Pandemie Corona-News vom 1. November: Anmeldungen für Auffrischungs­impfungen in Thüringen gestartet

+++ Impfstellen sollen wie geplant bis Jahresende öffnen +++ Mehr Fälle von gefälschten Impfausweisen +++ Inzidenz in Thüringen immer höher +++ Die Corona-News im Überblick +++

Thüringen | Beginn von Corona-Auffrischungsimpfungen

Nach dem Wegfall der Altersbegrenzung für Corona-Auffrischungsimpfungen in Thüringen sind seit Montag Anmeldungen dafür möglich. Der Start sei zunächst verhalten verlaufen, schließlich seien jedoch im Tagesverlauf einige Tausend Anmeldungen registriert worden, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Thüringen hatte Ende vergangener Woche entschieden, dass die sogenannten Booster-Impfungen ab November für alle zugänglich sein sollen. Damit können alle Menschen unter 60 Jahre, die dies wünschen, ihren Impfschutz auffrischen lassen. Zudem hat Thüringen die Wartezeit nach den ersten Impfungen für eine Auffrischung auf fünf Monate verkürzt.

Thüringen | Impfstellen schließen wie geplant zum Jahresende

Thüringens Impfzentren und -stellen werden nach derzeitigem Stand über das Jahresende hinaus nicht geöffnet. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung mit und begründete dies mit der schwachen Nachfrage nach Impfungen. Hausärzte hätten signalisiert, dass sie die Impfungen in ihren Praxen stemmen können.

In Thüringen sind mittlerweile alle vier überregionalen Impfzentren geschlossen. Auch die Impfstellen in Blankenhain und Eisenberg sind dichtgemacht worden. Die übrigen Impfstellen sollen bis zum 23. Dezember schließen. Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Bundesländer aufgerufen, ihre Impfzentren wieder zu öffnen.

Seit Montag können sich Thüringer unabhängig vom Alter eine Auffrischungsimpfung geben lassen. Voraussetzung ist, dass seit der vollständigen Impfung mindestens fünf Monate vergangen sind.

Thüringen | Mehr Fälle von gefälschten Impfausweisen

Der Polizei werden immer mehr Fälle von gefälschten Impfpässen bekannt. Wie die Landespolizeiinspektion Gotha mitteilte, werden die gefälschten Ausweise genutzt, um sich in Apotheken digitale Impfzertifikate ausstellen zu lassen. Wer einen gefälschten Impfausweis verwende, mache sich der Urkundenfälschung strafbar, die nach Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird.

Laut Polizei kann an der Chargennummer nachvollzogen werden, ob ein Impfpass echt ist oder nicht. Stellen, die den digitalen Impfnachweis ausstellen, könnten so die Echtheit überprüfen. Im Zweifel könnten Informationen bei der Kassenärztlichen Vereinigung eingeholt werden. Sollte der Verdacht auf einen gefälschten Impfausweis bestehen, könne Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

Duderstadt | Ärztin wegen Ausstellung falscher Corona-Bescheinigungen angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat eine Ärztin aus dem niedersächsischem Duderstadt angeklagt, die falsche Atteste für Impfgegner und -skeptiker ausgestellt haben soll. Den Angaben nach soll die Ärztin zwei Kindern bescheinigt haben, dass sie von allen von der Stiko empfohlenen und geforderten Schutzimpfungen dauerhaft freizustellen sind. Medizinische Gründe hätten dafür nicht vorgelegen.

In einer zweiten Anklage wird die Frau laut Staatsanwaltschaft beschuldigt, 16 jeweils gleichlautende Atteste ausgestellt zu haben, welche die jeweiligen Personen vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreiten. Dabei habe die Frau gewusst, dass sämtliche Personen keine gesundheitlichen Einschränkungen hatten, die eine entsprechende Befreiung rechtfertigen könnten.

