Pandemie Corona-News vom 2. November: 2G und 3Gplus auf Veranstaltungen im Kreis Eichsfeld

+++ Im Kreis Eichsfeld werden ab Mittwoch die Regeln verschärft +++ Aggressiver Maskenverweigerer in ICE überwältigt +++ Inzidenz bei Fünf- bis 14-Jährigen teilweise über 1.000 +++ Die Corona-News im Überblick +++

Landratsamt
Landratsamt in Heiligenstadt: Am Mittwoch werden die Regeln verschärft. Bildrechte: imago/imagebroker

Schleiz | Corona-Genesene: Wenn der Schutzstatus abläuft

Im Saale-Orla-Kreis verzeichnet die Verwaltung eine erhöhte Anfrage von Genesenen, die ihren Schutzstatus verlängern möchten. Dass das nicht möglich ist, scheinen viele nicht zu wissen. Da hilft nur eine Impfung. Mehr im Video:

Ein Mann wird geimpft. 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 02.11.2021 19:00Uhr 02:05 min

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Arnstadt | Ilm-Kreis verzichtet auf verpflichtendes 2G oder 3Gplus

Der Ilm-Kreis führt keine verpflichtenden 2G oder 3Gplus-Regeln ein. Wie aus der aktuellen Allgemeinverfügung hervorgeht, bleibt es den Gastronomen oder Veranstaltern überlassen, ob sie die Optionsmodelle wählen. Allerdings gilt die 3G-Regel, das heißt Zutritt bekommen nur Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete - auch mit Schnelltest.

Außerdem müssen Veranstaltungen ab 500 Gästen unter freiem Himmel und 250 in geschlossenen Räumen zehn Tage vor Beginn beantragt und von den Behörden genehmigt werden. Im Freien müssen medizinische oder FFP2-Masken getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Das betrifft zum Beispiel Wochenmärkte oder Haltestellen.

Die neue Allgemeinverfügung gilt ab Mittwoch und ist nicht zeitlich begrenzt. Sie soll laut Landratsamt laufend anhand des Infektionsgeschehens überprüft werden. Seit der vergangenen Woche gilt für den Ilm-Kreis die Warnstufe 3.

Landraetin Petra Enders , aufgenommen am 10.01.2013 in ihrem Buero im Landratsamt in Arnstadt (ThŸringen) Foto: Michael Reichel (ari) 4 min
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MDR AKTUELL Di 02.11.2021 16:17Uhr 04:16 min

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Erfurt | Widerstand gegen Polizisten: Aggressiver Maskenverweigerer in ICE überwältigt

Auf einen aggressiven Maskenverweigerer im ICE von Leipzig nach Erfurt kommen mehrere Anzeigen zu. Wie die Polizei mitteilte, trug er im Zug am Montagabend keine Mund-Nasen-Bedeckung. Als ein Polizist ihn darauf ansprach, sei der Reisende laut geworden und habe den Beamten bespuckt. Außerdem soll er Schlagbewegungen und Kopfstöße angedeutet haben.

Der Polizist fixierte den Maskenverweigerer mit Hilfe eines Angehörigen der Bundeswehr, der sich im Zug befand. Am Bahnhof Erfurt nahm eine Streife der Bundespolizei den Mann schließlich fest. In dessen Rucksack seien neun Gramm Cannabis gefunden worden. Eine Atemalkoholmessung ergab einen Wert von 2,29 Promille.

Gegen den Mann wurden Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Infektionsschutz- und Betäubungsmittelgesetz gestellt.

Heiligen­stadt | 2G und 3Gplus auf Veranstaltungen im Kreis Eichsfeld

Im Eichsfeld müssen ab Mittwoch bei Veranstaltungen die Optionsmodelle 2G oder 3Gplus eingehalten werden. Das gilt laut Landratsamt für Ausstellungen, Messen, Spezialmärkte und Sport- und Kulturveranstaltungen. Auch in Diskotheken und Tanzklubs dürfen nur Geimpfte und Genesene und, je nach Modell, noch Menschen mit negativem PCR-Test eingelassen werden.

Die 3G-Regel, bei der Schnelltests akzeptiert werden, gilt laut neuer Allgemeinverfügung unter anderem in Gaststätten, Schwimmbädern oder Hotels.

Auch die Besucherzahlen bei Veranstaltungen in Innenräumen werden begrenzt: für öffentliche Angebote auf 250 und private Feiern auf 75. Außerdem sieht die Allgemeinverfügung das Tragen einer medizinischen oder FFP2-Maske unter freiem Himmel vor, wenn kein anderthalb Meter Abstand gehalten werden kann - so zum Beispiel in Warteschlangen oder an Haltestellen.

Der Eichsfeldkreis hatte am Dienstag die Corona-Warnstufe 3 überschritten. Die neue Allgemeinverfügung ist nicht befristet. Sie wird laut Landratsamt fortlaufend anhand des Infektionsgeschehens überprüft.

Suhl | Noch keine Tourismus-Erholung im Thüringer Wald

Das Reisegebiet Thüringer Wald leidet landesweit noch am stärksten an den Folgen der Corona-Pandemie. Das geht aus vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamts hervor. Demnach ging die Zahl der Übernachtungen von Januar bis August dieses Jahres um fast 23 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2020 zurück.

