Pandemie-Bekämpfung Mehr Menschen in Thüringen geimpft als mit Corona infiziert

In Thüringen sind inzwischen mehr Menschen geimpft als mit Corona infiziert. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) wertet die Entwicklung als Grund zur Freude. Dennoch sei man nicht am Ziel. Nach ihrer Darstellung sei Thüringen bei den Impfungen besser als der Bundesdurchschnitt. Aktuell ist der Freistaat aber weiterhin das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz.

Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe.
Für den neu zugelassenen Impfstoff von Astra-Zeneca gibt es laut Werner noch freie Impftermine. Bildrechte: dpa

In Thüringen verzeichnet das Gesundheitsministerium derzeit mehr mehr Menschen mit einer Corona-Erst-Impfung als Infizierte. Nach Aussage von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) haben bislang mindestens 71.000 Menschen solche erste Impfung erhalten; etwa 26.000 von ihnen bekamen auch bereits die zweite Dosis verabreicht. Seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres wurden 69.000 Corona-Infektionen in Thüringen gemeldet.

Werner wertet die Entwicklung als Grund zur Freude. Dennoch sei man nicht am Ziel. Nach ihrer Darstellung sei Thüringen bei den Impfungen besser als der Bundesdurchschnitt. Aktuell ist der Freistaat aber weiterhin das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz.

Noch freie Impftermine verfügbar

Für den neu zugelassenen Impfstoff von Astra-Zeneca gebe es noch freie Impftermine. Interessierte unter 65 Jahren der höchsten Priorisierungsstufe hätten kurzfristig die Chance auf eine Impfung, so Werner. Dazu gehören unter anderem Alten- und Krankenpfleger, Medizinpersonal und andere Mitarbeiter in bestimmten Betreuungseinrichtungen für Alte und Kranke.

Sobald danach Kapazitäten für den Impfstoff von Astra-Zeneca frei sind, solle der Impfstoff auch unter 65-Jährigen Menschen aus der nächsten Prioritätsstufe angeboten werden - etwa Menschen mit Behinderungen, bestimmten Vorerkrankungen und aus weiteren medizinischen Bereichen.

Impfstellen für den Astra-Zeneca-Impfstoff befinden sich in:

  • Apolda
  • Arnstadt
  • Bad Salzungen
  • Blankenhain
  • Eisenberg
  • Greiz
  • Hildburghausen
  • Ilmenau
  • Leinefelde
  • Mühlhausen
  • Nordhausen
  • Rudolstadt
  • Schmalkalden
  • Sömmerda

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna, die für Über-80-Jährige geeignet sind, sollen vorrangig in Pflegeeinrichtungen und in den dafür vorgesehenen Impfstellen eingesetzt werden. Allerdings war am Mittwochmittag über das Thüringer Impfportal kein Impftermin für Über-80-Jährige verfügbar.

Zahl der aktiven Corona-Fälle sinkt weiter

In Thüringen sinkt die Zahl der aktiven Corona-Fälle indes weiter. Am Dienstag meldeten die Gesundheitsämter in den Kreisen und kreisfreien Städten insgesamt 6.577 aktive Infektionen. Das sind 286 weniger als am Montag und 2.872 weniger als vor zwei Wochen. Die Gesundheitsämter verzeichneten binnen eines Tages 191 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie gab es damit 69.448 positive Corona-Tests in Thüringen. 60.421 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 28 auf 2.450.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Februar 2021 | 15:00 Uhr

21 Kommentare

Freies Moria vor 12 Wochen

Interessanterweise gibt es einen weiteren Impfstoff, sogar aus deutscher Entwicklung, von Professor Dr. Winfried Stöcker, einem ausgewiesenen Experten für die Vorläufer von Covid-19 (SARS, MERS).
Dieser Impfstoff ist leicht zu produzieren (ein typischer "Reaktor" kann eine Million Dosen pro Tag herstellen), er ist verträglich und verwendet klassische Verfahren (analog zu den lange zugelassenen Impfstoffen vieler anderer Krankheiten) und, ganz wichtig: Er unterbindet die Weitergabe lebender Viren (das tun Moderna und Biontech nicht) und trägt damit zur notwendigen Herdenimmunität bei.
Der Professor ist durch seine früheren Arbeiten beim RKI und ähnlichen Instituten gut bekannt, und der Impfstoff ist bekanntlich knapp.
Was tut Deutschland in dieser Situation?
Das Paul-Ehrlich-Institut verklagt den guten Professor - und dadurch erfährt die Öffentlichkeit von der Existenz des Impfstoffs.
"Impfversagen" bekommt da eine ganz neue Dimension!

DerIch vor 12 Wochen

Wenn es mehr Geimpfte als zwischenzeitlich Infizierte gibt - wäre es dann nicht an der Zeit, die Pandemie für beednet zu erklären und die damit verbundene Ermächtigung aufzuheben?

Diese Betrachtungsweise mag extrem sein, m.E. jedoch nicht weniger extrem, unangemessen und undurchdacht als das, was die Regiereden und ihre Berater in letzter Zeit liefern.

Denkender vor 12 Wochen

Haben Sie Beweise dafür, dass alle erkranken müssen? Nicht einmal alle positiv Getestete sind zwingend erkrankt. Wie wäre es denn mal damit, nicht nur Panik zu verbreiten?

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