Nach anonymer Anzeige Untreue-Ermittlungen gegen Awo-Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Thüringen. Ein Behördensprecher bestätigte am Mittwoch einen Bericht der Zeitung "Freies Wort", wonach sich die Vorwürfe gegen elf Beschuldigte richten. Das Verfahren gehe auf eine anonyme Anzeige zurück, die MDR THÜRINGEN vorliegt.

Ein Schild mit der Aufschrift "AWO Seniorenzentrum" steht vor einem Seniorenzentrum in Elversberg
Awo-Seniorenzentrum - hier in Elversberg im Saarland. Bildrechte: Thomas Wieck/dapd

Der Wohlfahrtsverband erklärte zu den Ermittlungen: "Wir können jeden juristisch relevanten Vorwurf widerlegen." Ein Sprecher sagte, das Papier sei aus Sicht der Awo fingiert. Hintergrund sei ein verbandsinterner Streit. Die Verfasser der Anzeige hätten versucht, bei den Vorstandswahlen am 3. September gezielt Kandidaten zu diskreditieren. Dies sei jedoch nicht gelungen. Der Landesverband werde die Verfasser der Anzeige seinerseits anzeigen oder habe das bereits getan.

In der Anzeige werden elf namentlich benannte Thüringer Awo-Führungskräfte beschuldigt, Geschäfte zum Nachteil des Landesverbands und der Awo-Firma Alten-, Jugend- und Sozialhilfe gGmbH getätigt zu haben. Die Rede ist unter anderem davon, dass ein Awo-Verantwortlicher Eigentumswohnungen von einem Geschäftspartner "zu einem Vorzugspreis" gekauft habe und einem bestimmten Lieferanten Aufträge zugeschanzt worden seien.

Die Awo Thüringen hat nach eigenen Angaben 8.500 Mitarbeiter, die in 450 Einrichtungen und Diensten arbeiten. Dazu gehören Kindertagesstätten, Pflegeheime, Pflegedienste und Behinderteneinrichtungen.

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