Pandemie Corona-Impfungen im Herbst: Welche Angebote es in Thüringen gibt

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen rechnet im Herbst mit einem erhöhten Impfbedarf gegen das Corona-Virus. Grund dafür sind Dritt- beziehungsweise Auffrischungsimpfungen und die mögliche Freigabe von Impfstoffen für kleinere Kinder. Wir zeigen, welche Immunisierungsangebote es im Freistaat in den kommenden Wochen gibt.

Feierabend-Impfen im Imfzentrum in Weimar mit Johnson&Johnson
Der Bedarf an Corona-Impfungen könnte im Herbst steigen. Impfzentren, Impfstellen und mobile Impfteams stehen bereit. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

In Thüringen wird es auch im Herbst zahlreiche Impfmöglichkeiten geben. Um das Angebot an Erst- und Zweitimpfungen, Kinderimpfungen etc. aufrecht erhalten zu können, werden nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) auch über den 30. September hinaus mobile Teams und Impfstellen benötigt. Zudem können seit dem 31. August über das Thüringer Impfportal Termine für Drittimpfungen beziehungsweise Auffrischungsimpfungen gebucht werden.

Impfzentren bleiben geöffnet

Laut KVT bleiben die zwei aktuell noch bestehenden überregionalen Impfzentren in Gera und Erfurt vorerst bis Ende Oktober in Betrieb. Die Einrichtungen in Leinefelde und Meiningen wurden Ende August geschlossen. An beiden Standorten gibt es aber weiterhin Immunisierungsmöglichkeiten in jeweils einer Impfstelle.

Ob die Impfzentren in Gera und Erfurt auch über den Oktober hinaus bestehen bleiben, ist aktuell noch nicht geklärt. Auf Anfrage teilte die Stadt Gera mit, dass das Impfzentrum Ostthüringen in der Panndorfhalle zunächst bis zum 7. November gemietet ist. Für den Fall, dass die Räumlichkeiten nicht weiter als Impfzentrum genutzt werden, werde die Halle ab dem 12. November wieder für den Sport zur Verfügung stehen.

Grundversorgung durch Impfstellen

Der Bund und die Länder haben sich im Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom 28. Juni darauf geeinigt, dass die landeseigenen Impfstrukturen bei Bedarf auch über den 30. September hinaus erhalten bleiben können. Nach Angaben der KVT wird Thüringen daher von der Möglichkeit Gebrauch machen, diese Strukturen weiterzuführen und die landeseigenen Strukturen zwar zurückfahren, aber nicht vollständig zu schließen.

Dabei sollen sich mobile Teams und ortsnahe Impfstellen ergänzen. Ein regional verteiltes Netz an Impfstellen werde so auch weiterhin die Grundversorgung absichern. Darüber stimme sich die Kassenärztliches Vereinigung Thüringen und das Gesundheitsministerium fortlaufend ab. Zu den zwei verbliebenen Impfzentren gibt es im Freistaat aktuell 29 Impfstellen. Weiterhin werden auch bei niedergelassenen Ärzten Impfungen angeboten.

Mobile Impfteams aufgestockt

Neben dem Start für Drittimpfungen, die sich laut Gesundheitsministerium zunächst an über 80-Jährige, an immungeschwächte Personen und an medizinisches und pflegerischen Personal richten, könnte auch die Freigabe von Impfstoffen für kleinere Kinder zu einer höheren Nachfrage führen.

Patienten sitzen im Anschluss an die Impfung im Corona-Impfzentrum Messe Berlin. 5 min
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MDR KULTUR - Das Radio Fr 23.07.2021 09:31Uhr 05:08 min

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Für einen wachsenden Impfbedarf sind nach Angabe der KVT die mobilen Impfteams aufgestockt worden. Seit September könnten in Thüringen bis zu 25 mobile Impfteams zeitgleich unterwegs sein. Zuvor seien es 15 gewesen. Im Moment würden sie sowohl in Alten- und Pflegeheimen für Drittimpfungen als auch für die Impfaktionen im Freistaat eingesetzt.

Das sollten Sie über die Corona-Auffrischungsimpfung wissen

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MDR/Maximilian Fürstenberg Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
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Mit der Auffrischungsimpfung sollen die besonders gefährdeten Gruppen, wie ältere Menschen und Pflegbedürftige, im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden. Denn für sie ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes am größten.
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Die berechtigten Personen sollen die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der ersten Impfserie erhalten. Es werden nur die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna verwendet.
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Menschen, die bislang nur mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, sollen ebenfalls die Möglichkeit einer Dritt-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten.
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Ob die dritte Impfung wirklich nötig ist, lässt sich nach Angaben von Experten mit der aktuellen Datengrundlage nicht eindeutig sagen. So sei laut Robert Koch-Institut (RKI) noch nicht bekannt, wie lange der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus bzw. einer Covid-19-Erkrankung bei vollständig Geimpften anhalte.
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Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hat bislang keine Empfehlung für die Auffrischungsimpfung ausgesprochen. Dafür reiche die Datengrundlage bislang nicht aus, auch wenn man sich nach Angaben von Thomas Mertens, dem Chef der Stiko, intensiv mit der Frage beschäftige.
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 06. September 2021 | 15:30 Uhr

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