Weg. Kinder, die die Tests ablehnten, müssten in Isolationshaft gehen. Das sei nicht zuletzt pädagogisch unverhältnismäßig. Die FDP-Landtagsgruppe forderte, die Schulen auf alle Situationen vorzubereiten. Sie müssten in der Lage sein, einen Mix von Präsenz- und Distanzunterricht anbieten zu können.

Die SPD-Fraktion, die zuletzt vehement eine Testpflicht an Schulen geforderte hatte, reagierte zurückhaltend auf den Kabinettsbeschluss. Fraktionschef Matthias Hey sagte, es sei jetzt möglich, die Tests auszuweiten und schnell auf neue Infektionen reagieren zu können. Die SPD werde aber weiter sehr aufmerksam das weitere Geschehen im Land, besonders an den Kindergärten, beobachten. Die Fraktionen von Linke und Grünen lobten dagegen den Kabinettsbeschluss. Die Linke erklärte, das verbindliche Testangebot nach den Herbstferien, verbunden mit einer Maskenpflicht für ältere Schüler, schaffe Sicherheit. Die Grünen sprachen von einer guten Botschaft für alle Eltern und das Schulpersonal. Es gebe jetzt auch Quarantäne-Regeln, auf die sich Eltern, Lehrende und Kinder verlassen könnten.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Oktober 2021 | 15:00 Uhr

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