Freizeit Smartphone statt Kinder im Blick: Eltern verletzen Aufsichtspflicht beim Baden

Immer öfter gucken Eltern lieber aufs Handy, anstatt auf ihre Kinder aufzupassen - besonders im Freibad. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft appelliert, Nichtschwimmer nicht aus den Augen zu lassen.

Kind badet im Meer
Kinder unterschätzen oft die Gefahr von Gewässern. Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

In Thüringer Freibädern verletzen Eltern offenbar immer häufiger ihre Aufsichtspflicht. Laut Landesverband der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) ist das Phänomen sehr weit verbreitet. Verbandssprecher Steffen Schulze sagte MDR THÜRINGEN, viele Eltern gingen davon aus, dass Schwimmmeister oder Rettungsschwimmer die Aufsichtspflicht übernehmen. Sie beschäftigten sich vor allem mit ihren Handys. Das sei im Schwimmbad genau wie im Straßenverkehr lebensgefährlich.

Die DLRG appelliert, Nichtschwimmer nicht aus den Augen zu lassen. Ertrinken sei oft ein lautloser Tod. Laut Schulze weisen Rettungsschwimmer in den Bädern die Eltern immer wieder darauf hin, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen.

Bademeister übernehmen keine Betreuung der Kinder

Bäder bestätigen die Beobachtungen des DLRG-Verbandssprechers. So sieht ein Mitarbeiter des Ilmenauer Freibades die Eltern stärker in der Pflicht. Diese blieben immer öfter auf der Liegewiese und überließen den Schwimmmeistern die Aufsicht, berichtet er.

Häufig müssten Kleinkinder zu den Eltern zurückgebracht werden. Das habe überhandgenommen. Nach Angaben des Freibad-Mitarbeiters sind verstärkt Durchsagen nötig, dass die Schwimmmeister die Betreuung der Kinder nicht übernehmen können.

Eine junge Frau hält ein Smartphone in Händen
Augen weg vom Handy! Bildrechte: Colourbox.de

Eltern gucken lieber aufs Handy

Auch im Naturbad Kaimberg in Gera kennen die Beschäftigten das Problem. Eine Mitarbeiterin sagt, meistens werde erst im Notfall bemerkt, dass Eltern ihre Kinder allein gelassen haben. Ähnlich ist die Situation in den Jenaer Freibädern. So etwas komme immer wieder vor, so eine Sprecherin.

Im Weimarer Schwanseebad wird die Situation dagegen nicht als problematisch eingeschätzt. Eine Mitarbeiterin sagte, es sei mittlerweile normal, dass sich die Besucher eher mit ihren Handys beschäftigten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Juli 2021 | 10:00 Uhr

4 Kommentare

Matthi vor 8 Wochen

Ob die Eltern am Smartphone spielen oder ein Buch lesen oder sich Sonnen es ist egal, Sie vergessen viel zu oft das sie verantwortlich sind und nicht der Bademeister oder die DLRG. Wir sehen es regelmäßig wenn wir am Meer sind das zum Teil Kleinkinder im flachen Wasser spielen und von den Eltern weit und breit nichts zu sehen ist.

Kolo78 vor 8 Wochen

Generation Y und Z ... beobachte ich überall: Smartphone beim Einkauf, im Auto, beim Arzt, als Besuch, als Fußgänger ... Besonders schlimm: auch immer mehr Großeltern machen das so! Schöne, bekloppte, digitale Welt!

Lyn vor 8 Wochen

Hier geht es um die Aufsichtspflicht und nicht um die Haftung bei von Kindern verursachten Schäden.

Und wenn das Kind zu Schaden kommt sind erst einmal die Eltern verantwortlich, aber das hat nichts mit Haftung für materielle Schäden zu zu tun, wobei es generell bei dem von Ihnen zitierten Text geht.

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