Pandemie Corona-News vom 19. Mai: Lockerungen in Erfurt und Jena ab Freitag

+++ Corona-Zahlen sinken weiter +++ Lockerungen in Erfurt und Jena ab Freitag +++ Neue Lieferungen von Corona-Tests für Schulen eingetroffen +++ Haus- und Betriebsärzte erhalten ab Juni mehr Impfstoff +++ Schulen und Kitas öffnen in mehreren Landkreisen zum Ende der Woche +++ Härtefallhilfen können beantragt werden +++ Ansturm auf Astrazeneca-Impfstoff in Eisenach +++ Alle Corona-News für Thüringen im Überblick +++

So geht es weiter | Nachrichten-Überblick am Donnerstag

Thüringen | Die aktuellen Zahlen

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionen in Thüringen ist weiter gesunken. Die Gesundheitsämter meldeten bis Mittwochabend 7.368 Fälle. Das waren 110 weniger als am Vortag und 3.116 weniger als vor zwei Wochen. Es wurden weitere 21 Menschen gezählt, die an oder mit dem Virus verstorben sind. Das Robert-Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz für Thüringen mit 115 an.

Jena | Lockerungen ab Freitag

In Jena sind ab Freitag erste Lockerungen im Einzelhandel und in der Gastronomie angekündigt. Auch die Ausgangsbeschränkungen entfallen, wie die Stadt mitteilte. So dürfen Cafés und Restaurants Gäste nach vereinbartem Termin wieder im Außenbereich bewirten. Das Einkaufen ist ohne Termin, aber mit vorherigem Test in allen Geschäften möglich. Wie Oberbürgermeister Thomas Nitzsche am Mittwoch sagte, hält die Stadt aber vorerst an der Maskenpflicht fest.

Bundes-weit | Studie zu Kombi-Impfstoffen bescheinigt gute Verträglichkeit

Nach der Uni Oxford legen nun auch spanische Mediziner Daten aus klinischen Tests vor, bei denen Covid-19-Impfungen von Astrazeneca mit Biontech kombiniert wurden. Fazit: Guter Schutz, keine zusätzlichen Nebenwirkungen.

Thüringen | Neue Testlieferungen für Schulen

Am Donnerstag sollen in Thüringen weitere rund 380.000 Corona-Tests an die Schulen ausgeliefert werden. Das teilte das Thüringer Bildungsministerium mit. Zielmarke seien 500.000 Tests wöchentlich. Mit der Rückkehr von immer mehr Schulen in den Wechsel- oder den Normalbetrieb steigt die Zahl der benötigten Tests. Rein rechnerisch werden bei einem Vollbetrieb der Schulen laut Ministerium 530.000 Tests benötigt. Insgesamt habe das Land drei Millionen Corona-Tests für diese Zwecke bestellt, heißt es. Zwei Tests pro Woche sind für Schüler und Schulpersonal Pflicht, sonst dürfen sie die Einrichtungen nicht betreten. Sollte vor Ort kein Testangebot gemacht werden können, greift das Betretungsverbot nicht.

Erfurt | Außengastronomie öffnet ab Freitag

In Erfurt treten am Freitag weitreichende Lockerungen in Kraft. Wie die Stadt am Mittwoch informierte, dürfen Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen. Gäste müssen sich jedoch vorab anmelden. Das Alkoholverbot für die Innenstadt wird aufgehoben.

Auch der Einzelhandel kann wieder durchstarten, einkaufen darf man dann ohne Anmeldung, aber auch nur mit Test bzw. Bescheinigung. Im Angermuseum in der Innenstadt soll ein weiteres Testzentrum eingerichtet werden. An den Schulen in Erfurt ist Wechselunterricht nicht mehr vorgegeben. Für Besucher der Bundesgartenschau besteht keine Testpflicht mehr. Möglich wird dies, weil in Erfurt ab Freitag nicht mehr die Bundesnotbremse gilt. An mehr als fünf aufeinanderfolgenden Tagen lag die Inzidenz unter 100 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage.

Thüringen | Start für Corona-Härtefallhilfen

Unternehmen und Selbständige in Thüringen können ab sofort Corona-Härtefallhilfen beantragen. Wie das Thüringer Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte, soll damit Firmen geholfen werden, die trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage in der Pandemie bisher keinen Zugang zu den regulären Hilfsprogrammen von Bund und Land hatten. Die maximale Förderhöhe beträgt 100.000 Euro, in Ausnahmefällen bei besonderen regionalen oder wirtschaftlichen Interessen sei auch mehr möglich.

Das Programm wird zu gleichen Teilen von Bund und Land finanziert. Für Thüringen stellt der Bund 20 Millionen Euro zur Verfügung, die vom Land nach Bedarf kofinanziert werden müssen. Anträge können bis Ende Oktober gestellt werden. Es gebe eine Reihe von Einzelfällen, in denen Unternehmen oder Selbständige durch das Netz der Hilfen gefallen seien, sagte Minister Wolfgang Tiefensee (SPD). Mit dem Härtefallfonds solle diesem Umstand Rechnung getragen werden.

Weimar | Deutsches Nationaltheater plant Aufführungen im Freien

In Weimar fallen ab Donnerstag die Auflagen der Bundesnotbremse weg – und damit auch die Ausgangsbeschränkungen. Eine gute Nachricht für das Deutsche Nationaltheater, das für den Sommer Theater im Freien plant.

