Corona-Pandemie Maskenpflicht und Selbsttest in der Schule: Wie es Kindern und Jugendlichen damit geht

In Thüringen müssen jetzt alle Schüler Masken auch im Unterricht tragen. Hinzu kommen zwei Corona-Selbsttest pro Woche. Die Diskussionen darüber ebben nicht ab. Doch wie finden das eigentlich die Kinder und Jugendlichen?

Lina steht neben einem Vogelkäfig
Lina, 12 Jahre, Gymnasium Ich versuche derzeit so wenig wie möglich einkaufen zu gehen, weil ich sonst die Maske den ganzen Tag tragen müsste. Seit Montag tragen wir sie auch im Unterricht. Mich nervt die Maske, weil es sehr warm darunter ist und ich nicht so gut Luft bekomme. Der Nasenabstrichtest in der Schule war mein erster Corona-Test überhaupt. Eigentlich kitzelt es nur, weil man sich das Stäbchen ja nur zwei Zentimeter tief in die Nase steckt. Es ist schon aufregend. Wenn wir auf das Ergebnis warten, läuft der Unterricht normal weiter, aber ich gucke währenddessen immer mal auf den Teststreifen. Wir wurden belehrt, dass wir nicht weitererzählen sollen, wenn doch mal jemand positiv ist und da gibt es auch keine blöden Sprüche. Ich freue mich nicht ganz so doll auf die Schule, weil ich dort die ganze Zeit die Maske tragen muss und finde Homeschooling schöner, weil ich mir da die Aufgaben besser einteilen kann. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Lina steht neben einem Vogelkäfig
Lina, 12 Jahre, Gymnasium Ich versuche derzeit so wenig wie möglich einkaufen zu gehen, weil ich sonst die Maske den ganzen Tag tragen müsste. Seit Montag tragen wir sie auch im Unterricht. Mich nervt die Maske, weil es sehr warm darunter ist und ich nicht so gut Luft bekomme. Der Nasenabstrichtest in der Schule war mein erster Corona-Test überhaupt. Eigentlich kitzelt es nur, weil man sich das Stäbchen ja nur zwei Zentimeter tief in die Nase steckt. Es ist schon aufregend. Wenn wir auf das Ergebnis warten, läuft der Unterricht normal weiter, aber ich gucke währenddessen immer mal auf den Teststreifen. Wir wurden belehrt, dass wir nicht weitererzählen sollen, wenn doch mal jemand positiv ist und da gibt es auch keine blöden Sprüche. Ich freue mich nicht ganz so doll auf die Schule, weil ich dort die ganze Zeit die Maske tragen muss und finde Homeschooling schöner, weil ich mir da die Aufgaben besser einteilen kann. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Noah A. sitzt auf einem Sofa
Noah, 7 Jahre, Grundschule Wir müssen die ganze Zeit jetzt in der Schule Maske tragen, außer auf dem Schulhof. Und wenn gelüftet wird, da dürfen wir sie auch absetzen. Es ist nicht wirklich schön, aber auch nicht blöd, wenn die ganze Klasse mit Maske da sitzt. Trotzdem fände ich es schöner, wenn wir sie wie früher immer nur in den Schulgängen und auf Toilette tragen müssten. Die Maske nervt und wird mit der Zeit auch nass. Der Test in der Schule war mein erster Coronatest. Dazu habe ich mir so eine feste Wollefläche für zwei Minuten unter die Zunge gelegt. Dabei haben wir ein Lied gehört und während wir auf das Ergebnis gewartet haben, durften wir ein Spiel spielen. Es hat salzig geschmeckt und war ein wenig ekelhaft. Ansonsten hat sich der Test gut angefühlt, da weiß ich ja auch, dass ich kein Corona habe. Die Lehrerin hat uns aber auch erklärt, dass wir keine Angst haben brauchen, wenn der Test positiv ist. Dann holen uns unsere Eltern ab. Es wäre nur blöd, dann müsste ich in Quarantäne und sehe meine Freunde wieder nicht, dabei durfte ich doch erst eine Woche mit ihnen verbringen. Bildrechte: MDR/Loréne Gensel
Leopold steht vor einer Holzwand und schaut in die Kamera
