Covid-19 Corona-News vom 16. Dezember: Neuer Höchstwert an Todesfällen in Thüringen

Das Infektionsgeschehen in Thüringen bleibt weiterhin hoch. 25 mit dem Virus infizierte Menschen sind innerhalb eines Tages im Freistaat verstorben. Mehrere Kliniken haben auf Notbetrieb umgestellt. Die Corona-News im Überblick.

Eine Mitarbeiterin in Schutzkleidung auf einer Intensivstation
Seit mehreren Wochen steigt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Thüringen fast täglich an. Bildrechte: dpa

So geht es am Donnerstag weiter:

Thüringen | Gesundheitsämter melden weitere 25 Todesfälle

Innerhalb eines Tages sind in Thüringen 25 Menschen gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Das teilten die Gesundheitsämter am Mittwoch mit. Damit wurde nach 24 Sterbefällen am Dienstag erneut ein Höchstwert erreicht.

Auch die Zahl der aktiv Infizierten liegt erneut deutlich höher als am Vortag, die Ämter meldeten 10.195 Fälle. Im Vergleich zu den Zahlen vor zwei Wochen ist das ein Anstieg um mehr als 4.000. Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in Thüringen mehr als 28.000 Mal nachgewiesen. 598 Menschen starben bislang in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Notbetreuung ganz unterschiedlich nachgefragt

Die seit Mittwoch geltende Notbetreuung an Schulen und in Kindergärten wird in Thüringen unterschiedlich intensiv genutzt. Wie eine MDR THÜRINGEN-Umfrage ergab, variieren die Anmeldungen sehr stark. Je nach Stadt und Einrichtung liegen die Zahlen zwischen zehn und 50 Prozent, hieß es etwa aus Gotha und Altenburg. In Jena waren von insgesamt 5.700 Plätzen 900 belegt, etwa 16 Prozent.

Mehrere Stadtverwaltungen kritisieren, dass es an klaren Kriterien fehlt, wer sein Kind in die Notbetreuung geben darf. Das führe zu Diskussionen und Ärger mit Eltern, sagte ein Erfurter Stadtsprecher. Ralf Rusch vom Gemeinde-und Städtebund hält dagegen, dass diesmal ganz bewusst darauf verzichtet worden sei: Die Vernunft der Eltern sei gefragt. Er verweist aber darauf, dass die Notbetreuung nur für Ausnahmefälle gilt.

Gera | Deutlich mehr Patienten als im Frühjahr

Am SRH Wald-Klinikum in Gera werden Dutzende Covid-19-Patienten behandelt. Um sie auch auf der Intensivstation optimal betreuen zu können, wird Personal aus anderen Bereichen zusätzlich eingesetzt. Ein Situationsbericht.

Weimar | Jüngere Patienten mit schweren Verläufen

Ärzte in Weimar registrieren seit Kurzem auch bei jüngeren Patienten schwerere Verläufe bei einer Corona-Erkrankung. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Für diese Patienten sei bislang zwar keine stationäre Betreuung nötig, die Hausärzte müssten sich aber intensiv um diese Gruppe kümmern. So würden die Patienten teils mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Bad Salzungen | Angespannte Lage im Gesundheitsamt

Nach dem starken Anstieg der Corona-Infektionen in der Wartburgregion arbeitet das Gesundheitsamt am Limit. Die Situation ist nach Angaben von Landrat Reinhard Krebs "sehr angespannt". Die 45 Mitarbeiter werden derzeit von etwa 100 weiteren Beschäftigten des Landratsamtes unterstützt, zum Beispiel am Bürgertelefon oder bei der Kontrolle der Quarantäne. Außerdem helfen etwa 25 Mitarbeiter der Stadtverwaltung Eisenach sowie acht Soldaten der Bundeswehr. Am Telefon gebe es "viel Stress", die Nerven lägen blank, sagte der Landrat.

