Unter dem Bundesdurchschnitt Corona-Pandemie: Mehr als eine Million Thüringer geimpft

Mit einem Anteil von 50,1 Prozent bei den Corona-Erstimpfungen und 31,2 Prozent bei den Zweitimpfungen rangiert Thüringen im bundesweiten Vergleich auf den hinteren Plätzen. Trotzdem ist mehr als die Hälfte der Thüringer inzwischen einmal gegen Covid-19 geimpft. Außerdem wurden Tausende neue Impftermine freigeschalten, rund 1.000 freie Termine stehen für das kommende Wochenende zur Verfügung.

Eine Spritze mit dem Impfstoff Moderna wird in den Impfräumen des Modellprojekts "Betriebliches Impfen KRTIS" bei Berlin-Chemie aufgezogen.
Eine Spritze mit dem Impfstoff Moderna, der bis zu 90 Prozent Schutz schon durch eine Dosis bietet. Bildrechte: dpa

Mehr als die Hälfte der Thüringer ist inzwischen einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Rund eine Million Menschen haben im Freistaat bislang die erste Spritze und mehr als 665.000 Menschen auch schon die zweite Impfung erhalten, wie die Staatskanzlei am Donnerstag in Erfurt mitteilte.

Zu wenig Impfstoff für Haus- und Betriebsärzte

Mit einem Anteil von 50,1 Prozent bei den Erstimpfungen und 31,2 Prozent bei den Zweitimpfungen rangiert Thüringen im bundesweiten Vergleich aber auf den hinteren Plätzen. Das Gesundheitsministerium sieht einen Grund dafür in ausbleibenden Lieferungen an Haus- und Betriebsärzte.

So hätten die Hausärzte in den vergangenen Wochen mehr als 32.600 Impfdosen zu wenig erhalten. Besonders groß sei die ungleichmäßige Verteilung für Betriebsärzte mit lediglich 10.689 Imfpdosen in diesem Monat.

Bundesweit sind inzwischen 52,2 Prozent der Menschen einmal geimpft - 33,5 Prozent haben bereits die Zweitimpfung. Bei den Erstimpfungen liegt Bremen (59,2 Prozent) vorn, bei den Zweitimpfungen das Saarland (40 Prozent).

1.000 freie Termine in Thüringen

Aktuell stehen laut Kassenärztlicher Vereinigung Thüringen (KVT) noch rund 1.000 Termine für das letzte Juni-Wochenende zur Verfügung. Freie Impftermine gibt es zum Beispiel in Arnstadt, Apolda, Bad Langensalza, Blankenhain, Greiz, Hildburghausen, Jena, Meiningen, Mühlhausen, Nordhausen, Pößneck, Rudolstadt, Schmalkalden, Schmölln, Sömmerda und Sonneberg. Insgesamt listet das Online-Portal landesweit 16 Impfstellen auf, wo sich Interessenten anmelden können.

Es sei deutlich spürbar, dass verfügbare Termine nicht mehr ganz so schnell gebucht werden, wie in der Vergangenheit, teilte die KVT mit. Von den rund 90.000 vergebenen Impfterminen seien in den vergangenen zehn Tagen 1.000 nicht eingehalten worden. Zwei Drittel davon waren Erstimpftermine. Laut KVT belastet jeder nicht eingehaltene Termin die Impfärzte und -ärztinnen und Angestellten, da sie kurzfristig Ersatz finden müssen. Die KVT appellierte noch einmal an die Thüringer sich impfen zu lassen, da eine Herdenimmunität erst erreicht werde, wenn 75 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind.

Impfwochenende für Studenten im Juli

Thüringen plant am 3. und 4. Juli ein Impfwochenende für Studentinnen und Studenten. Damit wolle die Landesregierung gemeinsam mit der KVT eine schnellstmögliche Rückkehr zur weitgehenden Normalität an den Hochschulen des Landes unterstützen, teilte das Sozialministerium mit. Lehre und Forschung sollten so bald wieder in Präsenz möglich sein.

Termine werden am Donnerstag auf dem Thüringer Impfportal freigeschaltet. Angeboten wird der Impfstoff von Johnson & Johnson, von dem nur eine Impfung für die volle Immunisierung notwendig ist. Insgesamt stehen über 10.000 Impfdosen zur Verfügung.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Juni 2021 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

Berliner In Thueringen vor 4 Wochen

Zitat:

"Mit einem Anteil von 50,1 Prozent bei den Corona-Erstimpfungen und 31,2 Prozent bei den Zweitimpfungen rangiert Thüringen im bundesweiten Vergleich auf den hinteren Plätzen."

Ist dies ein Wettbewerb "Wer impft am schnellsten". Mal ganz ehrlich: Nach Anlaufproblemen wurden in nicht mal 6 Monaten 50 % ALLER Thüringer geimpft. Das ist rein logistisch und organisatorisch bei aller Kritik schon eine Leistung.

wenn man die Personen (z.B. Kinder) rausrechnet, für welche die Impfung nicht zugelassen und nicht empfohlen wird, so ist der Prozentsatz der "Durchimpfung" schon wesentlich höher.

Und das es jetzt freie Impftermine gibt, ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass eigentlich alle, die unbedingt wollten, inzwischen eine Impfung bzw. Termin haben. Viele werden sich jetzt Impftermine nach persönlichen Bedarf holen (Urlaubsplanung etc) und haben da keine Eile, vor allem, da es so aussieht, das genug Impfstoff da ist. Ich persönlich denke, im Sept. ist man bei 70-75%.