Pandemie Corona-Verordnung: Diese Regeln gelten bis zum 3. Juni in Thüringen

Am 5. Mai wurde die geltende Thüringer Corona-Verordnung in einigen Punkten geändert. Sie integriert die Regelungen der Bundesnotbremse in das Landesrecht. Erleichterungen gibt es vor allem für gegen das Coronavirus geimpfte Personen sowie von einer Covid-19-Erkrankung genesene Menschen.

Ein Arzt hält in der einen Hand einen aufgeschlagenen Impfausweis und in der anderen eine Impfspritze
Geimpfte und Genesene müssen jetzt keinen negativen Coronatest nachweisen bevor sie ein Geschäft betreten dürfen. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Bundesnotbremse statt Thüringer Verordnung

Hinweis vorab: Mittlerweile gilt eine bundeseinheitliche "Notbremse". Sie greift, wenn ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt bestimmte Inzidenzwerte überschreitet. Die Regeln haben dann Vorrang vor der Landesregelung. Sinken die Zahlen, greift wieder die jeweils gültige Verordnung in Thüringen. Hier mehr zur Bundesnotbremse erfahren.

In Thüringen wurde die seit Anfang April geltende Corona-Verordnung am 5. Mai in einigen Punkten geändert. Sie gilt derzeit bis zum 3. Juni.

Die wesentliche Änderung betrifft die Erleichterungen für gegen Covid-19-Geimpfte und von der Krankheit genesene Personen. Sie brauchen beim Betreten von Geschäften oder der Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen keinen negativen Coronatest nachzuweisen.

Bleibt die Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt stabil unter 100 sind Lockerungen für Einzelhandel, Gastronomie, Tourismus und andere Bereiche vorgesehen.

Gesundheitsministerin hofft auf zunehmende Normalisierung

Heike Werner, Gesundheitsministerin
Gesundheitsministerin Heike Werner hofft, dass die nächste Verordnung weitere Lockerungen ermöglichen wird. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erklärte, sie wünsche sich, dass die nächste Verordnung nicht mehr von Beschränkungen geprägt sein werde. Stattdessen wünsche sie sich, dass man über Öffnungen und weitere Schritte zurück in die Normalität sprechen werde. "Je schneller wir es schaffen, die Zahlen zu senken, umso besser können auch weitere Maßnahmen wie das Impfen wirken. Dafür ist nach wie vor jede und jeder Einzelne gefragt", so Werner.

Die Neuerungen der aktuellen Verordnung im Detail:

Erleichterungen für Geimpfte und Genesene

Überall, wo laut der Verordnung ein negativer Corona-Test nötig ist, zum Beispiel beim Besuch von Geschäften des Einzelhandels oder der Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen, brauchen ihn Geimpfte und Genesene künftig nicht vorzuweisen. Als geimpft gilt jeder, dessen zweite Impfung (beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine) bereits 14 Tage zurückliegt. Wer sich von einer Corona-Infektion erholt hat, muss einen positiven PCR-Test vorweisen, der mindestens 28 Tage zurückliegt, aber nicht älter als sechs Monate ist.

Als Nachweis gilt zum einen der Impfausweis oder ein anderer Impfnachweis etwa auf einem Formblatt sowie ein vom jeweiligen Gesundheitsamt beziehungsweise einem Arzt ausgestellter positiver PCR-Test. Das kann in Form eines Schreibens sein, einer SMS oder einer E-Mail. An einem elektronischen Impfnachweis wird laut Auskunft des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie mit Hochdruck gearbeitet.

Bürger und Bürgerinnen, deren PCR-Test schon einige Zeit zurückliegt und die diese analoge oder digitale Bescheinigung nicht mehr haben, können sich an ihren Hausarzt oder ans Gesundheitsamt vor Ort wenden, um sie neu ausstellen zu lassen.

Kunden und Besucher sollten sich jedoch zunächst darauf einstellen, dass Geschäftsinhaber oder Veranstalter von ihnen auch weiterhin einen aktuellen negativen Coronatest verlangen. So schreibt die Bundesgartenschau in Erfurt und an den eingezäunten Außenstandorten erst ab Sonnabend (8. Mai) von Geimpften und Genesenen keinen Nachweis eines negativen Schnelltests mehr vor. Nachweise für Impfung und Infektion müssen dabei in Verbindung mit einem Personaldokument vorgelegt werden.

Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen

Einzelhandelsgeschäfte und Anbieter körpernaher Dienstleistungen wie Nagelstudio, Kosmetik-, Tätowier-, Piercing- und Wellness-Massagestudio oder Solarien in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt dürfen bei stabil niedrigen Inzidenzwerten unter 100 wieder öffnen. Für Friseursalons galt das schon bisher und gilt weiter. Kunden, sofern sie nicht bereits geimpft oder genesen sind, müssen aber einen negativen Corona-Test mitbringen und eine Kontaktnachverfolgung muss sichergestellt sein.

Gastronomie

Besuche im Biergarten, in Außenbereichen von Cafés, auf Terrassen von Restaurants - all das soll wieder möglich sein, wenn die Inzidenz stabil unter 100 liegt und die Bundesnotbremse nicht mehr greift. Die Innenbereiche der Lokalitäten bleiben jedoch nach wie vor geschlossen. Auch müssen die Gäste vorher einen Termin für ihren Besuch buchen.

Tourismus

Touristische Übernachtungen in Hotels bleiben auch bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 vorerst ausgeschlossen. Camping und Urlaub in einer Ferienwohnung sollen dann jedoch wieder möglich sein.

Museen und Sehenswürdigkeiten

In der Verordnung wird versucht, zwischen Innen- und Außenbereich zu unterscheiden, so auch bei den Museen. Museen dürfen künftig ihre Außenbereiche öffnen, wenn es das Infektionsgeschehen erlaubt. Das gleiche gilt für Gedenkstätten, Burgen und andere Sehenswürdigkeiten.

Musikschulen

Musikschulen sollen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 wieder Einzelunterricht anbieten können. Voraussetzung ist zudem, dass die Kontaktnachverfolgung sichergestellt ist.

Die Verordnung im Wortlaut

Das Gesundheitsministerium hat die neue Verordnung auf seiner Website veröffentlicht.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/dg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 06. Mai 2021 | 19:00 Uhr

39 Kommentare

Critica vor 20 Wochen

Paradigma,
wo sollen denn die Menschen Dinge einkaufen, die man täglich braucht? Auch ein elektrisches Gerät gibt mal den Geist auf, Strümpfe gehen kaputt und Unterhosen werden auch gebraucht. Seit einem Jahr ist alles erschwert bzw. ganz geschlossen. Nicht jeder möchte Interneteinkäufe machen und manche können es auch nicht.
So ist es nur gut und richtig, dass sich die Discounter umstellen auf die Bedürfnisse der Menschen. Nächstenliebe könnte man das auch nennen, nicht immer nur Profigier.

Paradigma vor 20 Wochen

Die Aussage macht schon Sinn!
Schauen Sie doch bitte in das tägliche Gedränge bei den Discountern. Die locken mit ihren immer dicker werdenden Nonfood - Werbeblättern zahlreiche Kunden ohne jegliche Begrenzung in die Märkte,

adler123 vor 20 Wochen

Ich habe gerade maybrit illner geschaut....Das RKI- Institut sagt, das steigendeInfektionen nicht vom Einzelhandel kommen. Da sagt doch tatsächlich dieser Lauterbach, das stimmt nicht.....alle Achtung.

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