Pandemie Corona-News vom 20. Mai: Infektionszahlen sinken weiter

+++ Tausende aktiv Corona-Infizierte weniger als vor zwei Wochen +++ Theater bereiten Freiluftsaison vor +++ Preise für Rohstoffe steigen, Baumaterial wird knapp in Thüringer Betrieben +++ Viele Thüringer wollen zweite Impfung vorziehen +++ Ab Freitag: OP-Masken reichen im Erfurter Nahverkehr wieder aus +++ Jedermann-Radrennen in Schleiz abgesagt +++ Alle Corona-News für Thüringen im Überblick +++

Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor in Plauen für die weitere Untersuchung vorbereitet.
Proben für Corona-Tests in einem Labor in Sachsen. Bildrechte: dpa

So geht es weiter | Nachrichten-Überblick am Freitag

Thüringen | Corona-Zahlen sinken weiter

In Thüringen sind derzeit gut 7.200 Menschen aktiv mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 140 weniger als am Mittwoch und mehr als 3.100 weniger als vor zwei Wochen. Der landesweite Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut im Schnitt bei 107. Seit Beginn der Pandemie haben sich insgesamt etwa 126.000 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt. 4.173 Infizierte sind gestorben. Am Donnerstag sind 15 Todesfälle dazugekommen.

Handwerk fordert klare Regeln

Das Thüringer Handwerk fordert erneut klare Regeln für Betriebe bei sinkenden Inzidenzen. Wie der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein sagte, haben die Betriebe in Thüringen in den letzten Monaten unter den Einschränkungen gelitten. Deshalb brauchen sie nach seinem Willen möglichst viele Freiheiten im wirtschaftlichen Alltag. Lobenstein warnte vor einem regionalen Flickenteppich.

Für Bäckereien und Fleischereien mit angeschlossenen Cafés oder Imbissbereichen fordert er eine Perspektive. Für die körpernahen Dienstleistungen wie Nagelstudios und Fußpflege will die Handwerkskammer Antworten auf offene Detailfragen, zum Beispiel zur Maskenpflicht. Auch Spezialmärkte und Messen, zum Beispiel für die Kunsthandwerker oder zur Berufsorientierung müssten jetzt wieder möglich sein.

Heilbädern und Thermen geht das Geld aus

Den Thüringer Heilbädern und Kurorten mit Thermen geht das Geld aus. Seit sieben Monaten seien die Einrichtungen geschlossen, eine Öffnung sei nicht in Sicht, heißt es in einer Mitteilung des Heilbäderverbandes. Seither stünden einem überdimensionalen Fixkostenanteil enorme Umsatzverluste entgegen. In der ohnehin prekären Finanzsituation könnten die Kommunen die Thermen aus eigener Kraft nicht weiterbetreiben.

Bereits im April hatte sich der Verband mit einem Hilferuf an die Politik gewandt und Hilfe zum Beispiel in Form einer Sonderzuweisung erbeten. Zudem sei es wichtig, die Thermen endlich wieder öffnen zu können, so Verbandschef Johannes Herwig. Er verwies neben dem wirtschaftlichen Aspekt auf die Gesundheit der Menschen. Als Einrichtungen für das körperliche Wohlbefinden seien die Thermen gerade jetzt bedeutungsvoll.

Theater bereiten sich auf Freiluft-Saison vor

Die Thüringer Theater bereiten sich trotz regional noch hoher Inzidenzwerte auf die Freiluft-Saison vor. So plant das Theater Altenburg Gera nach eigenen Angaben vom 4. Juni bis 29. August einen umfangreichen Spielplan unter dem Titel "Das Schöne unter der Sonne". Gespielt werden soll überwiegend in Gera vor der Bühne am Park und im Altenburger Theaterzelt. Ihrem Spielzeitmotto "Offene Herzen" folgend bereiten das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar einen Sommerspielplan auf dem Gelände des e-werks Weimar vor.

Auch das Theater Rudolstadt plant in den Sommermonaten Juni und Juli eine umfangreiche Open-Air-Saison. An diversen Orten im ganzen Landkreis - darunter Heidecksburg, Thüringer Bauernhäuser oder Hoher Schwarm Saalfeld - sollen unter dem Slogan "Sommer Theater Konzert" eine Vielzahl an Aufführungen zu erleben sein. Vom 9. Juli bis 1. August steht Tschaikowskis "Die Jungfrau von Orleans" im Mittelpunkt der Domstufen-Festspiele des Theaters in Erfurt. Das Theater Nordhausen will die traditionsreichen Schlossfestspiele vom 1. bis 25. Juli wieder in Sondershausen stattfinden lassen.

