Innerdeutsche Risikogebiete Thüringen wendet sich gegen Reisebeschränkungen

Auch Reisen innerhalb Deutschlands ist in Corona-Zeiten nicht leicht. Einige Regionen gelten als Risikogebiete - und einige Bundesländer haben dort jetzt Reisebeschränkungen verhängt. Thüringen will da nicht mitmachen.

Heike Werner Gesundheitsministerin Thüringen
Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner Bildrechte: dpa

Angesichts steigender Corona-Zahlen hat sich Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) gegen Reisebeschränkungen in Thüringen ausgesprochen. Sie reagierte damit auf Bestrebungen einiger Bundesländer, Quarantäneregeln und Pflichttests für Reisende aus Regionen mit hohen Infektionszahlen einzuführen. Es könne nicht jeder aus bestimmten Berliner Stadtteilen unter Generalverdacht gestellt werden, sagte Werner.

Reisende aus Berliner Bezirken müssen in Quarantäne

Als Risikogebiete werden Regionen ab 50 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner eingestuft. Momentan trifft das auf einige Berliner Bezirke wie Mitte, Neukölln oder Friedrichshain-Kreuzberg zu. Schleswig-Holstein etwa hat deshalb Einreisebeschränkungen festgelegt. Wer dort aus den Berliner Bezirken einreist, muss sich am Zielort zunächst in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Einen Überblick über die momentan geltenden Regelungen in Deutschland finden Sie hier.

Thüringens Gesundheitsministerin wirbt für ein möglichst einheitliches Vorgehen. Letztlich müssten die Gesundheitsämter der betroffenen Städte und Kreise entscheiden, ob die Bürger aus ihrer Region reisen könnten oder nicht. Werner bezweifelte außerdem, ob Reisebeschränkungen mit Quarantäne und Tests überhaupt kontrollierbar seien.

Vier Touristen aus Bayern stehen teilweisŸe mit Mund-Nasenschutz vor dem Brandenburger Tor.
Berlin-Mitte gilt gegenwärtig als Risikogebiet. Bildrechte: dpa

Ramelow und Voigt für einheitliche Lösung der Länder

Ähnlich wie Werner äußerten sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Mario Voigt, Chef der CDU-Landtagsfraktion. Voigt sagte, "wir brauchen keinen innerdeutschen Grenzverkehr". Regeln, die ohnehin nicht durchsetzbar seien, brächten keinen zusätzlichen Schutz. Notwendig sei eine klare Verabredung aller Bundesländer. Denkbar könnte ein bundesweites Ampelsystem sein.

Einheitliche Regelungen, wie mit Touristen aus sogenannten Corona-Risikogebieten in Deutschland umgegangen wird, verlangte auch der Geschäftsführer des Thüringer Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Dirk Ellinger. Derzeit gebe es eine große Unsicherheit bei Hotels und Reisenden, sagte er.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Oktober 2020 | 16:00 Uhr

21 Kommentare

Grosser Klaus vor 26 Wochen

Wie viele Menschen finden das eigentlich alles noch verhältnismäßig? Ja, Corona ist eine Krankheit, die mit viel Pech böse ausgehen kann. Aber steht die Wahrscheinlichkeit, dass das eintritt, wirklich im Verhältnis zu den individuellen Einschränkungen? Für mich mittlerweile eindeutig nicht mehr. Und das betrifft ausdrücklich auch das kontinentale Reisen.

Matthi vor 26 Wochen

Mallorca ist Risikogebiet wie ganz Spanien man kann da schon hinfliegen aber wenn man nach Deutschland zurück kommt heißt es Negativ Test oder Quarantäne unbezahlt. Diese Regelung gilt bis 15.10.2020 was danach kommt ob jeder mindestens 5 Tage in Quarantäne muss vor Testung trotz Negativem Tests bei Einreise konnte mir das Gesundheitsamt nicht beantworten da Sie auch noch keine neuen Anweisungen bekommen haben.

MDR-Team vor 26 Wochen

Das RKI vermutet, dass es auch Ansteckungen durch Personen gibt, die zwar infiziert und infektiös waren, aber gar nicht erkrankten (asymptomatische Übertragung). Vermutlich spielen diese Ansteckungen jedoch eine untergeordnete Rolle. Über welche Wege sich das Virus überträgt ist unter dem Punkt "2. Übertragungswege" nachzulesen: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html

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