Er bittet um Verständnis dafür, dass sich wegen der vielen neuen Fälle die Anrufe des Gesundheitsamtes verzögerten. Betroffene mit positivem Testergebnis und Kontaktpersonen ersten Grades sollten sich in Selbstisolation begeben. Trotz der vielen neuen Fälle seien die Krankenhäuser der Region aber bisher nicht überlastet - auch wenn mehrere Mitarbeiter erkrankt seien.

Thüringen | Unnötigen Andrang an Impfstellen vermeiden

Die 29 Impfstellen in Thüringen sind einsatzbereit, das Warten auf die Zulassung des Impfstoffs hat begonnen. Doch wo genau in Thüringen man sich voraussichtlich in den kommenden Wochen und Monaten gegen das Coronavirus impfen lassen kann, wird vorerst nicht öffentlich kommuniziert.

Gehren | Quarantäne in Gemeinschaftsunterkunft verlängert

Die Quarantäne für die Gemeinschaftsunterkunft in Gehren im Ilm-Kreis ist bis zum 28. Dezember verlängert worden. Der Grund: Laut Landratsamt haben sich acht weitere Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. Im Ilm-Kreis stieg die Zahl der Todesfälle mit Corona-Bezug am Dienstag auf 19.

Derzeit werden im Kreis 45 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt. In ganz Thüringen steigt die Zahl der Corona-Intensivpatienten seit mehreren Wochen deutlich an.

Erfurt | Eishockey-Team in häuslicher Quarantäne

Die kommenden beiden Eishockey-Oberligaspiele der Erfurter Black Dragons sind abgesagt worden. Nach zwei bestätigten Corona-Fällen befinden sich alle Spieler Freitag in häuslicher Quarantäne. Die beiden betroffenen Spieler haben die typischen Symptome wie fehlenden Geschmacksinn und Fieber, sagte Dragons-Präsident Martin Deutschmann. Nach Rücksprache der Vereinsführung mit dem Erfurter Gesundheitsamt fallen somit sowohl die Partie am Freitag gegen Tilburg als auch das Sonntagsspiel in Hamm aus.

bundes­weit | Überregionale Corona-News

In Sachsen ist es bei der Versorgung von Covid-19-Patienten offenbar schon zur sogenannten Triage gekommen. Das heißt, dass Ärzte entscheiden mussten, wer zuerst mit Beatmung versorgt wird und wer später. In ganz Deutschland sind etwa 440 Zentren eingerichtet, in denen die erwarteten Impfungen gegen das Coronavirus zunächst gebündelt anlaufen sollen - unter anderem in Messehallen und Hotels: Mehr überregionale Corona-News im MDR AKTUELL-Ticker.

Suhl | Klinikum wechselt in Notbetrieb

Das SRH Zentralklinikum Suhl hat am Mittwoch in den sogenannten geregelten Notbetrieb gewechselt. Wie ein Kliniksprecher mitteilte, stehen bis zum 10. Januar die Notfallpatienten, akut lebensbedrohliche Erkrankte und Corona-Patienten im Vordergrund. Grund ist der Anstieg von stationären Patienten mit einer Corona-Erkrankung.

Aktuell werden aus der Region 71 Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung im SRH Zentralklinikum Suhl behandelt, sieben von ihnen werden beatmet. Die Covid-19-Patientenzahl hat sich binnen zwei Wochen verdoppelt. Zusätzlich zur Intensivstation werden zwei komplette Stationen ausschließlich zur Behandlung von Covid-19-Patienten genutzt.

Altenburg | Neun mit Coronavirus infizierte Menschen gestorben

Innerhalb eines Tages sind im Altenburger Land neun Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Das meldete das Gesundheitsamt des Landkreises am Mittwoch. Die Zahl der Toten erhöhte sich damit auf 29. Außerdem registrierte das Amt 60 Neuninfektionen. Nach Angaben des Landratsamtes stieg die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz auf 508.

