Bildung und Betreuung Ampelkarte für Schulen und Kindergärten in Thüringen

Im neuen Schuljahr haben Thüringer Schulen und Kindergärten trotz Corona-Pandemie geöffnet. Ein Ampelsystem soll sicherstellen, dass der Betrieb auch im Falle von Infektionen sichergestellt werden kann.

Weitere Informationen erhalten sie auch hier auf der Ampelkarte des Thüringer Bildungsministeriums.

Allgemeines zum Thüringer Ampelsystem

Mit dem Schuljahresbeginn 2020/21 hat der Thüringer Bildungsministerium ein Stufensystem für Thüringer Schulen und Kindergärten eingeführt. Die Bildungseinrichtungen werden in die Stufen Grün, Gelb oder Rot eingruppiert. Daher heißt es auch Ampelsystem. Das Land möchte so den laufenden Schulbetrieb sicherstellen und im Einzelfall auf das Infektionsgeschehen reagieren.

Steigt in einem Ort oder Landkreis die Zahl der Corona-Fälle oder gibt es an einer Schule oder Kita Ausbrüche, sollen genau dort verstärkte Maßnahmen gelten. Das geht bis zur Schließung. Andere, von der Infektion nicht so stark betroffene Einrichtungen sollen aber im normalen Regelbetrieb arbeiten. Das Ampelsystem ist damit auch Ausdruck des Thüringer Weges, möglichst regional auf das Coronavirus zu reagieren.

Erläuterung der drei Stufen

  • Grün: Unterricht und Betreuung finden für Kinder und Jugendliche in vollem Umfang statt. Das gesamte Personal ist anwesend. Es gelten vorbeugende Regeln zur Hygiene, zum regelmäßigen Lüften, Reinigen der Räume, zur Dokumentation von Kontakten oder dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, wenn Abstände nicht eingehalten werden können.
  • Gelb: Der Betrieb an Schulen und Kindergärten wird eingeschränkt. Das ist dann der Fall, wenn das Coronavirus bei einzelnen Schülern oder Lehrern nachgewiesen wurde. Die Betroffenen und die Kontaktpersonen begeben sich in diesem Fall in Quarantäne, für alle anderen läuft der Betrieb weiter. Schulen oder Kitas können aber auch auf Stufe Gelb gestellt werden, wenn es in der Region viele Corona-Fälle gibt und ein Übergreifen auf die Einrichtungen droht. Tritt Stufe Gelb ein, treten verstärkte Regelungen in Kraft: Risikopersonen sollen besonders geschützt werden, beispielsweise indem sie nicht mehr verpflichtet sind, am Präsenzunterricht teilzunehmen. Außerdem soll der Unterricht oder die Betreuung in festen Gruppen abgehalten werden, ohne Kontakt zu anderen Gruppen zu haben. Alternativ können auch weniger Schüler in einem Raum unterrichtet werden, damit das Abstandsgebot eingehalten wird. Mehr zur konkreten Ausgestaltung lesen Sie hier.
  • Rot: Bei Stufe Rot werden Schulen oder Kindergärten komplett geschlossen. Das ist dann der Fall, wenn nicht mehr nachvollzogen werden kann, wer die Kontaktpersonen sind oder alle als mögliche Kontaktpersonen infrage kommen. Die Einrichtungen können aber auch vorbeugend geschlossen werden, wenn die Zahl der Infektionen in der Region stark ansteigt. Der Unterricht soll dann von zu Hause aus stattfinden. Außerdem soll eine Notbetreuung angeboten werden.

Übersicht Ampelkarte Thüringen Schule
Das Ampelmodell für die Thüringer Schulen in einer Übersicht (zum Vergrößern bitte Anklicken). Bildrechte: MDR/Thüringer Bildungunsministerium

Kritik am Ampelsystem

In der Praxis wurden Thüringer Schulen und Kindergärten vereinzelt schon mit Stufe Gelb geschlossen, weil der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich viele Lehrerinnen oder Betreuerinnen in Quarantäne begeben mussten.

Die Kommunen äußerten deshalb bereits entsprechende Kritik an dem System. Bei einem Corona-Ausbruch dauere es aufgrund der Abstimmung mit dem Ministerium außerdem oft zu lange, ehe Entscheidungen getroffen werden. Laut Thüringischem Landkreistag ignoriere das Bildungsministerium manche Hilferufe der Landkreise, die ihre Schulen von Gelb gerne auf Rot setzen würden. Infolge stark ansteigender Infektionszahlen gibt es aber auch Stimmen, die Schulen und Kindergärten wie im Frühjahr thüringenweit wieder komplett schließen lassen würden.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

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