Thüringen-Ticker Corona-News vom 4. Februar: Kein Anspruch auf Präsenzunterricht

+++ Weniger als 8.000 aktive Corona-Fälle in Thüringen +++ Oberverwaltungsgericht weist Beschwerde eines Schülers aus Jena zurück +++ Handwerkskammer Erfurt schlägt Stufenplan zur schrittweisen Öffnung der Betriebe vor +++ Altenburger Oberbürgermeister richtet Hilferuf an Bundesminster +++

Eine Schülerin sitzt mit Maske vor offenem Fenster und folgt dem Unterricht
Lieber mit Maske und bei offenem Fenster im Klassenzimmer lernen als zu Hause: Das wünschen sich viele Schüler. Anspruch darauf haben sie nicht, entschied am Donnerstag das Oberverwaltungsgericht Weimar. Bildrechte: imago images / Mattias Christ

Ticker-Ende

Wir machen Schluss für heute - das war's mit dem Thüringen-Ticker zur Corona-Pandemie von Donnerstag, 4. Februar. Am Freitag berichten wir in einem neuen Ticker über Corona & Covid-19 im Freistaat.

Thüringen | Zahl der aktiven Corona-Infektionen weiter unter 8.000

Nach Angaben der Thüringer Gesundheitsämter galten am Mittwochabend 7.938 Menschen als aktiv infiziert. Das waren 44 Fälle weniger als am Mittwoch und 3.248 Fälle weniger als vor zwei Wochen. 718 Neuinfektionen wurden Mittwoch gemeldet. 18 weitere Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind verstorben.

Die Corona-Inzidenz für Thüringen - also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen gerechnet auf 100.000 Einwohner - betrug am Mittwochabend 159. Die regional höchste Inzidenz hat der Kreis Hildburghausen mit 301. Die niedrigste Infektionsrate hat Eisenach mit 64.

MDR THÜRINGEN erfasst Corona-Fälle nach den Meldezeitpunkten der Landratsämter. Daher kann es zu Abweichungen von den Zahlen des Robert-Koch-Instituts kommen.

Kein Anspruch auf Präsenzunterricht für Schüler

Auch Schüler von Abschlussklassen in Thüringen haben in der aktuellen Pandemielage keinen Anspruch auf Präsenzunterricht. Das hat das Oberverwaltungsgericht Weimar entschieden und damit die Beschwerde eines Schülers aus Jena zurückgewiesen. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, hatte ein Zehntklässler seine Beschwerde damit begründet, das er befürchte, ohne Präsenzunterricht nicht optimal auf die Prüfungen vorbereitet zu werden. Er hatte deshalb beantragt, im Präsenzunterricht oder im Wege des E-Learnings in allen Unterrichtsfächern unterrichtet zu werden.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit der aktuellen epidemischen Lage. Es sei den Schülern von Abschlussklassen zuzumuten, auch bei unbestrittenen technischen Schwierigkeiten via Schulcloud zu lernen.

Altenburg | Oberbürgermeister richtet Hilferuf an Bundesminister

In einem offenen Brief hat sich der Altenburger Oberbürgermeister André Neumann (CDU) mit einem Hilferuf an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und den Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gewendet. Darin macht er auf die Situation vieler Unternehmen in der Region aufmerksam und appelliert, die zugesagten Finanzhilfen so schnell wie möglich auszuzahlen.

Wörtlich schreibt Neumann: "Es tut weh erleben zu müssen, wie gestandene Männer und Frauen, die ihre Betriebe mit Fleiß und Geschick schon erfolgreich durch viele Krisen geführt haben, nun einfach nicht mehr weiter wissen. [...] Ich sehe es als meine Pflicht als Oberbürgermeister an, Sie darauf hinzuweisen, dass die aktuelle Situation ungenügend ist und Altenburger Betriebe reihenweise in ihrer Existenz bedroht sind.

Die Überbrückungshilfe III käme bei den Unternehmen nicht schnell genug an, heißt es weiter. Neumann zufolge droht nicht nur eine schlimme Pleitewelle, es drohen auch menschliche Tragödien.

