Pandemie Corona-News vom 23. April: Inzidenz in Thüringen sinkt leicht - Viele Schulen ab Montag zu

+++ Weitere 30 Todesfälle mit Corona-Bezug in Thüringen +++ Viele Schulen und Kindergärten ab Montag zu +++ Eltern klagen gegen Maskenpflicht +++ Buga-Besuch nur mit negativem Corona-Test +++ Die News im Überblick +++

Ein Schüler macht im Klassenzimmer einen Corona-Schnelltest.
Viele Schüler in Thüringen müssen ab Montag wieder zu Hause lernen. In geöffneten Schulen stehen regelmäßige Corona-Tests an, um Infektionen schnell zu erkennen. Bildrechte: dpa

So ging es am Samstag weiter

Thüringen | Inzidenz-Wert im Freistaat sinkt

Das Infektionsgeschehen in Thüringen ebbt weiter ab. Das Robert Koch-Institut meldete am Freitagabend für den Freistaat einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 223, eine Woche zuvor lag er noch bei 256. Dennoch bleibt Thüringen im bundesweiten Vergleich negativer Spitzenreiter. Bundesweit liegt die Inzidenz aktuell bei 164.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Thüringen 925 Neuinfektionen. Die Zahl der aktiven Fälle wurde am Freitagabend mit 10.800 angegeben, das waren rund 150 weniger als vor zwei Wochen. Weitere 30 Menschen starben in Verbindung mit einer Virusinfektion.

Heiligen­stadt | Schulen im Eichsfeld-Kreis sollen offen bleiben

Die Schulen im Landkreis Eichsfeld können möglicherweise in der kommenden Woche doch öffnen. Die am Donnerstag erlassene Allgemeinverfügung, die die Schließung der Schulen vorsah, wurde am Freitag wieder aufgehoben - "aufgrund der Inkraftsetzung des Bevölkerungsschutzgesetzes (Notbremse) ab dem 23. April", heißt es auf der Internetseite des Landkreises.

Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz im Eichsfeld, Stand Freitag, liegt unter dem in der "Notbremse" genannten Wert für Schulschließungen. In den meisten Kreisen und kreisfreien Städten in Thüringen bleiben Schulen und Kindergärten ab Montag geschlossen.

Thüringen | Ministerin rechnet mit Freiheiten für Geimpfte

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) rechnet schon in Kürze mit mehr Freiheiten für Geimpfte. Werner sagte MDR THÜRINGEN, sie gehe davon aus, dass die Bundesregierung in der kommenden Woche entsprechende Erleichterungen beschließen werde. Praktisch könnte das laut Werner bedeuten, dass überall dort, wo derzeit ein aktueller Corona-Test verlangt wird, die zweifache Impfung ebenso zählt.

Erfurt | Test-Zentrum für Buga-Besucher in Messehalle

Ein Schnelltestzentrum für Besucher der Bundesgartenschau in Erfurt soll am Mittwoch seine Arbeit aufnehmen - auf der Messe, unweit des Egaparks. Das Angebot sei vor allem für Buga-Besucher gedacht, die nach Erfurt anreisen, teilte die Stadtverwaltung mit. Erfurterinnen und Erfurter sollen weiterhin die dezentralen Testangebote nutzen.

Die Buga 2021 ist Freitagvormittag in Erfurt eröffnet worden - mit diversen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie.

Gera | Corona-Teststation am Waldzoo geplant

Der Waldzoo in Gera soll eine mobile Corona-Teststation bekommen. Wie die Stadt mitteilte, wird derzeit geprüft, ob die Station bereits am Wochenende am Haupteingang eingerichtet werden kann. Grund ist, dass ab Samstag alle Besucher einen offiziellen, negativen Corona-Test vorlegen müssen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Grundsätzlich könnten die Außenanlagen im Zoo so auch nach der neuen Bundes-Notbremse geöffnet bleiben, hieß es.

Deutsch­land | Kekulés Corona-Kompass: Neue Folge online

Impfstoffe, Mutationen, R-Wert, Inzidenzen - es ist nicht einfach, in der Pandemie den Überblick zu behalten. Der Epidemiologe und Virologe Alexander Kekulé gibt Orientierung.