Den Angaben nach hat sich vor allem die Zahl der Infizierten in den Pflegeheimen und Heimen für betreutes Wohnen weiter erhöht. Wegen der angestiegenen Infektionszahlen sind im Klinikum Altenburger Land, im Albert-Schweitzer Pflegeheim, im Pflegeheim der Diakonie Hospitalstiftung und bei der Pflegedienst Reichelt GmbH insgesamt 30 Helfer von der Bundeswehr im Einsatz. 14 weitere sind in der Seniorenresidenz Schlossblick und in der Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft eingeplant.

Thüringen | Corona-Krise verstärkt Wunsch nach Wohneigentum

Die Corona-Krise verstärkt auch in Thüringen den Wunsch nach Wohneigentum. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Commerzbank in Auftrag gegeben hat. Demnach möchten 26 Prozent der Thüringer gern ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung kaufen. Bei den Jüngeren ist es knapp ein Drittel. Zudem möchten 27 Prozent der Befragten lieber von der Stadt aufs Land umziehen. Alternativ wünschen sich 18 Prozent der Thüringer eine größere Mietwohnung mit Balkon oder Garten.

Als Grund geben die meisten Befragten an, dass sich die Ansprüche ans eigene Heim in der Corona-Krise verändert haben. Menschen verbringen demnach mehr Zeit zu Hause und arbeiten im Homeoffice. Für die Studie wurden im November bundesweit 3.000 Menschen befragt, davon 200 in Thüringen.

Bad Langen­salza | Kostenloses Mittagessen wird verlängert

Das kostenlose Mittagessen für Bedürftige in Bad Langensalza wird um vier Monate bis Ende April verlängert. Ursprünglich sollte das Angebot nur bis Dezember gelten. Nach Ansicht des Koordinators Nick Böttner vom Verein Zwischenwelten ist die Nachbarschaftshilfe der Aktion Mensch in Corona-Zeiten besonders wichtig, wie er MDR THÜRINGEN sagte. Bei vielen Menschen sei im Moment das Geld knapp. Bis zu 30 Menschen haben mittwochs und freitags eine kostenlose Mahlzeit erhalten.

Jena | Uniklinikum wechselt in Corona-Modus

Das Universitätsklinikum Jena wechselt ab Mittwoch wieder in einen sogenannten geregelten Notbetrieb. Planbare Operationen werden verschoben, ambulante Termine reduziert. Wie der Medizinische Vorstand Jens Maschmann MDR THÜRINGEN sagte, soll weiteres Personal auf den Intensivstationen für Covid-19-Patienten eingesetzt werden. Letztlich gehe es darum, auch andere Krankenhäuser, die schon am Limit sind, zu entlasten.

Laut Maschmann hat sich die Zahl der Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, im Vergleich zum Frühjahr fast verdoppelt. Die größte der drei Intensivstationen sei komplett auf Covid-Patienten umgestellt worden. Von den 25 Intensivbetten sind momentan mehr als die Hälfte belegt. Auch eine komplette Normalstation mit 36 Betten steht für die Behandlung von Corona-Infizierten zur Verfügung. Insgesamt werden derzeit mehr als 40 Covid-19-Patienten am Uniklinikum behandelt.

Blick auf die Neurologische Klinik Gesellschaft Jena
Die Uni-Klinik in Jena verschiebt planbare OPs und reduziert ambulante Termine. Bildrechte: IMAGO

Schmölln | Stadt befragt Unternehmen zu Auswirkung der Krise

Die Stadt Schmölln (Altenburger Land) befragt Unternehmen der Region zur Corona-Krise. Mit den Ergebnissen des Fragebogens sollen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in Schmölln eingeschätzt werden. Zudem könne die Stadt gezielter Hilfs- und Unterstützungsangebote unterbreiten, sagte Bürgermeister Sven Schrade (SPD). Der Fragebogen ist auf der Internetseite der Stadt Schmölln zu finden. Die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung wollen diese ab Februar nächsten Jahres auswerten. Die Umfrage endet am 31. Januar und ist freiwillig.