Thüringen | Menschen meiden Zahnvorsorge in Corona-Krise

Seit Beginn der Corona-Krise wagen sich viele Menschen in Thüringen nicht mehr zum Zahnarzt. Wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) in Thüringen mitteilte, ist die Zahl ihrer Versicherten, die zu einer Zahnvorsorge gegangen sind, im ersten Quartal 2020 um rund 13 Prozent gesunken. Im zweiten Quartal nahmen demnach sogar 18 Prozent weniger Versicherte einen Kontrolltermin beim Zahnarzt wahr. In den Jahren vor der Pandemie war die Bereitschaft zur Zahnvorsorge immer konstant oder minimal gesunken.

Frau beim Zahnarzt
Mindestens einmal pro Jahr zur Zahnuntersuchung - das wird Erwachsenen empfohlen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Westend61

Alle regionalen Impfzentren in Betrieb

In Thüringen sind alle 29 regionalen Corona-Impfstellen im Betrieb. Nachdem die ersten 14 seit Mitte Januar arbeiten, wurden am Mittwoch auch die restlichen Anlaufstellen eröffnet, unter anderem in Apolda, Rudolstadt, Eisenberg, Ilmenau und Hildburghausen.

Erfurt | Stadt soll Lüftungsanlagen für Schulen prüfen

Die Stadt Erfurt will den Einbau von Lüftungsanlagen in Schulen und Kindergärten ermöglichen. Einem entsprechendem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat der Stadtrat am Mittwochabend mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Stadtverwaltung wird damit beauftragt, sich um sichere und technisch geprüfte Anlagen zu kümmern.

Die Verwaltung hatte in einer Stellungnahme klar gemacht, dass die vom Max-Planck-Institut entwickelte Baumarktanlage nicht flächendeckend eingesetzt werden kann. Ihr fehlt das Tüv-Siegel. Getestet wird die Anlage im Heinrich-Hertz-Gymnasium. Nun soll nach technisch geprüften Anlagen gesucht werden. Es müsse endlich ein Anfang gemacht werden, um in der Corona-Pandemie in den Schulen zeitnah auch wieder dauerhaften Präsenzunterricht zu ermöglichen, sagte David Maicher, bildungspolitischer Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

+++ 320 Polizisten in Sachsen-Anhalt geimpft +++ Zahl der Fehltage von erkrankten Erwerbstätigen in Pandemie gesunken. +++ Deutscher Ethikrat gegen Lockerungen für Geimpfte +++ Mehr überregionale Corona-News im MDR AKTUELL-Ticker.

Thüringen | Handwerkskammer legt Stufenplan vor

Die Handwerkskammer Erfurt hat der Landesregierung einen Stufenplan zur schrittweisen Öffnung der Betriebe in Thüringen vorgeschlagen. Dabei sollte der Inzidenzwert mit den Hygienekonzepten gekoppelt werden. Konkret sehen die Vorschläge der Handwerkskammer vor, ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100, zunächst die Gesundheits- und körpernahen Dienstleistungen mit Auflagen, Zugangsbeschränkungen und Maskenpflicht, wieder zu öffnen.

Auch ein eingeschränkter Regelbetrieb in den Kindergärten und Wechselunterricht in den Schulen soll ab einem Wert unter 100 wieder möglich sein, heiß es im Stufenplan der Handwerkskammer Erfurt. Ab einem Wert unter 50 sollen Kinder wieder vollständig betreut werden. Auch die Gastronomie soll ab einem Wert unter 50 wieder öffnen dürfen. Aus Sicht der Kammer ist eine Öffnung mit der Hälfte der Plätze zulässig.

Weida | Masken statt Matratzen

Immer mehr medizinische Masken werden in Thüringen hergestellt - zum Beispiel bei der Firma Breckle in Weida. Eigentlich werden dort Matratzen genäht. Doch zurzeit sind die Breckle-Produkte deutlich kleiner.

Thüringen | Homeschooling-Leistungen zählen

In die Halbjahreszeugnisse fließen erstmals auch Leistungen aus dem häuslichen Lernen ein. Anerkannt würden schriftliche, mündliche und praktische Arbeiten, die selbständig und ohne fremde Hilfe von den Schülern erbracht worden sind, teilte ein Ministeriumssprecher MDR THÜRINGEN mit. Klassenarbeiten oder schriftliche Leistungskontrollen gelten dabei aber weiter nur aus Präsenzphasen. Trotz des verlängerten Lockdown hält das Bildungsministerium am 19. Februar als Termin für die Vergabe der Halbjahreszeugnisse fest.

Das waren die Corona-News am Mittwoch

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 04. Februar 2021 | 19:00 Uhr

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