Mobilität Doppelt so viele Hybrid-Autos in Thüringen unterwegs

Redakteurin Teresa Herlitzius in drei verschiedenen Aktionen.
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

In Thüringen gibt es immer mehr Elektro- und Hybrid-Autos. So hat sich die Zahl der Hybrid-Autos im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 verdoppelt. Die Zahl der E-Autos ist ebenfalls stark gestiegen.

Ein Mann lädt seinen Plug-in-Hybriden an einer Ladestation auf.
Ein Mann lädt sein Plug-in-Hybridfahrzeug an einer Ladestation auf - hier in Berlin. Bildrechte: dpa

In Thüringen hat sich die Zahl der Hybrid-Autos 2020 verdoppelt. Das geht aus einer Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor. Demnach gab es laut Kraftfahrt-Bundesamt 2020 in Thüringen fast 19.000 Hybrid-Autos. Bei den E-Autos ist ebenfalls ein starkes Wachstum festzustellen: Im Vergleich zu 2019 waren im vergangenen Jahr über Zweidrittel mehr E-Autos gemeldet. Das sind insgesamt über 6.000 E-Auto-Zulassungen. Die Zulassungen für Gas-Autos (Erd- und Flüssiggas zusammen) ging gleichzeitig um etwa acht Prozent zurück und sank auf etwa 8.500.

In Thüringen sind Autos mit Verbrennungsmotoren nach wie vor am verbreitetsten: Über 900.000 Autos fahren mit Benzin, über eine halbe Million Autos mit Diesel. Insgesamt waren 2020 in Thüringen mit knapp 1,5 Millionen Autos unwesentlich mehr Fahrzeuge zugelassen als im Vorjahr.

Thüringen liegt bundesweit eher hinten

Bundesweit lag Thüringen im vergangen Jahr bei den zugelassenen E- und Hybrid-Autos mit Platz zwölf eher im hinteren Feld. Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen. Auf Platz zwei und drei folgen Bayern und Baden-Württemberg. Erwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, dass diese Reihenfolge dem Ranking bei der Bevölkerungsdichte innerhalb der Bundesländer entspricht: Laut einer Statistik des Statistischen Bundesamtes waren 2019 NRW, Bayern und Baden-Württemberg die drei bevölkerungsstärksten Bundesländer, während Thüringen auch bei diesem Vergleich Platz zwölf belegt.

Das Elektromobilitätsgesetz: Vorteile für E- und Hybrid-Autos

Seit 2015 gibt es das Elektromobilitätsgesetz, mit dem die Elektromobilität sowie die dazugehörige Infrastruktur unterstützt werden sollen. Die darin vorgesehenen Vorteile gelten nicht nur für reine E-Autos, sondern auch für Hybrid-Fahrzeuge, die sowohl von einem Elektro- als auch einem Verbrennungsmotor (in der Regel mit Benzin) angetrieben werden.

Aus dem Gesetz ergeben sich die folgenden Vorteile für E- und Hybrid-Auto-Fahrer:

  • Reservierung von öffentlichen Parkplätzen mit Ladestationen
  • reduzierte oder sogar erlassene Parkgebühren
  • die Nutzung von Busspuren
  • Ausnahmeregelungen bei bestimmten Zufahrtsbeschränkungen

Damit die E- und Hybrid-Autos im Straßenverkehr auch als solche erkennbar sind, gibt es für diese das E-Kennzeichen. Das Gesetz gilt bis Ende 2026. Bis dahin soll die E-Mobilität, laut Bundesregierung, im Verkehr keine Ausnahme mehr sein.

Gefördert werden E- und Plug-In-Hybrid-Autos außerdem beispielsweise seit November 2020 mit einem Programm für private Ladestationen ("Wallboxen") von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 03. Mai 2021 | 11:05 Uhr

24 Kommentare

AlexLeipzig vor 6 Wochen

mattotaupa, Sie haben Recht, es gibt noch keine richtig gute Lösung. Zur erhaltung unserer Mobilität bleibt wohl erstmal nur, das "kleiner Übel" zu wählen. Oder wir schränken unsere Mobilität ein... Ich denke jedenfalls, daß es besser ist, wenig zu tun als gar nichts. Ich habe beispielsweise sehr lange mit einer KFZ-Neuanschaffung gewartet, in der Hoffnung, mir ein E-Auto kaufen zu können (tgl. Fahrleistung 50km). Leider gibt es bei mir im urbanen Umfeld immer noch keine praktikable Ladelösung, so daß ich mir einen Benziner gekauft habe. Wenigstens braucht der Neue 2 Liter weniger... Aber glücklich bin ich mit der Lösung auch nicht.

mattotaupa vor 6 Wochen

"Dieser fährt ca. 80/90km (je nach Fahrweise) elektrisch. Das sind etwa 80% meiner Fahrstrecken." und sie nutzen hierfür auch den e-antrieb? eine ladestation hätte ich in 5km umkreis, müßte dann heim laufen und dann wieder hinlaufen um die ladestelle frei zu machen und das auto daheim abzustellen. so macht ein batterieauto -unabhängig von der begrenzten reichweite und nächtlicher ausgangssperre- einfach keinen sinn.

mattotaupa vor 6 Wochen

"offen für neue Technologien" elektromotoren und batterieautos sind nun nichts neues, gabs vor 100 jahren schon. das problem ist aber, daß diese lediglich andere technologie als umweltfreundlich dargestellt wird, ohne dies wirklich zu sein und damit ist der wichtigste punkt für einen technologiewechsel erledigt (im sinne von tot). es spricht einiges für den e-motor (antritt, drehmoment, beschleunigung, innengeräusche, verzicht auf getriebe, weniger teile), jedoch nichts für die verwendung einer batterie (gewichtszunahme, ladezeit, entsorgungsprobleme, weiterhin umweltschädliche produktion, energiegehalt/reichweite, lebensdauer). wenn die autos lediglich schneller im antritt sind aber umweltprobleme nur in andere weltregionen verschoben werden, kann ich mir auch ein herkömmliches auto mit mehr ps kaufen.

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