Erfurt | Schlange stehen für FFP2-Masken

Seit Dienstag können sich Menschen über 60 Jahren und Risikopatienten in den Thüringer Apotheken zwei kostenlose FFP2-Masken abholen. In Erfurt waren diese allerdings schnell vergriffen.

Nord-hausen | Landratswahl soll verschoben werden

Die Landratswahl im Kreis Nordhausen soll vom Februar 2021 auf den Herbst 2021 verlegt werden. Darauf haben sich die Kreistagsfraktionen nach einer Sitzung geeinigt, an der auch der Präsident des Landesverwaltungsamtes Frank Roßner teilgenommen hat. Grund ist die unklare Infektionslage. Eine Wahl im Februar sei nicht machbar, hatten die Gemeinden des Kreises signalisiert. Sollte das Landesverwaltungsamt zustimmen, den Landrat zeitgleich mit dem Bundestag im Herbst zu wählen, würde sich die Amtszeit von Landrat Matthias Jendricke (SPD) um ein halbes Jahr verlängern. Auch die Bürgermeisterwahlen in Hohenstein und Werther würden dann auf dem Herbst verschoben, teilt der Landkreis mit.

Thüringen | Ministerin dämpft Erwartungen an Lockerungen

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) dämpft gleich zu Beginn des Lockdowns die Erwartungen an größere Lockerungen nach dem 10. Januar. Sie rechne nicht damit, dass nach dem 10. Januar Schulen und Geschäfte in Thüringen wieder öffnen könnten. Man habe derzeit im Landesdurchschnitt eine Inzidenz bei über 250, sagte Werner der "Thüringer Allgemeine". Das Ziel sei es aber, diese Zahl unter 50 zu senken. Erst dann könne es größere Lockerungen geben. Sie glaube nicht daran, dass dieses Ziel bis zum 10. Januar erreicht werden kann, so Werner.

Dass Thüringen zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern gehört, liegt laut Werner auch an einer "gewissen Sorglosigkeit", die sich im Sommer bei einem Teil der Menschen breit gemacht habe. Gleichzeitig räumte die Ministerin ein, dass die Landesregierung noch im Oktober die aktuelle Entwicklung "nicht in dieser Dramatik" erwartet habe.

Ab Mittwoch neue Corona-Regeln im Freistaat

Thüringen hat sich dem bundesweiten Lockdown angeschlossen und fährt ab Mittwoch das öffentliche Leben weitgehend herunter. Die Maßnahmen sollen helfen, die hohen Corona-Infektionszahlen im Freistaat wieder auf höchstens 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken. Zuletzt lag Thüringen bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 200-Markierung. Mit der neuen Verordnung, die am Dienstag in Kraft getreten ist, wurden auch die bereits seit Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen verlängert. Welche Regeln bis vorerst 10. Januar gelten, lesen Sie hier:

Probleme bei Thüringer Schulcloud

Auch neun Monate nach dem Start gibt es noch immer Schwierigkeiten bei der Thüringer Schulcloud. Wie Landesschulsprecher Leon Schwalbe MDR THÜRINGEN sagte, funktionieren vor allem die Videokonferenzen nicht verlässlich. So habe es vor allem in den vergangenen Wochen immer wieder Probleme dabei gegeben, Hausaufgaben oder Aufgabenblätter herunterzuladen. Etliche Schüler hatten vermehrt auf die Cloud zugegriffen, weil sie bereits im Wechselunterricht waren.

Der Überblick am Mittwoch

Einen wunderschönen guten Morgen zum Mittwoch! Auch wenn ab heute einschneidende Veränderungen für den Freistaat gelten: Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und bewahren Sie sich trotz allem ihren Optimismus. Wir informieren Sie auch heute wieder über die Entwicklungen zum Coronavirus in Thüringen. Mehr Informationen gibt es auch auf unseren Ratgeber-Seiten.

Das waren die Corona-News am Dienstag:

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

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