Verordnung Thüringen lockert Corona-Regeln: 3G-Regel für Einzelhandel, Gastronomie und Frisör

Thüringens Landesregierung will die Corona-Regeln ändern. Künftig soll beim Einkaufen, in der Gaststätte oder beim Frisör die 3G-Regel gelten. Die neue Verordnung tritt am 7. Februar in Kraft.

Junge Leute sitzen am Tresen und feiern mit alkoholischen Getränken.
Ab dem 7. Februar dürfen auch negativ Getestete in Thüringen in die Kneipe. Bildrechte: Colourbox.de

Die Thüringer Landesregierung will die Corona-Regeln lockern. Ab dem 7. Februar soll daher beim Einkaufen, bei körpernahen Dienstleistungen und in der Gastronomie die 3G-Regel gelten, sagte Regierungssprecher Falk Neubert am Dienstag in Erfurt. Nicht nur Geimpfte und Genesene, sondern auch negativ Getestete haben dann Zutritt. Bislang gilt noch die 2G-Regel.

Wissenschaftlicher Beirat: Omikron-Welle in zwei bis drei Wochen

Die neue Landesverordnung soll laut Neubert vom 7. bis 28. Februar gelten. Das Kabinett habe zeitweise zusammen mit den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats getagt, der die Landesregierung in der Pandemie berät. Nach dessen Einschätzung komme die Omikron-Welle, die in vielen Bundesländern für hohe Infektionszahlen sorgt, in Thüringen erst in 14 bis 20 Tagen an, sagte Neubert.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) habe das Kabinett darüber informiert, dass an diesem Mittwoch voraussichtlich weitere 18 Kommunen in die niedrigere Corona-Warnstufe 2 eingestuft würden. Bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar würden bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für die Corona-Verordnungen in den Bundesländern erwartet.

Tafel mit Hinweis zu 3G-Regel vor Geschäft in Erfurt
Bevor die Omikron-Welle kommt, soll in Thüringen Shopping nach der 3G-Regel gelten. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

CDU: 3G geht nicht weit genug

Der CDU geht die angekündigte 3G-Regel in Thüringen nicht weit genug. Statt 3G wäre es sinnvoller und klarer gewesen, den stationären Einzelhandel den Lebensmittelmärkten gleichzustellen, teilte die CDU-Fraktion mit. Sie fordert von der Landesregierung eine konsequente Umsetzung der geplanten Lockerungen.

IHK gegen strenge Corona-Regeln

Die Industrie- und Handelskammern in Thüringen hatten zuvor in einer gemeinsamen Mitteilung erklärt, die restriktiven Kontakt- und Zugangsbeschränkungen für Einzelhandel oder Restaurants nicht länger mitzutragen. Sie kritisierten die Corona-Maßnahmen, die auf dem Inzidenzwert basieren, und forderten, dass eine neue Verordnung maximal zwei Wochen lang gültig sein sollte.

Muster-Verordnung für Kommunen

Das Thüringer Gesundheitsministerium will die Landkreise und kreisfreien Städte bei der Umsetzung der gelockerten Corona-Regeln unterstützen. Dafür wolle das Land eine Musterverordnung zur Verfügung stellen, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Daran könnten sich die Kommunen orientieren, wenn sie von der 2G- zur 3G-Regel wechseln wollten.

Das Gesundheitsministerium empfiehlt allerdings den Kommunen, die Situation noch einige Tage zu beobachten, bevor sie die Auflagen lockern. Noch sei unklar, wie sich die Omikron-Welle auf die Inzidenzen, die Hospitalisierung und die Belegung der Intensivstationen auswirke, so die Sprecherin. Klar sei, dass bei einem starken Anstieg der Zahlen die Regeln wieder verschärft werden müssten.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, dass die Regelungen zum Einzelhandel am 9. Februar in Kraft treten. Sie treten aber bereits ab Montag, 7. Februar, in Kraft.

Quelle: MDR (fno, dvs)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Februar 2022 | 13:00 Uhr

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