Statistik 2020 50 Prozent mehr Drogentote in Thüringen

40 Menschen sind in Thüringen im vergangenen Jahr an illegalen Drogen gestorben - fast 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Cannabis wird am häufigsten konsumiert, der Mischkonsum nimmt zu.

Eine junge Frau hält eine Tablette mit Kartenspiel-Kreuz-Symbol an ihre Lippen.
Bereits seit Jahren steigt die Zahl der Drogentoten in in Thüringen kontinuierlich an. Bildrechte: IMAGO

In Thüringen ist die Zahl der Drogentoten im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 2020 starben insgesamt 40 Menschen im Alter von 19 bis 66 Jahren infolge von Drogenkonsum. Darunter waren elf Frauen und 29 Männer. 2019 waren es noch 26 Tote. Die Steigerung beträgt rund 50 Prozent. Das geht aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik hervor, die MDR THÜRINGEN vorliegt.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg 2020 um etwa neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. So verzeichnete die Polizei 2020 insgesamt 12.500 Fälle, in denen illegale Drogen konsumiert und mit ihnen gehandelt wurde. Das waren knapp 1.000 mehr als noch 2019.

Cannabis und Crystal Meth oft konsumiert

Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Drogenmissbrauch, einer Überdosierung oder durch Suizid aufgrund der Einnahme von Rauschgift sterben, steigt im Freistaat seit Jahren kontinuierlich an. Lag die Zahl 2016 noch bei zwölf Toten, stieg sie bereits 2019 auf 26.

Zu den am häufigsten illegal konsumierten Drogen gehört in Thüringen Cannabis. Auch der Mischkonsum, also der Konsum von zwei oder mehr Drogen, nimmt laut der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen (TLS) immer mehr zu. Der Konsum von Chrystal Meth hat sich indes auf hohem Niveau in Thüringen eingepegelt. Die aktuelle Kriminalitätsstatistik wurde am Donnerstag von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) vorgestellt.

Zahl der Straftaten 2020 in Thüringen wieder gestiegen

Demnach stieg die Zahl der Sraftaten im vergangenen Jahr im Freistaat an: 2020 wurden rund 142.000 Straftaten von der Polizei erfasst, 12.700 mehr als im Jahr davor. Etwa zwei von drei Straftaten konnten aufgeklärt werden. Einen deutlichen Anstieg gab es bei der Internet-Kriminalität, bei Einbrüchen in Büroräume und beim Betrug.

Laut Innenminister Georg Maier (SPD) könnte das im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen. Dagegen gab es bei Taschendiebstählen und Sachbeschädigungen einen Rückgang. Thüringen bleibe ein sicheres Bundesland, sagte Maier. Die Gefahr, im Freistaat Opfer einer Straftat zu werden, sei im Bundesvergleich gering. Jeder fünfte Straftat wurde laut Maier von einem Nicht-Deutschen begangen.

Aus Sicht der Grünen ist die Polizeiliche Kriminalstatistik nur begrenzt aussagefähig, da sie nur eine Eingangsstatistik darstelle. Besonders im Bereich der häuslichen Gewalt sei die Statistik wenig aussagekräftig ist, sagte die innenpolitische Sprecherin Madeleine Henfling. Sie forderte daher eine gesonderte Auswertung für häusliche Gewalt auf Landesebene. Zudem sprach sie sich für eine kontrollierte Abgabe von Cannabis in lizensierten Apotheken aus. Mit Blick auf Crystal Meth müsse zudem die Präventionsarbeit verstärkt werden.

Korrekturhinweis In einer früheren Fassung dieses Beitrags hatten wir geschrieben, es habe ein Drittel mehr Drogentote in Thüringen gegeben im Vergleich 2019/2020. Das war nicht korrekt. Wir haben den Fehler korrigiert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. März 2021 | 14:00 Uhr

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