Pandemie Corona-News vom 18. Mai: Keine Impf-Reihenfolge mehr ab 7. Juni - Regierung bereitet Verordnung vor

+++ Zahl der aktiven Corona-Infektionen sinkt +++ Landesregierung bereitet neue Impfverordnung vor +++ Geschäfte in Erfurt wieder geöffnet +++ Corona-Impfungen in Landeserstaufnahmestelle in Suhl gestartet +++ Flüchtlingsunterkunft in Schafhausen unter Quarantäne +++ Weimar ohne Bundesnotbremse ab Donnerstag +++ Alle Corona-News für Thüringen im Überblick +++

Eine Mitarbeiterin im Gesundheitswesen impft Yeter, eine Angestellte der Drogeriekette Rossmann, im Impfzentrum des Rossmann Konzerns mit dem Covid-19 Impfstoff Comirnaty des Herstellers BionTech Pfizer.
Ab 7. Juni gilt die Impf-Reihenfolge bundesweit nicht mehr. Alle Menschen unabhängig von Alter, Beruf oder Vorerkrankungen sollen dann einen Impf-Termin vereinbaren können. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

So geht es weiter | Corona-Ticker vom 19. Mai

Thüringen | Zahl der aktiven Corona-Infektionen sinkt

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionen in Thüringen ist weiter gesunken. Die Gesundheitsämter meldeten bis Dienstagabend 7.478 Fälle. Das waren 595 weniger als am Vortag und fast 2.900 weniger als vor zwei Wochen. Es wurden weitere 34 Menschen gezählt, die an oder mit dem Virus verstorben sind. Das Robert-Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz für Thüringen mit 118 an. Wegen einer andauernden Inzidenz unter 100 verlässt Weimar übermorgen den Lockdown. Im Kyffhäuserkreis und in Apolda können übermorgen wieder Kitas und Schulen geöffnet werden.

Landesregierung bereitet neue Impfverordnung vor

Die Landesregierung bereitet sich auf die bundesweite Impf-Freigabe am 7. Juni vor. Wie Regierungssprecher Falk Neubert MDR THÜRINGEN sagte, wird dafür gerade die rechtliche Grundlage geschaffen. Nach der neuen Impf-Verordnung soll dann unabhängig von Alter, Beruf oder Vorerkrankung gegen Corona geimpft werden. Laut Neubert soll ein Entwurf der Verordnung bis zum 20. Mai vorliegen - verkündet werden soll sie am 1. Juni und wenige Tage danach in Kraft treten. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten gestern beschlossen haben, die Impf-Priorisierung am 7. Juni komplett aufzuheben.

Spritze wird in Arm gestochen 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 18.05.2021 19:00Uhr 01:57 min

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Erfurt | Termin-Shopping wieder möglich

In Erfurt dürfen seit Montag die Geschäfte wieder öffnen, da die Sieben-Tage-Inzidenz unter 150 liegt. Allerdings müssen die Kunden vorher einen Termin ausmachen und einen negativen Corona-Test vorweisen.

Suhl | Corona-Impfungen in Landeserstaufnahmestelle gestartet

In der Landeserstaufnahmestelle in Suhl laufen die Corona-Impfungen für Asylsuchende. Bislang wurden dort etwa 200 Menschen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte. Bei diesem Mittel reicht eine Impfung zur Immunisierung gegen Covid-19. Deshalb soll es in Thüringen vor allem bei Menschen, die rasch den Ort wechseln oder schwer zu erreichen sind, eingesetzt werden.

Neben Flüchtlingen betrifft das auch Obdachlose oder Strafgefangene in Justizvollzugsanstalten. Dort sollen nach Ministeriumsangaben voraussichtlich in der Woche nach Pfingsten die Impfungen beginnen. Mobile Impfteams sollen das übernehmen. Laut Ministerium besteht nach der Anpassung der Empfehlungen für den Einsatz des Johnson & Johnson-Vakzins durch die Ständige Impfkommission (Stiko) ein besonderer Beratungsbedarf. Dabei würden die Ärzte in der Erstaufnahmestellen durch Dolmetscher unterstützt.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson soll in Deutschland in der Regel bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der vergangenen Woche können sich aber auch Jüngere dafür entscheiden. Ähnlich wie beim Impfstoff von Astrazeneca gibt es auch bei diesem Präparat Berichte über sehr seltene, aber schwere Nebenwirkungen (Hirnvenenthrombosen) im Zusammenhang mit einer Impfung.

