Thüringen-Ticker Corona-News vom 6. Februar: Impfstoff von Astrazeneca in Thüringen eingetroffen

+++ Querdenker legen Kränze in Weimar nieder +++ Thüringer SPD fordert mehr Unterstützung von Familien und Kindern +++ Inzidenz in Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen sinkt +++ Impfstoff von Astrazeneca in Thüringen eingetroffen +++

Impfstoff Astrazeneca
Die Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Bildrechte: imago images/Martin Wagner

Ticker-Ende

Wir schließen unseren Ticker für heute und sind am Sonntag wieder mit aktuellen Corona-News aus Thüringen für Sie da.

Weimar | Querdenker legen Kränze in Weimar nieder

Sogenannte Querdenker haben am Weimarer Buchenwaldplatz am Samstagabend Kränze niedergelegt. Die Stiftung der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora verurteilte diesen Akt auf Twitter und schrieb von einer "Verhöhnung der NS-Opfer". Auf den Kränzen, die vom Bündnis "Bürger für Deutschland" niedergelegt wurden, stand: "Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und Opfer der totalisierenden Diktatur."

Den Angaben nach hatte die Stiftung im Vorfeld der heutigen Demonstration in Weimar gegen die Corona-Politik die Organisatoren aufgerufen, auf die Kranzniederlegung am "Platz der 56.000" und damit auf die Instrumentalisierung der NS-Opfer zu verzichten.

Wieder Demo gegen Corona-Politik

In Weimar haben am Samstag 120 Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert. Aufgerufen hatte das Bündnis "Bürger für Deutschland". Die Demonstranten beschrieben die Corona-Regeln als unverhältnismäßig und forderten die Politik auf, die Einschränkungen zu beenden. Rund ein Drittel der Teilnehmer trug trotz Auflage der Versammlungsbehörde keine Mund-Nasen-Bedeckung.

Unter dem Motto "Solidarisch durch die Krise - zusammen gegen Verschwörungsideologien und Egoismus" trafen sich im Anschluss 70 Demonstranten. Dazu hatte das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar aufgerufen.

Aus Sicht der Polizei verliefen beide Demonstrationen ruhig. Es habe keinen Grund zum Eingreifen gegeben.

Thüringen | Corona-Zahlen am Samstag

Die Gesundheitsämter haben am Samstag 436 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 19 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Zahl der aktiven Infektionen lag bei 7.335. Das waren 121 weniger als am Freitag und 3.662 weniger als vor zwei Wochen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag gemäß der Statistik von MDR THÜRINGEN bei 156. Ihr bisheriger Höchststand war am 10. Januar mit 350 erreicht worden. Die Impfquote lag am Samstag bei 3,06 Prozent.

Mengers­gereuth-Hämmern | Corona-Ausbruch in Senioren-WG

In einer Awo-Seniorenwohngruppe in Mengersgereuth-Hämmern (Kreis Sonneberg) hat sich das Coronavirus rasant schnell ausgebreitet. Wie der Vize-Landrat Jürgen Köpper (CDU) MDR THÜRINGEN sagte, wurden alle 22 Bewohner positiv getestet. Auch zwei der rund 20 Mitarbeiter haben sich infiziert. Das Haus steht nun unter strenger Quarantäne.

Thüringen | SPD fordert "Familiengipfel"

Die Thüringer SPD fordert einen "Familiengipfel" noch in diesem Monat. Dabei soll es um die Unterstützung von Familien und Kindern in der Corona-Krise gehen. Dazu eingeladen werden sollen unter anderem Vertreter von Politik, Wohlfahrts- und Jugendverbänden sowie von Schüler-, Eltern- und Seniorenvertretungen.

Ziel solle es sein, Angebote für Familien, feste Regeln für Distanzunterricht sowie einen verbindlichen Plan für Präsenzangebote an Kindergärten und Schulen zu erarbeiten. Speziell gehe es um ein Konzept, mit dem schrittweise und abhängig von den Infektionsraten ab dem 15. Februar alle Kinder wieder Kindergärten und Schulen besuchen können.

Gera | Vom Polizeidienst ins Impfzentrum

Viele Jahre war Steffi Kopp als Sprecherin die Stimme der Ostthüringer Polizei. Seit einiger Zeit ist sie im Ruhestand - und engagiert sich jetzt als ehrenamtliche Helferin bei Corona-Impfungen.

Thüringen | Impfstoff von Astrazeneca eingetroffen

In Thüringen sind am Samstag die ersten 9.600 Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca eingetroffen. Weitere Lieferungen würden für den 12. und 19. Februar sowie den 2. März erwartet, teilte das Gesundheitsministerium in Erfurt mit. Geliefert werden sollen dann 9.600, 26.400 beziehungsweise 38.400 Impfdosen.

Für den Einsatz des Impfstoffs von Astrazeneca wird es den Angaben des Ministeriums zufolge zusätzliche Wochenendtermine in den bestehenden Impfstellen geben. Das Mittel des britisch-schwedischen Herstellers wird nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission in der Gruppe mit höchster Impfpriorität nur Menschen bis zum Alter von 65 Jahren gespritzt. Somit kann es zum Beispiel das Personal von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erhalten.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben sich bis zum Samstag 65.321 Menschen im Thüringen gegen das Coronavirus impfen lassen. 20.537 haben bereits eine zweite Impfung erhalten.

Hildburg­hausen / Meiningen | Inzidenz sinkt langsam

In den Thüringer Corona-Hotspots, den Landkreisen Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen, ist die Sieben-Tage-Inzidenz nach unten gegangen. Im Kreis Hildburghausen sank sie am Freitag auf 223. Im Kreis Schmalkalden-Meiningen sank der Wert von 282 auf 259.