In Zahlen waren das über 450.000 Touristen weniger. Bei den Gästeankünften lag das Minus bei 31 Prozent. Im Vergleich zu den ersten acht Monaten 2019 - also vor der Corona-Pandemie - ging die Zahl der Übernachtungen um fast 50 und die der Gästeankünfte um fast 58 Prozent zurück.

Thüringen | Keine Quarantäne-Zahlung: Unternehmen fürchten Fachkräfte-Verlust

Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt fürchten Thüringens Arbeitgeber, aufgrund des neuen Beschlusses zu Verdienstausfällen Fachkräfte zu verlieren. In einigen Unternehmen seien "bis zu 20 Prozent der Belegschaft ungeimpft", sagte die IHK-Sprecherin Romy Ziegler am Dienstag in Erfurt.

Der Beschluss könne "dramatische Folgen" haben. Für die Festlegung gebe es zudem keine entsprechende Rechtsgrundlage - was insgesamt zu "großen Verunsicherungen" bei Unternehmen führe, sagte Ziegler.

Seit dem 1. November haben nicht vollständig Geimpfte im Quarantänefall keinen Anspruch mehr auf Entschädigungszahlungen.

Schmölln | Letzter Impftag am 7. Dezember

Die Corona-Impfstelle in Schmölln schließt zum 14. Dezember. Das hat nach Angaben des Landratsamts Altenburger Land die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt. Der letzte Impftag dort sei schon am 7. Dezember. Danach gibt es die Corona-Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten.

Thüringen | Inzidenz bei Fünf- bis 14-Jährigen teilweise über 1.000

Die Corona-Inzidenz in Thüringen steigt seit Wochen an. Klare Unterschiede gibt es bei den Altersgruppen: So ist die Inzidenz bei den Fünf- bis 14-Jährigen am höchsten, während sie bei den 60- bis 79-Jährigen deutlich niedriger ist.

In einigen Kreisen hat sie in der jungen Altersgruppe von fünf bis 14 die 1.000-Marke erreicht. So lag die Inzidenz bei Kindern in diesem Alter am Dienstag im Ilm-Kreis bei 1.072, im Kreis Sonneberg bei 1.212 und in Weimar bei 997. Bei den 60- bis 79-Jährigen lag die Inzidenz in diesen drei Kreisen teils deutlich unter 200.

Bei Kindern und jüngeren Menschen generell verläuft die Infektion oft milder als bei älteren Menschen. In der Grafik unten können Sie Ihren Landkreis oder kreisfreie Stadt auswählen.

Thüringen | Quarantäne: Beamte verlieren nur im Einzelfall Bezüge

Auch Beamte, die nicht gegen Corona geimpft sind, können im Quarantäne-Fall ihre Bezüge verlieren. Wie das Thüringer Finanzministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, gilt das aber nur dann, wenn der oder die Betroffene das Fernbleiben schuldhaft verursacht hat und nicht von zu Hause aus arbeiten kann.

Das Nicht-Impfen allein sei aber keine Pflichtverletzung, da es keine Impfpflicht gebe. Bei riskantem Verhalten, etwa bei Reisen in Hochrisikogebiete, stelle sich die Situation anders dar. Deshalb müsse jeder einzelne Fall dienstrechtlich geprüft werden.

Seit Montag erhalten die meisten Ungeimpften bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Quarantäne keine Entschädigung mehr. Laut Finanzministerium können Tarifbeschäftigte und Beamte aber nicht gleich behandelt werden, da ihr Status nicht vergleichbar sei. Ein Tarifbeschäftigter erhalte Geld für seine vertraglich vereinbarte Leistung, ein Beamte werde dagegen alimentiert, also unterhalten. Diese Alimentation könne ein Beamter daher nur unter sehr engen Voraussetzungen verlieren.

Thüringen | Intensivbettenbelegung mit Corona-Patienten über kritischer Marke

Der Anteil der Corona-Patienten an den betreibbaren Intensivbetten hat in Thüringen die für die Warnstufen kritische Marke von 12,0 Prozent überstiegen. Bleibt die Zahl nun drei Tage über diesem Wert, könnten etliche Landkreise und Städte in die Warnstufe 3 rutschen. Das geht aus Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Dienstag hervor.

Demnach waren landesweit 12,6 Prozent der betreibbaren Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Vergangenen Dienstag lag der Wert noch bei 8,0. Mit Erreichen der Warnstufe 3 sind Kommunen angehalten, schärfere Corona-Regeln zu erlassen.

In die höhere Warnstufe könnten dann Kommunen rutschen, in denen auch die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über 200 liegt. Derzeit droht das etwa den Landkreisen Greiz, Sonneberg, Weimarer Land, dem Saale-Orla-Kreis, dem Saale-Holzland-Kreis, sowie den Städten Erfurt und Weimar.

Meiningen | Keine verschärften Regeln in Schmalkalden-Meiningen

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen verzichtet trotz Corona-Warnstufe 3 vorerst auf strengere Regeln. Das sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Demnach können auch Ungeimpfte weiterhin mit einem negativen Schnelltest Gaststätten, Kinos und Theater besuchen.