Schleiz | Landrat fordert Impfstoff für Saale-Orla-Kreis

Der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann, hat das Land um zusätzliche Impfstoffdosen gebeten. In einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) heißt es, der Kreis hinke beim Impfen deutlich hinterher, und das bei dauerhaft sehr hohen Infektionszahlen. In vielen Orten hätten alte Menschen noch immer kein Impfangebot erhalten, so Fügmann. Das liege auch an der Größe des Landkreises und der dezentralen Lage des Impfzentrums. Seiner Meinung nach müssten die Hausärzte zusätzliche Dosen bekommen, es brauche dringend wohnortnahe Angebote.

Thüringen | Geschlossene Schulen und Kitas - Das sagen Elternvertreter

Der Bundesrat hat am Donnerstag die Corona-Notbremse gebilligt, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes unterschrieben. Nicht alles in dem Gesetz stieß auf Zustimmung, vor allem nicht die Schulschließungen. Dazu Claudia Koch, die Landeselternvertreterin in Thüringen:

Schulen und Kindergärten in 17 Kreisen und kreisfreien Städten geschlossen

In 17 Thüringer Landkreisen und kreisfreien Städten bleiben die Schulen und Kindergärten ab Montag geschlossen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, liegen die Inzidenzen hier über 165, sodass die Notbremse des Bundes greift. Präsenzunterricht in den Schulen kann erst wieder stattfinden, wenn der Grenzwert für fünf Werktage in Folge unterschritten wird.

Nur in den Landkreisen Hildburghausen, Nordhausen und dem Unstrut-Hainich-Kreis sowie in den Städten Jena und Suhl wird weiter vor Ort unterrichtet. In Weimar bleiben die Schulen und Kindergärten erst ab Dienstag geschlossen.

Schüler und Lehrer, die sich nicht zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen, dürfen die Schulen nicht mehr betreten. Getestet wird weiter wie gewohnt - meist im Klassenzimmer vor dem Unterricht. Auch Schnelltests aus Testzentren oder Apotheken können vorgelegt werden. Abschlussklassen und Förderschüler sind von den Schulschließungen ausgenommen.

Schmal­kalden-Meiningen | Landrätin kritisiert Bundesnotbremse

Die Meininger Landrätin Peggy Greiser (pl) kritisiert die Corona-Notbremse des Bundes. Vor allem das Schließen der Schulen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 165, sei nicht nachvollziehbar. Mit einer Testpflicht könnten laut Greiser Schulen im Wechselunterricht problemlos weiter geöffnet bleiben. Die Ausgangsbeschränkungen führten zudem dazu, dass sich die Menschen mehr privat treffen. Dies könne aber kaum kontrolliert werden.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

+++ Neues Infektionsschutzgesetz tritt Freitag in Kraft +++ Bundesärztekammer macht Druck beim Impfen +++ Ifo-Studie: Corona beschleunigt Innenstadt-Sterben +++ Mehr News im überregionalen MDR-Corona-Ticker +++

Nord­hausen | Sportanlagen im Lockdown saniert

In Nordhausen sind während der Corona-Pandemie mehrere Sportstätten saniert worden. Die Plätze und Gebäude konnten coronabedingt nicht genutzt werden, weshalb die Bauarbeiten ungehindert beendet werden konnten. Laut Stadtverwaltung erhielt die Werthersporthalle eine neue Sanitäranlage und der Sportplatz Bielen einen neuen Kunstrasen-Platz. Für den Kunstrasenplatz investierte die Stadt 70.000 Euro. Bereits im vorigen Jahr wurde die Sportanlage "Am Salzagraben" fertig saniert. Die Kosten für die Sportstättensanierung betrugen insgesamt 690.000 Euro.

Thüringen | Klinik-Beschäftigte größtenteils geimpft

Ein Großteil des Klinik- und Pflegepersonals in Thüringen ist inzwischen gegen Corona geimpft. Das geht aus Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag hervor. Demnach liegt die Impfquote mittlerweile bei etwa 75 Prozent. Ministerin Heike Werner sprach von einem tollen Erfolg. Zudem wertete ihn die Linken-Politikerin als maßgeblichen Beitrag "zur Sicherheit und Arbeitsfähigkeit der Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitations-Einrichtungen im Freistaat".