Die Empfänger der im Zeitraum von April 2020 bis März 2021 ausgestellten ärztlichen Bescheinigungen stammten aus Thüringen, Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Thüringen | Impfquoten steigen nur leicht an

Die Impfquoten in Thüringen sind im Oktober nur leicht gestiegen. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen meldete am Montag für Erfurt eine Impfquote von 71 Prozent. Das waren knapp zwei Prozentpunkte mehr als vor drei Wochen. In vergleichbarem Maß gestiegen sind die Zahlen in Weimar, wo bisher 69,3 Prozent der Menschen vollständig geimpft sind. Die beiden Städte bleiben weiterhin die Impf-Spitzenreiter in Thüringen.

Schlusslicht ist nach wie vor der Landkreis Hildburghausen mit einer Impfquote von aktuell 46,3 Prozent. Vor drei Wochen lag der Wert nur einen Prozentpunkt darunter.

Das Robert Koch-Institut meldete am Montag für Thüringen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 307. Mit einem Wert von 487 ist Sonneberg der am stärksten betroffene Landkreis.

Gera | Stadt prüft verschärfte Regeln

Die Corona-Regeln werden diese Woche noch nicht verschärft. Wie die Stadt mitteilte, gilt bis zum 6. November die derzeitige Allgemeinverfügung. Bis dahin werde geprüft, ob die Regeln verschärft werden müssen. Gera hatte am Wochenende die Corona-Warnstufe 3 erreicht.

Eisenach | Freie Termine für Impfungen in Mittel- und Westthüringen

Die Impfstellen in Mittel- und Westthüringen haben noch Termine für die sogenannten Booster-Impfungen frei. Im Thüringer Impfportal werden aktuell Kapazitäten unter anderem in Sömmerda, Weimar, Arnstadt und Eisenach angeboten. Interessierte bekommen meist schon einen Termin in der laufenden Woche. Laut Kassenärztlicher Vereinigung sind die Impfstellen noch bis 23. Dezember in Betrieb. Thüringen hatte entschieden, die Auffrischungsimpfung ab November für alle Altersgruppen freizugeben. Termine können über das Portal www.impfen-thueringen.de gebucht werden.

Mein­ingen | Viele freie Termine für Booster-Impfungen in Südthüringen

In Südthüringen gibt es viele freie Termine für die sogenannten Booster-Impfungen. Im Thüringer Impfportal werden aktuell freie Kapazitäten unter anderem in Meinigen, Schmalkalden, Hildburghausen, Suhl und Sonneberg angeboten. Meist bekommen Impfwillige schon am nächsten Tag einen Termin. Thüringen hatte entschieden, die Auffrischungsimpfung ab November für alle Altersgruppen freizugeben. Termine können über das Portal www.impfen-thueringen.de gebucht werden.

Weimar | PCR-Tests im DRK-Testzentrum

Das DRK-Testzentrum in Weimar bietet ab sofort auch PCR-Tests für Selbstzahler an. Wie der DRK-Kreisverband mitteilte, kostet ein Test knapp 98 Euro. Das Ergebnis liege in der Regel nach 24 Stunden vor und könne über eine App oder eine Internetseite abgerufen werden. PCR-Tests werden zum Beispiel für ein sogenanntes Freitesten aus der Quarantäne benötigt, aber auch für Reisen ins Ausland.

Sonders­hausen | Keine strengeren Regeln

Der Kyffhäuserkreis setzt die 2G- und 3G-plus-Regel der Landesverordnung vorerst nicht um. Wie das Landratsamt am Montag mitteilte, sind zunächst keine schärferen Regeln geplant. Das habe der Krisenstab am Wochenende beschlossen.

Die neue Landesverordnung sieht vor, dass in Corona-Warnstufe 3 entweder 2G oder 3G-plus unter anderem in Gaststätten, Museen oder bei Veranstaltungen gilt. Dazu müssen die Kreise die entsprechenden Allgemeinverfügungen anpassen.