Das Land hatte die Landkreise angehalten, ab Warnstufe 3 das 2G- oder das 3Gplus-Modell zu übernehmen - mit deutlichen Einschränkungen für Ungeimpfte. Das Landratsamt hält das aber derzeit nicht für notwendig. Es sei sinnvoller, die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen zu begrenzen. Das sei mit der letzten Allgemeinverfügung passiert, hieß es. Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hatte bereits am 29. Oktober die Warnstufe 3 erreicht.

Einen Tag später betraf das auch den Landkreis Hildburghausen. Das dortige Landratsamt hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob eine neue Allgemeinverfügung veröffentlicht wird.

Thüringen | Bundeswehr hilft wieder in mehreren Gesundheitsämtern

Die Bundeswehr ist angesichts steigender Inzidenzen wieder in mehreren Thüringer Gesundheitsämtern im Corona-Einsatz. In Jena und im Saale-Holzland-Kreis seien derzeit 13 Soldaten für die Kontaktnachverfolgung und in mobilen Abstrichteams abgestellt, sagte ein Sprecher des Landeskommandos Thüringen am Dienstag.

Zwei weitere Amtshilfeanträge zur Kontaktnachverfolgung aus dem Landkreis Sonneberg und dem Altenburger Land seien bewilligt, der Einsatz starte kommende Woche. Zuvor hatte die Thüringer Allgemeine darüber berichtet.

Dem Sprecher zufolge ist die Bundeswehr noch weit von den Hochzeiten der Pandemie entfernt, als mehrere hundert Soldaten in den Thüringer Gesundheitsämtern aushalfen. Ob nun künftig mehr Amtshilfe erforderlich ist, könne er nicht sagen - das hänge davon ab, wie viele Kommunen Anträge stellten. "Niemand weiß, wie sich die Inzidenzen entwickeln."

Thüringen | Termine für Drittimpfungen gut gebucht

In einer Zwischenbilanz der Kassenärztlichen Vereinigung am Montag hatte es noch geheißen, der Start der Booster-Impfung in Thüringen laufe verhalten an. Laut aktuellen Zahlen entscheiden sich aber immer mehr Menschen für eine dritte Corona-Impfung.

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung sagte MDR THÜRINGEN, die Nachfrage sei deutlich gestiegen, nachdem die Altersbegrenzung aufgehoben worden sei. Bislang wurden demnach gut 42.000 Drittimpfungen gebucht, davon allein 10.000 am Montag.

Thüringen hatte Ende vergangener Woche entschieden, dass die sogenannten Booster-Impfungen ab November für alle zugänglich sein sollen. Damit können auch Menschen unter 60 Jahren, die das wünschen, ihren Impfschutz auffrischen lassen.

Heiligen­stadt | Kreis Eichsfeld in Warnstufe 3 - neue Allgemeinverfügung

Der Landkreis Eichsfeld ist am Dienstag angesichts steigender Inzidenzen in die Corona-Warnstufe 3 gewechselt. Eine Sprecherin des Landratsamtes kündigte im Gespräch mit MDR THÜRINGEN noch für Dienstag eine neue Allgemeinverfügung an.

Das Robert Koch-Institut meldet aktuell für den Landkreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 330. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 15,1 und die landesweite Belegung der Intensivbetten bei 12,6 Prozent. Damit haben alle drei Parameter, die ausschlaggebend sind, den jeweiligen Wert für die höchste Warnstufe überschritten.

Pößneck | Impfen ohne Termin im Krankenhaus

Impfen ohne Termin ist am Dienstag im Krankenhaus Pößneck im Saale-Orla-Kreis möglich. Das Landratsamt appelliert vor allem an Menschen, die von einer Corona-Infektion genesen sind, sich impfen zu lassen. Die Bescheinigungen dafür laufen nach sechs Monaten aus. Es habe in letzter Zeit vermehrt Anfragen gegeben, sie zu verlängern, hieß es.

Im Frühjahr gehörte der Landkreis wochenlang zu den bundesweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen in Deutschland. Auch am Donnerstagnachmittag und am Samstagvormittag ist Impfen ohne Termin in der Impfstelle möglich.

Thüringen | Inzidenz nahezu unverändert

Die Corona-Inzidenz ist in Thüringen in den vergangenen 24 Stunden nahezu unverändert geblieben. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ging die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag ganz leicht auf 306,5 zurück. Das war aber weiterhin der höchste Wert aller Bundesländer. Am Montag hatte er bei 307,1 gelegen. Die Zahl gibt an, wie viele registrierte Neuinfektionen es je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gegeben hat. Bundesweit betrug die Inzidenz am Dienstag 153,7.

Den höchsten Wert aller Regionen in Thüringen hatte am Dienstag der Landkreis Sonneberg mit 490,8. Auch der Ilm-Kreis lag mit 408,1 über der 400er-Marke ebenso wie der Unstrut-Hainich-Kreis mit 406,1.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. November 2021 | 19:00 Uhr

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