Betriebe beklagen hohe Rohstoffpreise und Materialknappheit

In vielen Thüringer Industriebetrieben wird das Material knapp. Wie aus Umfragen der drei Thüringer Industrie- und Handelskammern in Suhl, Gera und Erfurt hervorgeht, sehen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen den Rohstoffmangel und steigende Rohstoffpreise als Risiko. Die Konjunktur ist nach Einschätzung der IHKs durch diesen Aspekt in manchen Branchen noch stärker bedroht also durch die Corona-Pandemie.

Betroffen sind vor allem Baubranche und Industrie. Sie spüren am stärksten, wenn Lieferketten unterbrochen sind. Weil weltweit die Nachfrage anspringt, sind Rohstoffe knapp. Lieferanten hatten ihre Produktion wegen der Corona-Pandemie lange gedrosselt. Hinzu kommt, dass etwa der Kunststoff-Bedarf durch die Corona-Pandemie gestiegen ist: Impfstoffe, Medikamente oder Schnelltests müssen - wie Essen zum Mitnehmen auch - verpackt werden. Die Knappheit hat in manchen Betrieben bereits dazu geführt, dass die Fertigung stillsteht. Produkte können etwa nicht verpackt werden - wie kürzlich beim Süßwaren Hersteller Viba in Schmalkalden, wo es zwischendurch an der Einwickelfolie mangelte.

Viele Thüringer wollen zweite Corona-Spritze früher

Viele Thüringer wollen schneller als geplant das zweite Mal gegen Corona geimpft werden. Nach Angaben der Kassenärzte gibt es zurzeit für etwa 1.000 schon vereinbarte Zweittermine in Impfzentren den Wunsch, sie vorzuziehen. Grund dafür ist, dass die Menschen vollständig geimpft in Urlaub fahren wollen. Dadurch fallen Hürden wie Quarantäne oder Tests weg. Meistens seien es Menschen über 60 Jahre, die diesen Wunsch äußerten.

Demnach geht es fast immer um den Impfstoff von Astrazeneca. Die Verschiebung von Terminen sei mit einem hohen Aufwand verbunden, so die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Das Gros der Astrazeneca-Impfungen in den zentralen Anlaufstellen solle aber ohnehin bis Mitte Juni erledigt sein. Für Juni habe Thüringen keinen weiteren Astrazeneca-Impfstoff bestellt. Bei Astrazeneca wird ein Abstand von zwölf Wochen zwischen den beiden Impfterminen empfohlen. Dann ist der Impfschutz am besten. In Thüringen werden zurzeit täglich etwa 10.000 Menschen gegen Corona geimpft.

Schleiz | Jedermann-Radrennen fällt erneut aus

Das Radrennen "Schleizer Dreieck Jedermann" wird auch in diesem Jahr nicht stattfinden. Wie die Veranstalter mitteilten, muss wegen der Pandemie-Entwicklung das Rennen erneut abgesagt werden. Chef-Organisatorin Annekathrin Reinhold sagte, die wiederholte Absage sei alles andere als leichtgefallen. Die Idee, das Rennen um einige Monate zu verschieben, sei mangels geeigneter Ersatztermine verworfen worden. Zudem gebe es auch dafür wenig Planungssicherheit.

Das Radrennen war schon im vergangenen Jahr coronabedingt ausgefallen. Es sollte eigentlich am 20. Juni nachgeholt werden. Die rund 150 angemeldeten Sportler sollen die Startgebühr bis Ende Juni zurückerstattet bekommen. Der Saale-Orla-Kreis gehört mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 151 aktuell noch zu den Corona-Hotspots in Thüringen und Deutschland.

Erfurt | OP-Masken reichen im Nahverkehr wieder aus

Ab Freitag können die Fahrgäste wieder mit normalen medizinischen Masken Busse und Straßenbahnen nutzen. Das teilten die Stadtwerke mit. Die hochwertigeren FFP2-Masken seien nicht mehr notwendig. Möglich sei das wegen der niedrigen Sieben-Tage-Inzidenzwerte. So lange diese die 100er-Schwelle nicht wieder überschreiten, können die einfachen und preiswerten medizinischen Masken getragen werden. Die sogenannte Bundesnotbremse hatte festgelegt, dass alle Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs bei entsprechend hohen Inzidenzen eine FFP2-Maske tragen müssen.

Rückblick: Der Corona-Ticker von Mittwoch

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/jml

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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