Infektionsschutz Neue Corona-Verordnung: Diskussion um 3Gplus- und 2G-Regel

Am Sonntag soll in Thüringen voraussichtlich eine neue Corona-Verordnung in Kraft treten. Damit soll unter anderem das 2G-Optionsmodell in Thüringen eingeführt werden. Es erlaubt Veranstaltern, bei den Corona-Zutritts-Regeln zwischen 2G und 3Gplus zu wählen. Was die beiden Regeln bedeuten - und warum es Kritik gibt.

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Zutritt zur Arena - 2G-Regel".
In Thüringen soll ab Sonntag das 2G-Optionsmodell gelten: Veranstalter sollen dann entscheiden dürfen, ob sie nur noch Geimpften und Genesenen Einlass gewähren oder auch Getesteten. Das Modell soll aber nicht für die Gastronomie gelten. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Thüringen sollen Veranstalter ab Anfang Oktober zwischen zwei Corona-Zutritts-Regeln wählen dürfen: 2G oder 3Gplus.

3Gplus bedeutet, dass geschlossene Räume bis zu 75 Prozent ausgelastet werden dürfen. Zutritt bekommen Geimpfte, Genesene und Personen, die einen negativen PCR-Test vorweisen können.

2G bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene hereingelassen werden. Ausnahmen soll es für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht gegen Covid-19 impfen lassen können und für Kinder- und Jugendliche, solange sie noch nicht 18 Jahre alt sind.

Kritik: Regeln zu kompliziert?

Das sind zu viele verschiedene Regeln, kritisiert die CDU. Ihrer Ansicht nach sind zudem die unterschiedlichen Testvorschriften rechtlich fragwürdig. Die FDP forderte, dass der Staat die Kosten auch für die PCR-Tests übernimmt, so lange noch Corona-Auflagen gelten. Die AfD verlangte "ein Ende aller Corona-Zwangsmaßnahmen".

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) verteidigte das Optionsmodell. Ihren Angaben nach hat die Veranstaltungsbranche selbst das Modell gefordert. Die Unternehmen bekämen damit die Möglichkeit, Konzerte oder Messen langfristig zu planen.

2G-Optionsmodell auch für die Gastronomie?

Bislang ist geplant, dass das 2G-Optionsmodell nicht für die Gastronomie gelten soll, sondern nur für die Veranstaltungsbranche. Werner erklärte allerdings, derzeit laufe noch die Ressortabstimmung zu der neuen Corona-Verordnung, mit der ein solches Modell eingeführt werden soll. Die Verordnung soll nach bisherigen Plänen am Freitag verkündet werden und dann ab Sonntag gelten.

Aus Sicht der Landtagsfraktionen von CDU und Grünen sollten auch in Thüringer Restaurants, Cafés und Bars bestimmte Corona-Beschränkungen wegfallen, wenn dort künftig nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Viele Gastwirte wollten das Optionsmodell anwenden, sagte Dirk Ellinger vom Hotel- und Gaststättenverband. Voraussetzung sei aber, dass Gastwirte und Restaurantbesitzer zwischen den verschiedenen Regeln wählen könnten. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) signalisierte Unterstützung.

Forderung: Wieder mehr Corona-Tests an Schulen

Vertreter sowohl von Rot-Rot-Grün als auch der CDU forderten in der Diskussion über 2G außerdem, dass an den Schulen in Thüringen wieder mehr getestet wird. Die Überlegung dahinter: Wenn Kinder- und Jugendliche unabhängig von ihrem Impfstatus auch unter 2G-Regeln Zutritt zu Veranstaltungen bekommen sollen, würden regelmäßiges Testen der jungen Menschen auch die Sicherheit von Veranstaltungen erhöhen.

Während Rot-Rot-Grün allerdings nur darauf setzt, dass Schulen verpflichtet werden sollen, ein freiwilliges Testangebot vorzuhalten, will die CDU sogar eine Testpflicht für die Schülerinnen und Schüler. In diesem Fall könne im Unterricht auf das Tragen einer Maske verzichtet werden.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/fno/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 28. September 2021 | 18:00 Uhr

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