Gesundheit Hohe Energiekosten für Thermalbäder: Thüringer Kurorte fordern Hilfe

Der Thüringer Heilbäderverband fordert vom Land finanzielle Hilfe für die insgesamt 16 Kurorte in Thüringen. Grund sind die steigenden Energiekosten, die sogar zur Insolvenz von Thermalbädern führen könnten. Gleichzeitig hoffen die Kurorte, dank eines neuen Gesetzes bald mehr Kurgäste nach Thüringen locken zu können.

Die aktuell steigenden Energiekosten bereiten Thüringens Thermalbädern nach bereits enormen Einbußen während der Corona-Pandemie Sorgen. Wie der Heilbäderverband am Montag im südthüringischen Masserberg warnte, sei mit wirtschaftlichen Problemen bis hin zur Insolvenz von Badbetrieben zu rechnen.

Die sechs kommunalen Thermen erwarteten für 2023 zusammen Zusatzkosten von drei Millionen Euro. Die insgesamt 16 Kurorte und Heilbäder mit Thermen bräuchten dringend finanzielle Hilfe vom Land.

Betonung auf Gesundheitsprävention der Thermalbäder

Der Verband forderte, dass der Betrieb der Thermalbäder auch bei Gasmangel fortgeführt werde. "Thermalbäder sind keine Spaßbäder, sondern wichtige Bausteine in der Gesundheitsprävention", sagte Verbandspräsident Matthias Strejc. "Sie dürfen deshalb nicht pauschal als Freizeiteinrichtungen eingestuft werden und bei einer Gasmangellage keinesfalls komplett heruntergefahren werden."

Eine Schließung hätte den Angaben nach außerdem ernste Auswirkungen auf die technischen Anlagen, die bei einer stärkeren Senkung der Temperatur Schaden nähmen.

Einsparmöglichkeiten ausgeschöpft

Eigene Möglichkeiten, Energie zu sparen, seien in den Einrichtungen in der Regel bereits ausgeschöpft, erklärte der Heilbäderverband. So seien die Heilbäder und Kurorte in den vergangenen Jahren energetisch optimiert worden. Außerdem seien die Eintrittspreise angehoben und die Wasser- und Lufttemperatur gesenkt worden.

Gesetz sorgt für Optimismus

Trotz Energiekrise blickten die Thüringer Heilbäder am Montag zuversichtlich in die Zukunft und kündigten an, mehr Gäste in die Kurorte holen zu wollen. Grund für die Aufbruchsstimmung ist ein neues Gesetz, nachdem Krankenkassen die Kosten für ambulante Vorsorgekuren in den Kurorten wieder übernehmen müssen.

Durch das verstärkte Angebot dieser Vorsorgekuren rechnet sich die Branche jährlich 400.000 zusätzliche Übernachtungen in den Kurorten in Thüringen aus.

Wieder mehr Gäste nach Corona-Loch

Nach dem Einbruch durch die Corona-Pandemie haben die Thüringer Heilbäder und Kurorte zuletzt wieder deutlich höhere Gästezahlen verbucht. Im ersten Halbjahr waren es den Angaben nach 1,06 Millionen Übernachtungen, ein Plus von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. So hätten sie inzwischen wieder 83 Prozent des Niveaus vor Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht.

Weitere Auswirkungen der Energie-Krise

dpa, MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 21. September 2022 | 18:28 Uhr

4 Kommentare

augu vor 17 Wochen

Da wird mehr Energie verbraucht als für ein heißes Wannenbad zu Hause. Solange die Sonne scheint kein Problem für die Mühlhäuser "Thüringen Therme" da sie für die Wassererwärmung die Solarwärme einer riesigen Kollektorfläche am Schadeberg nutzt.

OOOO vor 17 Wochen

Hört, hört, jetzt schreien alle um Hilfe, keine Branche hält still, Scholz u. Habeck haben ALLEN Hilfen zugesagt, da bin ich mal über den Neuen Schuldenstand gespannt, die Inflation bekämpft man so nicht, die wird befördert.

Freies Moria vor 17 Wochen

Der Regierung muss auch geholfen werden - künstliche Preisbildung an den Energiemärkten muss man ja nicht weiterlaufen lassen, wenn Unfug und Armut dabei herauskommt...

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