Leopold, 13 Jahre, Gymnasium Ich finde es nicht schlimm, Maske im Unterricht zu tragen und es stört mich nicht. Es bietet ja auch den Schutz, dass man sich und andere nicht mit dem Coronavirus infiziert. Egal, wo ich hingehe, ich führe immer eine Maske bei mir, mich schränkt das Tragen nicht ein und ich empfinde das auch nicht als unangenehm. Bereits vor den Osterferien wurde ich in der Schule einmal auf das Coronavirus getestet, diese Woche habe ich den Test schon zweimal an mir selbst gemacht. Das stört mich nicht. Ich kann beruhigt sein, dass ich den Virus mit hoher Sicherheit nicht trage und mit großer Wahrscheinlichkeit Verwandte und Freunde nicht anstecke. Gemeinsam mit dem Lehrer machen wir den Test nach Anleitung und ich komme damit gut klar. Nur beim Warten auf das Ergebnis bin ich sehr angespannt. Das ist schon komisch, weil man ja nicht positiv sein möchte und sich am Ende richtig freut, wenn nur ein Strich da ist. In unserer Klasse machen alle mit und darüber bin ich auch froh. Ich gehe gern in die Schule und möchte auch weiter hingehen. Deshalb finde ich es auch wichtig, dass sich alle testen lassen und die Schulen offen bleiben. Es ist schade, dass es derzeit nicht alles wie vor Corona ist, die Situation jetzt ist einfach blöd. Bildrechte: Privat
Wilma schaut in die Kamera
Wilma, 17 Jahre, Gymnasium Die Maske ist für mich zur Normalität geworden. Ich gehe oft einkaufen, nutze öffentliche Verkehrsmittel und besuche oft meine Großeltern – da habe ich sie immer dabei. Am Anfang war es schon ein wenig anstrengend, aber ich habe mich dran gewöhnt, mich schränkt sie nicht groß ein. Mit dem Test in der Schule habe ich kein Problem. Ich mache ihn sogar gern, weil man hinterher weiß, dass man wahrscheinlich niemand ansteckt, wenn man negativ ist. Eigentlich ist es ganz lustig, es kribbelt und drückt ein wenig auf die Tränendrüse, aber das geht voll klar. Eine Mitschülerin von mir lässt sich nicht testen, aber da mische ich mich nicht ein, das ist immer eine persönliche Entscheidung. Bei uns wurde schon einmal jemand positiv getestet, das ist aber überhaupt nicht schlimm und für uns in der Klasse kein Grund jemanden auszugrenzen. Ich liebe es in die Schule zu gehen, viel lieber als Homeschooling. Ich komme da viel besser mit und kann besser lernen und durch den Wechselunterricht sind wir nur halbe Klassen, so dass sich die Lehrer noch mehr Zeit für uns nehmen können. Trotzdem, die Corona-Zeit ist hart, mein 16. Geburtstag fiel in den ersten Lockdown, meinen 17. konnte ich jetzt auch nicht feiern, das ist einfach kacke. Dabei fehlt mir das Feiern gar nicht so sehr, viel mehr vermisse ich das Reisen. Deshalb freue ich mich auf die Zeit nach dem Abitur. Von dem ich gehe auch jetzt davon aus, dass ich das schaffen werde, nur vielleicht nicht mit meinen Traumnoten. Bildrechte: Privat
Joshua sitzt neben einem Schreibtisch mit Lego
Joshua, 8 Jahre, Grundschule Ich finde es nicht so cool mit den Masken im Unterricht. Ich habe meine Maske den ganzen Tag auf, bis auf die Hofpause. Ich kann damit nicht so gut atmen und die Lehrer verstehen einen auch nicht so gut. Dann sind manchmal bei mir die Bänder verdreht, das versuche ich dann immer gerade zu biegen, weil es sich an den Ohren blöd anfühlt. Ich habe schon ganz viele Corona-Tests gemacht, an einem Tag sogar sechs Stück in einer Praxis hintereinander. Zweimal in den Mund, viermal in die Nase. Erst hatte es nicht geklappt, beim fünften haben wir es nicht geglaubt und der sechste lief dann gut. Die Lollipop-Tests in der Schule finde ich viel besser als die in der Nase. Der war ein bisschen salzig, das war lecker irgendwie. Bei meiner Banknachbarin hat es aber zweimal nicht geklappt. Ich war vorher schon aufgeregt, aber wenn ich jetzt der Einzige in der Klasse gewesen wäre, bei dem der Test positiv ausgefallen wäre – das wäre schon ein bisschen peinlich gewesen und ich hätte Angst, was meine Mitschüler dann sagen würden. Bildrechte: MDR/Loréne Gensel
Tabea sitzt in der Küche und schaut in die Kamera.
