Corona-Pandemie Nach Bund-Länderberatungen: Thüringen setzt auf Impfung beim Hausarzt, Schnelltests und Luca-App

Noch ist unklar, welche konkreten Beschlüsse der Bund-Länder-Beratung der Freistaat umsetzen möchte. Dazu berät sich am Donnerstag zunächst das Kabinett. Schon jetzt steht fest: Beim Impfen will Thüringen aufs Tempo drücken und den Bürgern kostenlose Tests ermöglichen. Für Lockerungen ist die Inzidenz nach wie vor zu hoch. Der nächste Schritt sei, diese auf unter 100 zu senken.

Symbolbild Corona- Covid-19 Schnelltest
Einmal pro Woche sollen sich Thüringer künftig kostenlos auf das Coronavirus testen lassen dürfen (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Die Menschen in Thüringen sollen sich spätestens Anfang April auch in Hausarztpraxen gegen das Coronavirus impfen lassen können. Zudem soll sich jeder, der das möchte, mindestens einmal pro Woche kostenlos testen lassen können. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nach der Bund-Länder-Konferenz zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie am späten Mittwochabend an. Wie die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Thüringen umgesetzt werden, darüber hat das Kabinett am Donnerstag beraten. Konkrete Ergebnisse werden allerdings erst in den kommenden Tagen erwartet.

Luca-App zur Kontaktverfolgung

Ein Mann schreibt eine Nachricht auf einem Smartphone.
Mit der Luca-App soll die Zettelwirtschaft zur Kontaktbverfolgung, etwa in Gaststätten, entfallen. Bildrechte: imago images/Westend61

Nach Angaben von Ramelow will das Land zur Kontaktnachverfolgung bei Öffnungsschritten flächendeckend die Luca-App einsetzen. Die App, die von Smudo, Musiker der Fantastischen Vier, mitentwickelt wurde, solle die Zettelwirtschaft mit Kontaktdaten etwa in der Gastronomie beenden.

Außerdem soll es flächendeckende Tests geben sowie das Tempo bei Imfpungen erhöht werden. Das seien wichtige Voraussetzungen für vorsichtige Öffnungen in Thüringen mit seiner nach wie vor hohen Infektionsrate, so Ramelow. Auch der Zugang zu PCR-Tests soll erleichtert werden.

Zu hohe Inzidenz für erste Lockerungen

Thüringen wird bei den Corona-Lockerungen kein Vorreiter unter den Bundesländern sein. Ramelow sagte nach der Schaltkonferenz der Bund-Länder-Chefs am Mittwochabend, er bitte die Thüringer noch um Geduld. Ziel müsse sein, eine Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen zu erreichen. Diesen Wert zu erreichen, sei jetzt der nächste Schritt, sagte Ramelow.

Die vom Bund festgelegten Richtwerte für erste Lockerung liegen bei Inzidenzen zwischen 50 und 100. Dann sollen etwa der Einzelhandel, Museen und Tierparks wieder öffnen dürfen. Allerdings ist der Freistaat momentan im Gegensatz zu den anderen Bundesländern von dieser 100er-Inzidenz noch weit entfernt. Aktuell liegt sie bei 128, ist im Vergleich zu Mittwoch wieder leicht gesteigen (124).

Nach Kabinettsitzung: Noch keine konkreten Beschlüsse

Nach einer Sitzung des Thüringer Kabinetts zu den Corona-Beschlüssen am Donnerstag stehen noch keine konkreten Ergebnisse fest. Wie Regierungssprecherin Marion Wermann sagte, wird die Beschlussvorlage in Thüringen umgesetzt. Allerdings soll sie an den sogenannten Thüringer Orientierungsrahmen angepasst werden, den die Landesregierung Anfang Februar veröffentlicht hat. Derzeit stehe noch nicht fest, wo das Land von den Beschlüssen abweichen könnte.

Details dazu, wie die neue Thüringer Verordnung aussehen wird, sollen wohl erst am kommenden Dienstag in einer Woche bekannt gegeben werden. In den kommenden Tagen wird Wermann zufolge noch weiter beraten. Der Thüringer Orientierungsrahmen und der Beschluss der Ministerpräsidenten sehen beide Öffnungsschritte ab einer Inzidenz von unter 100 vor. Aktuell liegt die landesweite Inzidenz bei 128.

Corona-Verordnung gilt bis 15. März

Bei der nächsten Corona-Verordnung stehe das Land nicht unter Zeitdruck, so Ramelow. Die aktuelle läuft nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch bis 15. März. Bund und Länder verständigten sich nach stundenlangen Beratungen am Mittwochabend darauf, den Lockdown zur Bekämpfung der Pandemie in Deutschland grundsätzlich bis zum 28. März zu verlängern.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. März 2021 | 07:00 Uhr

114 Kommentare

Sia vor 8 Wochen

Es geht bei den Maßnahmen zwar auch darum sich nicht in Geschäften anzustecken. Primär geht es aber darum übervolle Innenstädte zu vermeiden. Wenn alle Läden offen sind, stürmen hunderte Menschen aus unterschiedlichen Bekanntenkreisen mit ihren Kinnwärmern los und treffen in der Innenstadt aufeinander. Ein kleines Beispiel: Im Somme war es selbst in einer Sadinenbüchse gemütlicher als in der Ilmenauer Innenstadt. Und Einkaufen war da kaum einer. Da bringen die Hygienekonzepte von Gastro und Einzelhandel nix.

MDR-Team vor 8 Wochen

Anbei für alle Mitlesenden: https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/corona-antigen-impfstoff-stoecker-kaufhaus-ermittlungsverfahren-100.html

adler123 vor 8 Wochen

@Jana: Nicht einfach losschwätzen. In Deutschland wurde ein Impfstoff entwickelt. Dieser ist nicht auf genetischer Basis. Aber die großen Monopole wollen den nicht. Deshalb wurde der Entwickler für seinen sehr guten Impfstoff verklagt. Das ist die Wahrheit.

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