Laut Gesundheitsministerium handelt es sich um eine Soll-Regel, zu der die Kreise verpflichtet werden können. Im Kyffhäuserkreis gelte aber bereits seit Mitte Oktober eine strenge 3G-Regel in geschlossenen Räumen. Seitdem seien die Inzidenzen bei den Neuinfektionen und den Krankenhauspatienten auch zurückgegangen.

Thüringen | Inzidenz steigt weiter an

Die Corona-Inzidenz nimmt in Thüringen weiter zu. Laut Robert Koch-Institut (RKI) kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag auf 307,1. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer. Am Sonntag hatte er bei 304,1 gelegen und am Samstag bei 298,2. Die Zahl gibt an, wie viele registrierte Neuinfektionen es je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gegeben hat. Bundesweit betrug die Inzidenz am Montag 154,8.

Gotha | Strengere Corona-Regeln im Landkreis

Im Landkreis Gotha gelten ab Montag strengere Corona-Regeln. Laut der neuen Allgemeinverfügung sind für alle öffentlichen Veranstaltungen nur die Modelle 2G oder 3G Plus zulässig. Zutritt haben danach nur Geimpfte und Genesene (2G) oder auch Menschen mit negativem PCR-Test (3G Plus).

Die strengeren Regeln gelten unter anderem für Kino, Theater, Konzerte, Messen, Sportwettkämpfe und Flohmärkte. Die Veranstaltungen müssen beim Landkreis angemeldet werden. Für Innengastronomie und Übernachtungen in Hotels und Pensionen gilt unverändert die 3G-Regel. Das betrifft auch private Familienfeiern mit mehr als 20 Teilnehmern.

Wenn nicht ausreichend Abstand gehalten werden kann, müssen auch im Freien Schutzmasken getragen werden. Öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel ab 150 Teilnehmern sind erlaubnispflichtig und müssen zehn Werktage zuvor beim Landratsamt angemeldet werden. Ein negativer Schnelltest ist für Schwimmbäder, Saunen und Fitnessstudios ausreichend. Die neue Allgemeinverfügung gilt zunächst bis 24. November.

Erfurt | Frau mit Covid-Symptomen entlässt sich selbst aus Krankenhaus

Eine Frau mit schweren Covid-19-Symptomen hat sich in Erfurt selbst aus dem Krankenhaus entlassen. Wie die Polizei mitteilte, fuhr sie trotz ihres schlechten Zustands am Freitag mit dem Taxi nach Hause und empfing dort noch Besuch. Die Polizei brachte sie zurück ins Krankenhaus und ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Thüringen | 83 Millionen Euro für Verdienstausfall wegen Quarantäne

Seit Pandemiebeginn sind in Thüringen rund 83 Millionen Euro für Verdienstausfall wegen Corona-Quarantäne ausgezahlt worden. Das teilte das Landesverwaltungsamt mit. Knapp 103.000 Anträge sind demnach in der Behörde eingegangen. In gut 90 Prozent der Fälle wurde bislang entschieden.

Der Chef des Landesverwaltungsamtes, Adalbert Alexy, sagte, aus allen Bereichen seien Mitarbeiter abgezogen worden, damit die Anträge zügig bearbeitet werden können. Nicht ganz so dringliche Anträge wie zum Beispiel Straßenausbaubeiträge seien dafür zur Seite gelegt worden und könnten sich in Einzelfällen um Monate verzögern. Laut Amtschef sind 600 von 830 Mitarbeitern mit dem Thema Corona beschäftigt.

Der Behörde zufolge wurden rund 7.000 Anträge abgelehnt, weil sie beispielsweise Formulare falsch genutzt haben oder weil die Quarantäne nicht vom Gesundheitsamt angeordnet wurde.

Ab November sind für die meisten Ungeimpften bei Verdienstausfällen wegen Quarantäne keine Entschädigung mehr vorgesehen. Betroffen sind alle, für die es eine Impf-Empfehlung gibt und sich trotzdem nicht impfen lassen. Darauf hatten sich Bund und Länder geeinigt - nur Bremen und Thüringen enthielten sich.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. November 2021 | 19:00 Uhr

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