Beide Kreise bleiben jedoch die Regionen in Thüringen mit dem höchsten Infektionsgeschehen. Zum Vergleich: In Eisenach liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 54.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

+++ Von der Leyen verteidigt EU-Impfstoffbeschaffung +++ Steinmeier kündigt Corona-Gedenkfeier für 18. April an +++ Spahn erwartet Impfstoff für Kinder und Jugendliche im Sommer +++ Mehr überregionale Corona-News im MDR AKTUELL-Ticker

Newsletter | Hoffnung für Kulturschaffende

Die Kollegen aus Sachsen-Anhalt schauen auf die Situation der Kulturschaffenden. Denn für diese Branche sind neue Hilfen geplant und ein Neustart-Termin steht im Raum.

Thüringen | Kommunen sorgen sich vor Corona-Effekt bei Sozialbestattungen

Wegen der Corona-Pandemie fürchten Kommunen wieder steigende Ausgaben für Sozialbestattungen. "Es ist zu erwarten, dass die Anträge auf Übernahmekosten für Bestattungen in 2021 steigen werden", sagte die Sprecherin der Stadtverwaltung Eisenach, Janina Walter, der Deutschen Presse-Agentur. Kurzarbeit und Arbeitsplatzverlust könne die finanziellen Mittel von Verstorbenen und Hinterbliebenen auf lange Sicht schwinden lassen.

Bereits jetzt berechnen Bestatter und Krematorien Aufschläge bei Corona-Opfern. Zusatzkosten von 50 bis 60 Euro pro Todesfall fallen aufgrund der nötigen Schutzausrüstung an, erklärt der Landesinnungsobermeister des Thüringer Bestatterverbands, Gerd Rothaug. Längere Kühlzeiten aufgrund der längeren Wartezeiten bis zu Beisetzung verursachten weitere Kosten.

Normalerweise haben Angehörige der Verstorbenen die Kosten für die Beisetzung zu tragen. Können sie das nicht oder gibt es keine Angehörigen, kommt eine Sozialbestattung in Frage, bei der die Kommune die Kosten übernimmt. Zuletzt waren die kommunalen Aufwendungen für Sozialbestattungen in Thüringen gesunken.

Weimar | Kritik an Ramelows Corona-Pandemieplan

Aus der Thüringer SPD kommt scharfe Kritik an Ministerpräsident Bodo Ramelow. Der Weimarer SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hartung warf dem Linken-Politiker ein schlechtes Pandemie-Management vor.

Der Thüringer Allgemeinen sagte Hartung, Ramelow trage durch seinen Wankelmut nicht gerade dazu bei, dass das Vertrauen in Rot-Rot-Grün steige. Jede Entscheidung der Landesregierung hänge davon ab, welche Auffassung Ramelow gerade zu Corona habe. Außerdem kritisierte Hartung Gesundheitsministerin Heike Werner. Die Gesundheitsabteilung im Sozialministerium sei unter anderem wegen vieler unbesetzter Stellen und kranker Mitarbeiter fast nicht existent.

Thomas Hartung, SPD-Abgeordneter, spricht im Thüringer Landtag.
Seit 2009 sitzt Thomas Hartung im Thüringer Landtag. Bildrechte: dpa

Erfurt | Seniorenclubs sollen beim Impftermin helfen

In den Erfurter Seniorenclubs soll demnächst älteren Menschen bei der Suche nach einem Corona-Impftermin geholfen werden. Dazu gebe es aktuell Gespräche unter anderem mit dem Seniorenbeirat der Stadt, sagte die Beigeordnete fürs Ehrenamt Karola Stange (Linke) MDR THÜRINGEN. In den Clubs sollen dann auch die Formulare ausgedruckt und ausgefüllt werden, die fürs Impfen gebraucht werden.

Thüringen | Behindertenwerkstätten leiden unter Corona

Nach einem Jahr Corona-Pandemie spitzt sich die wirtschaftliche Situation für viele Behindertenwerkstätten in Thüringen zu. Grund dafür sind laut Landesarbeitsgemeinschaft "Werkstätten für behinderte Menschen" vor allem die Umsatzeinbußen in der Produktion sowie die Mehrkosten für Hygiene-Konzepte und Tests.

Besonders schwer hätten es Werkstätten, die der Industrie zuliefern. Sie mussten über Wochen die Arbeit einstellen. Gleichzeitig sind durch die Ausfälle aber auch Kosten entstanden, die abgedeckt werden müssen. Das sei häufig mit jeder Menge Bürokratie verbunden, wie der Verwaltungsleiter der Nordthüringer Werkstätten, Christian Völkel, MDR THÜRINGEN sagte. Dadurch gerate die eigentliche Aufgabe - die Arbeit mit behinderten Menschen - in den Hintergrund.

Werkstätten, die Hofläden betreiben oder mit Tieren arbeiteten, hatten es hingegen leichter. Sie gelten als systemrelevant und konnten fast durchgängig für die Beschäftigten offen bleiben.

Das waren die Corona-News am Freitag

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. Februar 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Pilatus vor 49 Wochen

Nachdem der britische Impfstoff seine volle Wirkung erst in drei Monaten entfaltet, kann der Impfstoff nunmehr erst einmal komplett verimpft werden, damit Thüringen endlich mal die rote Laterne in der Republik abgibt! Impfstoff für die Zweitimpfung zurückhalten macht also keinen Sinn.

knarf2 vor 49 Wochen

Ob billig oder nicht, Hauptsache er hilft!

adler123 vor 49 Wochen

..Ups...diesen bekomme ich eh nicht...bin da zu alt.

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