Schmal­kalden-Meiningen | Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

In Schafhausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind 17 Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte, wurde die gesamte Unterkunft schon am vergangenen Freitag unter Quarantäne gestellt. Insgesamt wohnen dort etwa 30 Menschen. Da sich Mitglieder verschiedener Familien angesteckt haben, sei es nicht möglich gewesen, einzelne Betroffene anderswo unterzubringen. Grundsätzlich gebe es aber solche Möglichkeiten, so der Sprecher.

Eisenach | Impfungen mit Astrazeneca für alle möglich

Das Medizinische Versorgungszentrum Eisenach bietet in dieser Woche in einem Pilotprojekt Corona-Impfungen mit Astrazeneca für alle an. Ein Termin ist dazu nicht nötig. Bund und Länder hatten den Impfstoff freigegeben, so dass er ohne Prioritätsliste ausgegeben werden darf. Ärzte des MVZ impfen am Dienstag von 17 bis 19 und am Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Haus F auf dem Gelände des St. Georg Klinikums.

Impfwillige müssen sich auf Wartezeiten einstellen. Sie sollten ihre Gesundheitskarte, den Impfausweis und einen eigenen Kugelschreiber mitbringen. Außerdem wird empfohlen, einen Aufklärungsbogen sowie die Anamnese-Einwilligung für den Astrazeneca-Impfstoff auszufüllen. Beides ist im Internet unter www.impfen-thueringen.de zu finden. Für das Pilotprojekt wurden 200 Dosen Impfstoff bestellt. Es sei aber noch offen, ob tatsächlich so viele geliefert werden, heißt es vom MVZ.

Erfurt | Testergebnisse offenbar veröffentlicht

Durch eine Sicherheitslücke sind die Corona-Testergebnisse Tausender Buga-Besucher offenbar frei im Internet zugänglich gewesen. Das berichten die Computer-Vereine "Technikkultur Erfurt" und "Hackspace Jena". Demnach bekamen die Probanden im Testcenter auf der Messe bis Anfang Mai fortlaufende Buchungsnummern. Damit war es mit wenigen Klicks offenbar möglich, nicht nur eigene, sondern auch fremde Angaben von bis zu 3.000 Menschen einzusehen, so Namen, Termine und Ergebnisse.

Für die Computer-Experten sei beim ersten Blick klar gewesen, dass es "um die IT-Sicherheit nicht gut bestellt war", so ein Vereinsmitglied. Versuche, die Schwachstelle an die Webseiten-Betreiber und andere zuständige Stellen zu melden, führten laut Verein "ins Leere". Durch Einschalten der Datenschutzbehörden seien die Daten nun nicht mehr einsehbar. Inzwischen werden für die Tests zufällige Buchungsnummern vergeben.

Weimar | Erste Stadt in Thüringen ohne Bundesnotbremse

Als erste Thüringer Stadt könnte Weimar ab Donnerstag ohne die Auflagen der Bundesnotbremse agieren. Dann gelten keine Ausgangsbeschränkungen mehr, der Einzelhandel könnte öffnen, alle körpernahen Dienstleistungen wären erlaubt. Campingplätze und Vermieter von Ferienwohnungen könnten wieder Gäste empfangen. Die Menschen dürften wieder die Außenbereiche von Cafés und Restaurants. In Geschäften und Restaurants sind aber nach wie vor Test- bzw. Impfnachweise nötig.

Bad Langen-salza | Grundschule richtet Lernorte im Freien ein

Die Sonnenhof-Grundschule Bad Langensalza richtet Lernorte im Freien ein. Wie Schulleiterin Grit Bodewald MDR THÜRINGEN sagte, entstehen auf dem Schulgelände ein grünes Klassenzimmer, eine Picknick-Wiese und ein kleines Wäldchen. Damit könnten bei schönem Wetter drei der acht Klassen ohne Masken unter freiem Himmel unterrichtet werden. Eltern haben bereits acht Bäume für das grüne Klassenzimmer gepflanzt. Dort sollen auch bunte Bänke aufgestellt werden, die bereits vorhanden sind. Die Picknick-Wiese könne sofort genutzt werden, heißt es. Außerdem entsteht eine Schonung mit kleinen Bäumen, wofür noch wetterfeste Schulbänke angeschafft werden müssen.

Thüringen | SPD will Urlaub für Familien im Land vereinfachen

Die SPD in Thüringen will Urlaub für Familien im Land während der Corona-Pandemie deutlich vereinfachen. Parteichef Georg Maier sagte MDR THÜRINGEN, Kinder und Jugendliche dürften bei Ferienreisen oder Ausflügen kein limitierender Faktor sein. Es könne nicht sein, dass Familien erhebliche Einschränkungen befürchten müssten, weil ihre Kinder entweder noch nicht geimpft sind oder aus Altersgründen gar nicht geimpft werden dürften.

