Energie Teurer Diesel-Import aus Polen: Polizei schnappt Thüringer Unternehmer

Angesichts hoher Spritpreise in Deutschland unternahm ein Thüringer Unternehmer eine lange Fahrt nach Polen, das die Kraftstoffsteuern gesenkt hat. Doch nach dem Import von acht Fässern Diesel schlug der Fiskus zu.

Ein Autofahrer betankt ein Auto mit dem Kraftstoff Diesel
Doch nicht gespart: Ein Firmeninhaber aus Thüringen muss Steuer und Bußgeld auf Diesel aus Polen zahlen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Ein Firmeninhaber aus Ostthüringen hat den Import großer Mengen Dieselkraftstoff aus Polen teuer bezahlt: Der Mann wurde nach Angaben der Bundespolizei auf der Rückreise in Zittau von Polizisten mit acht 200-Liter-Fässern Diesel ertappt.

Den Kraftstoff habe der Mann im polnischen Bogatynia in Dreiländereck zu Deutschland und Tschechien gekauft und in die Fässer gefüllt, die sich auf einem Lkw befanden. Die Polizisten ließen den Steuersünder an Ort und Stelle 750 Euro Steuern nachzahlen und informierten den Zoll, der ein Steuerstrafverfahren einleitete.

Tanken
Wer in Polen den Tank befüllt, spart Geld. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Maximal 20 Liter Kraftstoff im Kanister erlaubt

"Jedem dürfte klar sein, dass man als Privatperson nicht einfach ins Ausland fahren und sich mit Sprit eindecken kann", sagte Heike Wilsdorf, Pressesprecherin beim Hauptzollamt Dresden, MDR THÜRINGEN. Natürlich könne jeder in Polen das Auto betanken, auch ein Kanister dürfe befüllt werden.

Doch: "Zulässig sind maximal 20 Liter in einem zusätzlichen Kanister und da muss der gleiche Sprit drin sein wie im Tank." Der Thüringer aus dem Umland von Greiz müsse also auf 1.580 Liter Diesel Steuern zahlen.

Niedrige Spritpreise verlockend

Polen hatte zum 1. Februar die Spritsteuer gesenkt. Pro Liter Superbenzin sparen Autofahrer bis zu 50 Cent. Tankstellenbetreiber in Ostsachsen fürchten deswegen inzwischen um ihre Existenz.

1.500 Euro Bußgeld extra

Der Firmeninhaber aus Thüringen muss übrigens nicht nur Steuern nachzahlen: Da augenscheinlich auch gegen die Gefahrgutverordnung verstoßen wurde, informierte der Zoll die Verkehrspolizei. Diese wiederum erhebt nun wegen Verstößen gegen gefahrgutrechtliche Vorschriften ein Bußgeld in Höhe von rund 1.500 Euro.

MDR (caf)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Februar 2022 | 14:00 Uhr

12 Kommentare

Kleingartenzwerg vor 27 Wochen

Es wäre sehr schön wenn Polizei und Zoll genau so erfolgreich bei der Ermittlung von Drogenschmugglern wären.
Vermutlich hat der Importeur diese Tour schon öfter gemacht anders kann ich mir diese Dummdreistigkeit nicht erklären oder, er hat das Risiko erwischt zu werden falsch eingeschätzt. Dass man versucht sich bei unseren derzeitigen Spritpreisen einen Vorteil zu verschaffen ist allerdings verständlich. In diesem Zusammenhang ist es auch nicht sehr hilfreich zu wissen, dass in gut einem Drittel der Euro-Staaten die Spritpreise ähnlich hoch oder noch höher sind.

SilverAger vor 27 Wochen

selber schuld - grenznahe Shoppingtour kann sich rechnen - aus Deutschlands Mitte eher nicht und oft (nicht nur bei Tabak), ist die Qualität auch nicht garantiert

wo geht es hin vor 27 Wochen

Also mir ist nicht bekannt, daß im Bundestag auch nur eine Partei sitzt, die das Wort "kapitalistisch" im Parteinamen trägt. Eher "christlich" oder "sozial".
Aber genau diese Parteien mit diesen Label, die sich den Staat zur Beute gemacht haben (Weizäcker) sind es, die die Steuern auch auf den Sprit beschlossen haben - und nicht irgendwelche pösen Kapitalisten. Und diese Steuern machen den Löwenanteil bei jedem Liter aus. Früher nannte man solche Leute einfach Raubritter. Mit Kapitalismus hatten die nix am Hut.

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