Britische Variante Corona-Mutation in Thüringen: Besuchsstopp am Klinikum Weimar

Am Donnerstag wurde die erste Thüringer Infektion mit der aus Großbritannien stammenden, wohl deutlich ansteckenderen Coronavirus-Mutation B.1.1.7. in Jena bekannt. Am Freitag folgte der Nachweis weiterer Fälle. Die Betroffene arbeiten am Klinikum Weimar. Das Haus verhängt daher einen Besuchsstopp.

Das Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar im Mai 2020.
Das Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar im Mai 2020. Bildrechte: MDR

In Thüringen sind mittlerweile fünf weitere Fälle der aus Großbritannien stammenden Corona-Virusmutation nachgewiesen worden. Nach Angaben der Staatskanzlei vom Freitag wurden in Jena und im Eichsfeld jeweils zwei Fälle der Variante B.1.1.7. labordiagnostisch nachgewiesen.

Wie ein Sprecher des Hufeland Klinikums Weimar mitteilte, sind zwei der an Covid-19 Erkrankten Mitarbeiter der Klinik. Sie befänden sich seit längerem in Quarantäne. Dennoch habe das Gesundheitsamt vorsorglich einen Besucherstopp verhängt. Dieser gelte eine Woche lang. Ausgenommen seien Bezugspersonen für Kinder, auf der Palliativstation sowie Väter bei der Geburt und kurz danach.

Stadt Jena geht von Verbreitung der Virus-Variante aus

Die Stadt Jena meldete nun insgesamt drei Fälle, bei denen das britische Virus nachgewiesen wurde. "Es muss davon ausgegangen werden, dass sich die Variante des Virus schon zahlreich in der Bevölkerung verbreitet hat", teilte die Kommune mit. Als Reaktion verlängerte die Stadt Jena die Schließung der Spielplätze. Ursprünglich war geplant gewesen, die Flächen am Freitag wieder für die Kinder freizugeben. Die Situation sei jedoch derzeit zu riskant, jedes Öffnungssignal sei falsch, sagte ein Stadtsprecher MDR THÜRINGEN.

Coronavirus: Mutation zunächst in Jena aufgetreten

Am Donnerstag war der erste Nachweis der deutlich ansteckenderen britischen Virusvariante in Thüringen aus Jena bekannt geworden. Dort hatte sich ein achtjähriges Mädchen infiziert; das Kind war bereits am 10. Januar erkrankt. Auch dessen Eltern waren laut Gesundheitsministerium mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert. Der Ursprung der Infektion wird laut Stadtverwaltung in Jena vermutet. Die betroffene Familie war den Angaben zufolge zum Zeitpunkt der Infektion nicht verreist. Das Gesundheitsamt arbeitet an der Ermittlung von Kontaktpersonen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Januar 2021 | 11:00 Uhr

39 Kommentare

Alexa007 vor 50 Wochen

Zum Glück erfüllen die ernstzunehmenden Wissenschaftler diese Kriterien weitgehend. Wir müssen uns deshalb damit abfinden, dass es in der Pandemiesituation Kurskorrekturen gibt und immer wieder von Vielen geforderte Zukunftsprognosen nur eingeschränkt möglich sind.

Alexa007 vor 50 Wochen

Unsere durchschnittliche Lebenserwartung war wesentlich geringer als heute. Trotz berechtigter Kritik an der Privatisierung der Kliniken also bitte keine übertriebene N(ostaligie) und wieso glauben Sie, dass die DDR z.B. keine Kontakte nach China hatte? Nur, weil wir eingesperrt wurden, galt das doch nicht für alle.

DermbacherIn vor 50 Wochen

Wenn das mutierte Virus mit den normalen Eindämmungsmaßnahmen unter Kontrolle gebracht werden kann, dann spricht wenig dagegen, nicht auch die normale Vorgehensweise zur Öffnung zum Einsatz zu bringen.
Der Krisenstab Jenas hatte mittlerweile mehr als einen Monat Zeit, sich Varianten zu überlegen, wie man Kindesentwicklung und Infektionsschutz zusammenbringen kann.
Das immer noch keine anderen Alternativen als komplette Spielplatzschließungen zur Verfügung stehen, ist für die Stadtverwaltung Jenas ein Armutszeugnis.

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