Wichtig ist laut Maier, dass die Eltern komplett geimpft, genesen oder getestet sind. Frauen und Männer mit Kindern müssten dann als Familienverbund gewertet werden. Wörtlich sagte er: "Wir müssen Familien jetzt eine Perspektive bieten!" Auch Ausflüge in Freizeiteinrichtungen unter freiem Himmel sollen für Familien ohne großen Aufwand möglich sein.

Vor allem Freibäder und Zoos, aber auch die Bundesgartenschau seien Angebote für Familien, so Maier. Auch dort müsste die Testpflicht für alle Kinder aufgehoben werden, ohne Alterseinschränkung. Maier sagte, er hoffe, dass die Diskussion über Thüringen hinaus geführt werde und schnell an Dynamik gewinne. Gleichzeitig rechnet der Innenminister auch mit Gegenwind aus dem rot-rot-grünen Kabinett. "Sicher wird es Kritiker geben, aber hoffentlich auch viele Nachahmer", sagte er MDR THÜRINGEN. Die kommende Thüringer Corona-Landesverordnung müsse das abbilden. Dafür wolle er sich im Kabinett einsetzen.

Suhl | Inzidenz wieder gestiegen - Außengastronomie bleibt weiter geschlossen

Weitere Lockerungen wie eine Öffnung der Außengastronomie sind in Suhl vorerst nicht mehr möglich. Am frühen Dienstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut für die Stadt einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von knapp 101. Damit wurde die kritische Grenze von 100 innerhalb von 5 Tagen erneut überschritten. Gemäß der "Bundesnotbremse" darf dann nicht weiter gelockert werden.

Am Montag war die Sieben-Tage-Inzidenz in Suhl auf 87 gefallen. Der Krisenstab der Stadt hatte angekündigt, über das weitere Vorgehen am Mittwoch zu beraten.

Heiligen-stadt | Geschäfte öffnen wieder

Das Einkaufen in Heiligenstadt ist wieder möglich. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Eichsfeld liegt seit mehreren Tagen unter 100. Zum Einkaufen sind ein Termin im jeweiligen Geschäft und ein negativer Corona-Test nötig. Kostenlose Schnelltests werden von vier Testzentren in der Stadt angeboten. Auch selbstständige Tests unter Aufsicht von Einzelhandelsmitarbeitern sind erlaubt. Vollständig Geimpfte und Genesene können ohne Tests shoppen gehen, müssen aber einen Nachweis vorzeigen. Die Maskenpflicht bleibt bestehen.

Thüringen | Industrie boomt - trotz Corona

Das Exportgeschäft kurbelt offenbar zunehmend die Konjunktur in der Thüringer Industrie an. Nach Angaben der IHK Erfurt profitieren die Unternehmen im Freistaat von den ausländischen Märkten, die bei der Überwindung der Corona-Pandemie schon weiter sind als Deutschland. Dazu zählten etwa die USA und China. Die Branche verzeichnet zurzeit gute Geschäfte im Ausland.

Um gut 200 Millionen Euro stiegen die Exporte im März dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresmonat. Insgesamt erzielte die Thüringer Industrie im März einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro - ein neuer Rekord. Auch dank guter Inlandsgeschäfte. Laut IHK Erfurt berichten über 80 Prozent der Industriefirmen von konstanten oder steigenden Auftragseingängen. Diese werden mit den Beschäftigten abgearbeitet, die zunehmend aus der Kurzarbeit zurückkehren. Dennoch ist die Konjunktur in Thüringen gespalten. Teile des Handels und das Gastgewerbe stecken noch tief in der Coronakrise.

Impf-Sonderkontingent fast aufgebraucht

35.000 Impfdosen extra hatte Thüringen für die besonders betroffenen Corona-Hotspots, den Landkreis Greiz, Saale-Orla-Kreis, Wartburgkreis, Schmalkalden-Meiningen und Gera im Frühjahr erhalten. Das Sonderkontingent ist nun fast aufgebraucht, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KVT) MDR THÜRINGEN berichtet.

Der Landkreis Greiz habe die Extra-Dosen vor allem auf junge Eltern verteilt, um die Infektionsketten zwischen Kindern und Älteren zu durchbrechen. Nach Angaben von Landrätin Martina Schweinsburg werden in der kommenden Woche etwa 50 Prozent im Landkreis geimpft sein, dann schließt die Sonder-Impfstelle in Zeulenroda. Bis 29. Juni soll laut KVT auch die letzte Zusatzdosis verimpft sein.

Rückblick: Der Corona-Ticker von Montag

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,jml

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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