Tabea, 12 Jahre, Gemeinschaftsschule Ich mag Masketragen sehr, das muss ich ehrlich sagen. Man ist versteckt, man ist anonym. Das gefällt mir. Den Test in der Schule möchte ich nicht machen. Ich bin da empfindlich und habe auch Bedenken, dass es weh tut. Ich war am ersten Tag, an dem die Tests wurden, nicht in der Schule. Ich habe aber gehört, auch andere haben Widerspruch gegen den Test eingelegt, deswegen denke ich nicht, dass ich die Einzige bin. Es wird sicher Diskussionen und Scherze darüber geben, dass ich mich nicht testen lasse, aber ich ignoriere das einfach, weil es meine eigene Entscheidung ist. Ich bin immer mit Maske unterwegs und schütze dadurch ja auch andere. Ich sehe es nicht wirklich ein, dass ich mich nicht mit mehreren Leuten treffen darf, aber in die Schule soll. Dort treffe ich ja auch ganz viele Menschen. Das verstehe ich nicht. Ich mach lieber Homeschooling, weil ich es angenehmer finde zu Hause zu lernen. Da spricht keiner rein. Ich habe viele Mitschüler, die sehr laut sind und sich über den Klassenraum hinweg unterhalten und Bälle hin und her schmeißen. Mama hilft mir zu Hause und ich verstehe es besser, als wenn es mir manche Lehrer erklären. Ich vermisse meine Mitschüler auch nicht. Ich habe eine beste Freundin, mit der telefoniere ich die ganze Zeit, die habe ich immer den ganzen Tag bei mir. Mit ihr treffe ich mich auch immer Samstag zum Reiten, mein Alltag hat sich durch Corona also nicht ganz so sehr verändert. deswegen vermisse ich überhaupt nichts derzeit. Nur Homeschooling würde ich gern wieder haben. Bildrechte: MDR/ Corinna Ritter-Kallwitz
Kajsa steht im Garten und schaut in die Kamera
Kajsa, 12 Jahre, Gymnasium Ich trage außer in der Schule und wenn ich ein Geschäft betrete, keine Maske. Ansonsten bin ich meistens zu Hause und treffe mich nur mit wenigen immer gleichen Freunden. Bei den FFP2-Masken bekomme ich nicht so gut Luft, an die OP-Masken gewöhnt man sich. Ich habe bisher einen Corona-Spucktest gemacht, der war jetzt nicht so schlimm. Ich finde es gut und wichtig, dass es die Tests jetzt in der Schule gibt. Man sitzt ja schon eng zusammen und weiß damit, dass man niemanden, auch die Lehrer nicht, ansteckt. Ich finde es bisschen blöd in der Schule mit Maske, man versteht die Lehrer nicht und die Lehrer einen selbst nicht. Es wird schnell stickig und als es jetzt kälter war und gelüftet wurde, ist einem auch schnell kalt geworden. Dann sitzt man mit Jacke im Unterricht. Homeschooling will ich jetzt aber auch nicht wieder. Ich würde am liebsten jetzt sofort das Normale wieder haben wollen - und dass die Corona-Zeit vorbei ist. Ich finde, dass, wenn man andere Menschen schützen will, man Maske tragen und die Selbsttest machen sollte. Dass manche nicht verstehen, dass man so Menschen schützen kann, finde ich komisch. Bildrechte: MDR/Corinna Ritter-Kallwitz
Anastasia steht in einem Gang und schaut in die Kamera
Anastasia, 17 Jahre, Gymnasium Ich habe am Dienstag das erste Mal einen Corona-Schnelltest gemacht, vorher noch gar nicht. Für mich war es kein Problem, wir müssen die Stäbchen ja auch nur zwei Zentimeter in die Nase stecken und ich keine Schmerzen oder sowas. Ich hatte mir schon vorher Gedanken darüber gemacht, wie das ist, auf das Ergebnis des Tests dann zu warten. Daher war es für mich ok, aber für einige Mitschüler war es schon belastend, nicht zu wissen, bin ich jetzt positiv oder negativ, habe ich schon jemanden angesteckt oder nicht? Bei uns laufen die Tests relativ geordnet ab und es machen eigentlich alle mit. Ich denke, dass es dann eher Mauscheleien gibt, wenn tatsächlich mal jemand positiv ist, der nicht freiwillig an den Selbsttest in der Schule mitgemacht hat. Ich gehe gern in die Schule. Es ist derzeit wirklich eine Abwechslung Freunde zu sehen und Präsenzunterricht finde ich einfach schöner. Dass ich Maske dafür tragen muss und auch die Selbststests jetzt mitmache, blende ich total aus. Wir müssen die Maske seit wenigen Wochen auch im Unterricht tragen, für mich ist das ok. Bei kleineren Kindern stelle ich mir das aber schwierig vor. Im Alltag versuche ich Situationen zu vermeiden, in denen ich Maske tragen muss. Klar, im Supermarkt und in der Straßenbahn. Wenn ich mich mit Freunden treffe, lasse ich die Maske aber weg, da achten wir auf genügend Abstand. Bildrechte: Privat
Noah sitzt in seinem Zimmer
Noah, 8 Jahre, Grundschule Wir müssen seit Montag Maske auch im Unterricht tragen und das ist schon nervig. Es ist doof, wenn man sich beim Reden nicht so richtig versteht. Den Selbsttest bekommen wir in die Hand und unsere Lehrerin erklärt uns dann, was wir damit machen sollen. Dann stecken wir uns den unter die Zunge, das schmeckt schon ein wenig eklig. Wir machen Namenszettel, legen dort die Tests drauf und warten dann. Die anderen, die nicht mitmachen, bekommen Blätter und dürfen etwas malen.  Ich finde es ganz ok, dass es die Tests gibt. Man soll ja merken, ob man Corona hat oder nicht. Ich gehe trotzdem gern in die Schule. Ich sehe dort meine Freunde, habe Spaß und lerne etwas. Homeschooling ist einfach langweilig, weil ich nicht immer alles ganz verstehe. Das ist doof.  Die Corona-Zeit könnte schon langsam mal zu Ende gehen, ich vermisse es, einfach unbeschwert draußen sein zu können. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 16. April 2021 | 07:20 Uhr

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