Die Landeskrankenhausgesellschaft (LKHG) Thüringen hätte sich laut Geschäftsführer Rainer Poniewaß eine noch größere Impfbereitschaft des Personals gewünscht. Aber das sei die Entscheidung eines jeden Einzelnen, sagte er. Poniewaß verwies darauf, dass es auch für Klinik-Beschäftigte keine Impfpflicht gibt. Zudem sprach er von einer "unglücklichen Diskussion" über Astrazeneca. Er vermutet, dass deswegen viele weibliche Angestellte verunsichert gewesen seien und sich bisher nicht hätten impfen lassen. Nach Astrazeneca-Impfungen ist es in einzelnen Fällen zu Hirnvenen-Thrombosen gekommen. Betroffen waren zumeist Frauen.

Jena | Patienten zögern bei Herzinfarkt im Lockdown

Das Universitätsklinikum Jena hat während des Corona-Lockdown rund zehn Prozent weniger Herzinfarkt-Patienten verzeichnet. Das geht aus einer aktuellen Studie unter der Leitung der Jenaer Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, Sylvia Otto, hervor. Phasenweise habe es sogar nur halb so viele Infarktpatienten gegeben. Wie die Studie zeigt, zögern die Patientinnen und Patienten während der Corona-Pandemie einen Arzt aufzusuchen. Im vergangenen Jahr wurden am Universitätsklinikum Jena (UKJ) über 600 Patienten mit akutem Koronarsyndrom, kurz ACS, behandelt.

Erfurt | Zoobesuch nur noch mit negativem Test

Trotz der Corona-Notbremse bleibt der Erfurter Zoo für Besucher geöffnet. Wie die Zooleitung mitteilte, müssen Besucher ab Samstag allerdings einen negativen Coronatest vorweisen. Dieser darf nicht älter als 24 Stunden und von einer öffentlichen Stelle bestätigt sein. Kinder unter sechs Jahren sind von der Testpflicht befreit. Auch das derzeitige Hygienekonzept bleibt bestehen: So muss in bestimmten Bereichen wie dem Kassenbereich Maske getragen werden, außerdem werden die Kontakte nachverfolgt. Zoos und botanische Gärten können nach der Corona-Notbremse des Bundes ihre Außenflächen öffnen. Die Tierhäuser bleiben weiter geschlossen.

Greiz | Landrätin zieht positive Bilanz nach 10.000 Tests

Vor gut einem Monat starteten die Schnelltests im Landkreis Greiz. Bisher mehr als 10.000 Bewohner haben diese in Bussen und Zentren bisher genutzt. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) ist zufrieden.

Thüringen | Weniger Ausbildungsplätze durch Corona

Die Corona-Pandemie bremts den Ausbildungsmarkt in Thüringen weiter aus. Wie die Landesarbeitsagentur mitteilte, wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Das zeigen vorläufige Daten der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen für das Ausbildungsjahr 2020/2021. Bis März meldeten die Arbeitgeber 9.900 Ausbildungsplätze. Das sind im Vergleich zum März vorigen Jahres 441 Stellen weniger. Im Vergleich zum März 2019 ist es ein Minus um rund 1.660 Stellen. Vor allem im Dienstleistungsbereich gingen die Zahlen zurück. Mehr Stellen wurden hingegen in der Landwirtschaft oder auch im Gesundheits- und Sozialbereich gemeldet. Auch die Zahl der Bewerber ist den Angaben nach rückläufig. Seit Oktober 2020 meldeten sich in Thüringen 5.877 junge Menschen bei den Arbeitsagenturen. Das sind 1.008 weniger als vor einem Jahr.

Freistaat setzt Ersatzfreistrafen teilweise aus

Wegen der Corona-Pandemie setzt Thüringen aktuell teils sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen aus. Diese werden normalerweise fällig, wenn rechtskräftig Verurteilte Geldstrafen nicht zahlen können. Häufig geht es dabei um Kleinkriminalität. "Ersatzfreiheitsstrafen bis zu 90 Tagessätzen werden derzeit nicht vollstreckt", sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Hintergrund sei, die Situation in den Gefängnissen während der Pandemie nicht zu verschärfen.

Neuankömmlinge in den Justizvollzugsanstalten würden der Corona-Krise wegen zunächst in gesonderte Aufnahmestationen gebracht. Damit soll vermieden werden, dass eventuelle Infektionen in die gesamten Einrichtungen eingeschleppt werden. Aktuell gebe es etwa 1500 Häftlinge über die fünf Thüringer Justizvollzugsanstalt verteilt, so der Sprecher. Seit Beginn der Pandemie sei das Virus bei einer niedrigen zweistelligen Zahl der Gefangenen festgestellt worden. Unter den rund 930 Bediensteten sei eine mittlere zweistellige Zahl betroffen gewesen. Todesfälle habe es im Zusammenhang mit Corona in den Einrichtungen bislang nicht gegeben.

