Pandemie Auch ab 70: Wer in Thüringen Corona-Impfungen erhalten darf

Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Astrazeneca-Impfstoff jetzt auch Älteren. In Thüringen können sich von nun an Menschen ab 70 und ab 65 mit Vorerkrankungen impfen lassen.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens bereitet eine Dosis des chinesischen Impfstoffs Sinovac Biotech COVID-19 vor.
In Thüringen wurde der Kreis der Impfberechtigten erweitert (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

In Thüringen können ab sofort auch Menschen ab 70 einen Corona-Impftermin vereinbaren. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Personen dieser Altersgruppe müssen demnach keine weiteren Voraussetzungen wie etwa Vorerkrankungen erfüllen, um einen Termin zu bekommen. Außerdem können sich ab sofort über 64-Jährige mit Vorerkrankungen impfen lassen.

Hintergrund ist die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), die das Astrazeneca-Vakzin nun auch Menschen im Alter von 65 aufwärts empfiehlt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Terminvergabe auf dem Impfportal seit Donnerstagabend möglich. Bisher hatte die Impfkommission den Astrazeneca-Impfstoff älteren Menschen nicht empfohlen, da zu wenige Testdaten vorlägen.

Impfungen für Polizei- und Ordnungskräfte

Dem Gesundheitsministerium zufolge können außerdem auch Polizei- und Ordnungskräfte, die etwa bei Demonstrationen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt seien, eine Impfung erhalten. Das gilt auch für Soldaten, die im Ausland eingesetzt werden.

Diese Gruppen können Impftermine vereinbaren

  • Personen im Alter von über 80 Jahren
  • Personen im Alter von über 70 Jahren
  • Personen mit einer Demenz oder geistigen Behinderung in stationären oder teilstationären Einrichtungen,
  • Tätige in der ambulanten oder stationären Versorgung von Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung,
  • Personen mit Down-Syndrom (Trisomie21),
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind,
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind oder
  • Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf sind.
  • Personal in medizinischen Einrichtungen (umfasst sind jeweils auch Auszubildende und Studierende mit unmittelbarem Patientenkontakt);
  • Personal in Positionen, die für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur besonders relevant sind
  • Personal des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ohne Patientenkontakt sowie
  • bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind

Mit den inzwischen zur Verfügung stehenden Impfkapazitäten könne die zweite Priorisierungsgruppe vollständig geöffnet werden, erklärte das Ministerium. Allein die Gruppe der 70- bis 80-Jährigen umfasst in Thüringen den Angaben zufolge rund 230.000 Menschen.

Neue Impfzentren in Erfurt und Gera

Laut Gesundheitsministerium gibt es im März in fast allen Impfzentren noch freie Termine. Besonders viele freie Impfplätze gebe es aktuell in den überregionalen Impfzentren in Erfurt und Gera. Beide eröffnen am kommenden Mittwoch, 10. März. Dort können jeweils bis zu 10.000 Menschen wöchentlich geimpft werden.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sprach von einem Meilenstein in der Impfstrategie. Bis zu 60.000 Impfungen seien mit den beiden Impfzentren in der Erfurter Messehalle und der Geraer Panndorfhalle bis Ende März machbar. "Damit verfolgen wir weiter konsequent unser Ziel, bis Ostern zehn Prozent der Thüringerinnen und Thüringer die Erstimpfung zu ermöglichen", sagte Werner.

Stand Freitag haben in Thüringen 129.153 Menschen eine Erstimpfung erhalten. Die Zahl der Zweitimpfungen lag bei 67.160.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. März 2021 | 16:00 Uhr

31 Kommentare

knarf2 vor 6 Wochen

Dermbacherin:Den Begriff„Covidioten"werde Sie nie von mir hören bzw.lesen.Aber auch wenn Sie es nicht glauben sollten:„Der Ton mit nicht bewiesenen Beschuldigungen macht die Musik.Und da scheinen Sie nicht gerade zimperlich zu sein

DermbacherIn vor 6 Wochen

@knarf2
@Simone
Diese Versäumnisse wurden von Anfang an von verschiedenen Menschen kritisiert, aber die Mensschen wurden und werden ja von ihnen als "Covidioten" diffamiert!

Simone vor 6 Wochen

@Guter Schwabe:
Vielleicht schauen sie der Realität mal ins Auge statt sich nur die EINE Zahl heraus zu picken die ihnen gefällt.

Deutschland (2,74%) hat im Vergleich zu Marokko (1,15%) einen über doppelt so hohen Anteil der Bevölkerung durch Impfungen voll geschützt.

Deutschland ist also nicht zu blöd zum Impfen, sondern fährt nur einen anderen Kurs, was die Priorisierung der Zweitimpfungen und damit die Reservebildung bei Impfstoffen für diese Impfung angeht. Weiterhin priorisiert Deutschland die Impfungen für besonders gefährdete Personen, statt diese nach dem Prinzip 'wer zuerst kommt wird zuerst geimpft' zu verteilen. Das ist ein hochethischer Ansatz, der sich auf das Tempo auswirkt und mehr Aufwand erfordert.

Ansonsten spricht nichts dagegen, dass auch ein afrikanisches Land einen guten Kurs in einem Einzelaspekt der eingeschlagen hat.

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