Eisenach | Großer Ansturm auf Astrazeneca-Impfstoff

Beim Pilotprojekt "Impfen für alle" in Eisenach hat es am Dienstagabend großen Andrang gegeben. Innerhalb von zweieinhalb Stunden wurden im Medizinischen Versorgungszentrum 160 Menschen mit dem Serum von Astrazeneca geimpft. Für die Aktion war die Impfpriorisierung aufgehoben worden. Die Impfwilligen kamen nach Angaben des St. Georg-Klinikums, zu dem das MVZ gehört, aus allen Altersgruppen und reisten zum Teil aus Eschwege oder Erfurt an. Sie seien sehr dankbar, geduldig und freundlich gewesen, hieß es. Nicht alle Impfwilligen konnten tatsächlich versorgt werden. Am Mittwochnachmittag werden weitere 120 Dosen verimpft. Die Zweittermine wurden für Mitte Juni vergeben. Wegen der großen Nachfrage erwägen die Ärzte am MVZ, solche Aktionen zu wiederholen.

Heiligen­stadt | Luftfilteranlagen für Kindergärten

Die Kindergärten der Stadt Heiligenstadt sollen mit Luftfilteranlagen ausgestattet werden. Der Stadtrat genehmigte dafür eine außerplanmäßige Investition von 85.000 Euro. Geplant sind 143 Geräte unterschiedlicher Größe, die in den Gruppen-, Schlaf- und Therapieräumen aufgestellt werden sollen. Sie sollen Ansteckungen durch Aerosole verhindern. Fünf Luftfilter dieser Art werden bereits im Sebastian-Kneipp-Kindergarten getestet.

Thüringen | Schul- und Kita-Öffnungen in acht Landkreisen

In acht Thüringer Landkreisen und Städten können ab Freitag Schulen und Kindergärten wieder öffnen. Das betrifft in Ostthüringen die Landkreise Greiz, Altenburger Land, Saale-Orla und Saalfeld und die Stadt Gera. Dort liegen die Sieben-Tage-Inzidenzen laut Robert Koch-Institut stabil unter dem Wert von 165. Ebenfalls öffnen dürfen die Einrichtungen in Eisenach, im Wartburgkreis und im Landkreis Nordhausen. Laut "Bundesnotbremse" müssen Schulen schließen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 165 steigt. Liegt sie mindestens an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen darunter, ist Wechselunterricht möglich.

Impfpass: Sicherheit der Daten hinterfragt

Thüringen hat in der vergangenen Woche ein Pilotprojekt für einen elektronischen Impfnachweis gestartet und ist damit bei Geimpften auf große Resonanz gestoßen. Allerdings gibt es auf Seiten des Thüringer Landesdatenschutzbeauftragten, Lutz Hasse, Bedenken und Fragen. Und dabei wird deutlich: Beide Seiten wollen einfach nur schützen – vor Covid-19-Ansteckungen und vor einer illegalen Nutzung von Daten der Geimpften. Beide Interessen zusammenzubekommen, ist schwierig.

Mehr Impfstoff im Juni für Haus- und Betriebsärzte

Ärzte in Thüringen können ab Juni mit deutlich mehr Covid-19-Impfstoff rechnen. Nach aktuellen Prognosen sollen dann wöchentlich bis zu 95.000 Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs an Arztpraxen und Betriebsärzte geliefert werden, wie das Thüringer Gesundheitsministerium mitteilte. Damit würde sich der Lieferumfang im Vergleich zum Mai etwa verdoppeln.

Die Liefermengen für Praxen und Betriebsärzte sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung im Juni somit voraussichtlich größer als jene für die Impfzentren und regionalen Impfstellen. An die Impfzentren und regionalen Impfstellen in Thüringen sollen im Juni den Angaben zufolge voraussichtlich rund 317.000 Impfdosen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna gehen. Das Mittel von Astrazeneca wurde für Juni nicht geordert, hier plant Thüringen laut Kassenärztlicher Vereinigung außer den bereits vergebenen keine neuen Impftermine. Im Juni sollen die Betriebsärzte in die Impfkampagne einsteigen. Zum 7. Juni fällt die bisherige Priorisierung weg.

SLF-RU/ SOK | Lockerungen ab Freitag möglich

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und im Saale-Orla-Kreis öffnen ab Freitag wieder Kindergärten und Schulen. Die Schüler werden dabei im Wechselunterricht betreut. Wie ein Sprecher des Landratsamtes in Saalfeld am Dienstag sagte, wird zudem das Einkaufen in den Geschäften mit vorheriger Terminvereinbarung ab Freitag möglich. Kunden müssen dafür einen negativen Coronatest, einen Impfnachweis oder einen Genesungsnachweis zum Einkaufen mitbringen. Die Händler müssten zudem die Daten der Kunden für die Kontaktverfolgung aufnehmen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Mittwoch im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit einem Wert von 100 den fünften Werktag in Folge unter 165. Im Saale-Orla-Kreis liegt der Inzidenzwert bei 136. Auch dort ist das Einkaufen mit vorherigem Termin ab Freitag laut Bundesnotbremse möglich.

Schmal-kalden-Meiningen | Schulen starten in Wechselunterricht, Kitas offen

Angesichts sinkender Inzidenzen sind seit Mittwoch Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis Schmalkalden-Meiningen wieder geöffnet. Die Schüler werden im Wechselunterricht betreut. Möglich ist dies, weil am Montag die Inzidenz den fünften Tag in Folge unter 165 lag. Am Freitag können die Menschen im Landkreis mit Termin im Einzelhandel einkaufen. Am frühen Mittwochmorgen meldete das Robert Koch-Institut für Schmalkalden-Meiningen einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von rund 123.

Rückblick: Der Corona-Ticker von Dienstag

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/fno

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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