Fragen und Antworten So laufen die Corona-Impfungen in den Thüringer Impfstellen ab

Seit 30. Dezember ist das Thüringer Corona-Impfportal, über das Termine vergeben werden, online. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums könnten bis Mitte Januar etwa 60.000 Menschen in Thüringen geimpft werden. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Ablauf der Impfungen zusammengefasst.

Impftermin Corona
Seit Mittwoch können Impftermine in Thüringen online vereinbart werden. Ab 4. Januar soll das auch telefonisch gehen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Wer kann sich für die Corona-Impfung anmelden?

Die Anmeldung über das Corona-Impfportal richtet sich zunächst an Menschen über 80 Jahren und Mitarbeiter in der Pflege. Erst danach können sich zum Beispiel deren Angehörige und die Polizei sowie später Erzieher und Lehrer anmelden.

Wie läuft die Anmeldung ab?

Die Anmeldung zu den Impfterminen - in den Impfstellen sollen sie ab 13. Januar beginnen - kann zunächst nur online unter impfen-thueringen.de erfolgen. Dort trägt man seine Daten ein und füllt einen Fragebogen zum Beispiel zu Vorerkrankungen und dem Beruf aus. Danach muss der Anamnesebogen ausgedruckt und zum Impftermin mitgebracht werden. Außerdem muss ein Webformular ausgefüllt werden, mit dem ein Barcode generiert wird. Dieser muss ebenfalls ausgedruckt zum Impftermin mitgebracht oder in der Impf-App vorgezeigt werden. Wer kein Internet hat, muss sich von Angehörigen helfen lassen. Ab 4. Januar soll die Anmeldung auch telefonisch unter (03643) 4950490 möglich sein.

Warum sind bislang nicht alle 29 Impfstellen auswählbar?

Nach Angaben der Kassenärtzlichen Vereinigung Thüringen, die die Impfungen koordiniert, sind derzeit nur rund die Hälfte der 29 Impfstellen in Thüringen auswählbar. Das hängt mit der anfangs begrenzten Zahl an Impfdosen zusammen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Impfstellen über Thüringen verteilt liegen, damit jeder Patient möglichst wohnortnah geimpft werden kann. Erst ab 3. Feburar soll dann auch die zweite Hälfte der Impfstellen öffnen und im Impfportal auswählbar sein.

Was muss ich zur Impfstelle mitbringen?

Nach der Ankunft in der Impfstelle werden die Patienten auf die Corona-Regeln hingewiesen, es wird die Temperatur gemessen und die Impfberechtigung überprüft. Außerdem mitzubringen sind:

  • Mund-Nasen-Bedeckung
  • Versichertenkarte
  • Barcode ausgedruckt oder in der Impf-App vorzuzeigen

Danach erhalten Versicherte einen Laufzettel und gegebenenfalls eine Impfbescheinigung.

Wie ist der Ablauf in der Impfstelle?

1. Aufklärung durch Arzt

Zunächst erfolgt eine Untersuchung durch einen Arzt und die Prüfung des Anamnesebogens. Außerdem haben Patienten die Möglichkeit, noch einmal ihre Fragen zur Impfung und zum Datenschutz zu stellen. Sind alle Fragen geklärt, müssen der Aufklärungs- und Anamnesebogen, die Datenschutzerklärung und der Laufzettel auf einem Signatur-Pad unterschrieben werden. Danach wird der Patient für die Impfung vorbereitet.

2. Die Impfung

Die Impfung wird durch impfberechtigtes nichtärztliches Personal wie etwa Medizinische Fachangestellte vorgenommen. Außerdem bekommt der Patient einen Aufkleber in seinen Impfausweis, der auch Informationen zur verwendeten Dosis und zum Impfstoff enthält. Sollte es keine Impfaufkleber geben, wird die Chargennummer mit weiteren Angaben per Hand eingetragen.

3. Nach der Impfung

Nachdem der Patient geimpft wurde, wird er in einen Wartebereich gebeten. Dort soll er zehn bis 15 Minuten zur Beobachtung bleiben. Die Zeit kann aber variieren. Danach wird der Patient auf einen Folgetermin für die zweite Impfdosis hingewiesen. Mitteilungen über Nebenwirkungen nach der Impfung können an den Hausarzt oder das Nebenwirkungsregister gemeldet werden. Die Impfzentren verfügen aber auch eine Notfallausrüstung, um Patienten versorgen zu können.

Wie viel Abstand zwischen erster und zweiter Impfung?

Um einen Schutz vor einer Corona-Infektion zu erreichen, sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen nötig.

Wie sind die Impfzentren personell ausgestattet?

Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen werden für den Betrieb der Einrichtungen rund 360 ärztlich und nichtärztliche Beschäftigte benötigt, um zwei Schichten von Montag bis Freitag besetzen zu können. Bisher haben sich 500 Ärzte freiwillig für den Impfeinsatz gemeldet. Die Standesorganisation geht davon aus, dass wöchentlich etwa 29.000 Menschen geimpft werden können.

Warum wird nicht beim Hausarzt geimpft?

Derzeit ist eine Impfung beim Hausarzt noch nicht möglich. Das hängt mit den Ansprüchen an die Lagerung beim Impfstoff von Biontech und Pfizer zusammen. Dieser muss bei minus 80 Grad gekühlt werden. Praxen niedergelassener Ärzte verfügen meist nicht über solche speziellen Kühlmöglichkeiten.

Der Impfstoff wird in Thüringen zentral in zwei streng bewachten Kühllagern aufbewahrt. Erst wenn ausreichend und in der Lagerung weniger anspruchsvolle Impfstoffe zur Verfügung stehen, sollen die Hausärzte eingebunden werden.

Video: Warum sind die Bundesländer unterschiedlich schnell bei Impfungen?

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Dezember 2020 | 10:00 Uhr

3 Kommentare

Copper vor 25 Wochen

Wenn ich dann nebenbei im Ticker lese das Thüringen wegen der Bürokratie Schlusslicht bei den Impfungen ist frage ich mich ernsthaft ob deutsche Bürokratie nicht langsam Menschenleben kostet und die Verantwortlichen dafür zur Verantwortung gezogen werden sollten

deta vor 25 Wochen

Warum werden erst die impfzentren mit Hochdruck errichtet ,um sie dann bis zum 13 .Januar ruhen zu lassen? Aber auf der anderen Seite wird beklagt das die Neuinfektionen und Todesfälle steigen.das versteht kein mensch.ausserdem sind die Engpässe in der Pflege zum grossen Teil hausgemacht durch immer mehr Einsparung von Personal und schlechte bezahlung.und in Sachen Bürokratie,bussgelderhebung und freiheitsbeschraenkungen ist der deutsche Staat schon immer erfinderisch.

deta vor 25 Wochen

Unsere Politiker sind sich doch keiner Schuld bewusst,egal ob auf EU,Staats oder Länderebene.

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