Eltern klagen landesweit gegen Maskenpflicht an Schulen

Thüringenweit müssen sich Familienrichter mit der Maskenpflicht in Schulen beschäftigen. Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, haben zahlreiche Eltern Klage eingereicht, um die Maskenpflicht für ihre Kinder kippen zu lassen. So liegen allein am Amtsgericht Meiningen 23 Anträge vor, in Sömmerda 21, in Nordhausen drei und in Erfurt elf.

Hintergrund ist die Entscheidung eines Familienrichters in Weimar, der nach dem Antrag einer Mutter angeordnet hatte, dass deren Kinder keine Maske in ihren Schulen tragen müssen. Nach einer Beschwerde des Bildungsministeriums liegt der Fall nun beim Oberlandesgericht in Jena. Das Verwaltungsgericht in Weimar hatte den Beschluss zu Beginn der Woche bereits als offensichtlich rechtswidrig eingestuft, Eilanträge gegen die Verordnung zum Maskentragen an Schulen abgelehnt und sie für verhältnismäßig erklärt.

Erfurt | Mitten in der Corona-Pandemie: Buga startet

In Erfurt ist am Freitag die Bundesgartenschau eröffnet worden. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, müssen Besucher am Eröffnungstag noch keine Zertifikate für einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Erst ab Samstag werde das Personal an den Einlässen die Nachweise verlangen. Selbsttests werden demnach nicht akzeptiert.

Alle Interessenten werden gebeten, rechtzeitig Testtermine zu buchen. Zusätzlich öffnet am Samstag ein weiteres Testzentrum des DRK in den Räumen des Erfurter Rechtsamtes in der Marstallstraße. Ausschließlich Bewohner der Stadt können sich dort ohne Voranmeldung testen lassen. Geöffnet ist am Samstag und am Sonntag jeweils von 10 bis 14 Uhr. Am Donnerstag wurde die sogenannte Bundes-Notbremse beschlossen und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Sie ist damit am Freitag in Kraft getreten. Die Regeln gelten nach Angaben der Stadt aber erst ab Samstag.

Hildburg-hausen | Schnelltests für Kindergärten eingetroffen

Im Landkreis Hildburghausen werden am Freitag rund 10.000 Corona-Schnelltests an die Kindergärten verteilt. Wie Landrat Thomas Müller (CDU) MDR THÜRINGEN sagte, hat der Kreis für die kindgerechten Tests rund 41.000 Euro vorgestreckt. Die Kosten werden laut Müller vom Land Thüringen erstattet. Ersten Schätzungen zufolge reichen die Tests für rund sechs Wochen. Müller appellierte an die Eltern, ihre Kinder möglichst regelmäßig testen zu lassen. Die Tests sind freiwillig.

Gotha | Mehr als 4.600 Schnelltest seit Mitte März

Im Landkreis Gotha haben sich seit Mitte März mehr als 4.600 Menschen freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Nach Angaben des Gesundheitsamtes fielen dabei 108 Tests positiv aus. Das entspricht einem Anteil von 2,3 Prozent. 18 Teststellen gibt es derzeit im Landkreis, fünf betreut die Johanniter-Unfall-Hilfe Westthüringen. Bei den 13 weiteren Teststellen handelt es sich um Apotheken, Ärzte und Zahnärzte. Außerdem bieten die Helios-Klinik in Gotha-Sundhausen und die medizinischen Versorgungszentren in Gotha-Siebleben und Ohrdruf kostenfreie Corona-Schnelltests an.

Greiz | DRK hilft bei Beschaffung von Tests für Kindergärten

Der DRK-Kreisverband Greiz unterstützt den Landkreis Greiz beim Beschaffen von Corona-Tests für Kindertagesstätten. Ziel sei es alle 72 Kindergärten des Landkreises zu versorgen, sagte Landrätin Martina Schweinsburg MDR THÜRINGEN. Das entlaste den Landkreis. Erste Tests werden am Freitagvormittag im DRK-Kindergarten Niederpöllnitz übergeben. Seit Anfang dieser Woche gilt, dass jedem Kind sowie den Erziehern pro Woche zwei Schnelltests angeboten werden müssen.

Rückblick: Corona-Ticker von Donnerstag

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. April 2021 | 19:00 Uhr

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