FAQ Corona-Impfungen beim Hausarzt gestartet: Fragen und Antworten

Seit Mittwoch können auch Hausärzte in Thüringen gegen das Coronavirus impfen. Wie das funktioniert, welcher Impfstoff zur Verfügung steht und wie es um die Termin-Vergabe steht: Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eine Frau lässt sich Impfen.
In Thüringen kan man sich nun auch beim Hausarzt gegen das Coronavirus impfen lassen. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Hausärzte und Hausärztinnen in Thüringen können seit Mittwoch gegen das Coronavirus impfen. Bisher war dies in den Impfzentren des Freistaats möglich. Nun soll vor allem nicht-mobilen Menschen und Menschen über 80 Jahre oder mit Vorerkrankungen erleichtert werden, die Impfung zu erhalten.

Wer darf beim Hausarzt gegen Corona geimpft werden?

Die Coronavirus-Impf-Verordnung legt fest, welche Personengruppen wann und in welcher Reihenfolge geimpft werden. In Thüringen sind dies aktuell Patientinnen und Patienten der Priorisierungsstufen 1 und 2, also unter anderem Personen über 80 Jahre, pflegebedürftige Menschen, Pflegekräfte und medizinisches Personal sowie Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen tätig sind.

Aufgrund der hohen Inzidenz wurde in den Thüringer Hotspots Gera, Landkreis Greiz, Saale-Orla-Kreis und Kreis Schmalkalden-Meiningen auch die Stufe 3 zugelassen. Dazu gehören Menschen über 60 Jahre, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, Menschen, die Mitglieder von Verfassungsorganen, im Lebensmittelhandel oder in besonders relevanten Positionen einer Einrichtung der Kritischen Infrastruktur sind. Der Wartburgkreis gehört auch zu den Hotspots, die über Sonderkontingente des Impfstoffs verfügen. Hier gehören neben den Stufen 1 und 2 allerdings Feuerwehrleute, Busfahrer und Wahlhelfer zu den Berechtigten.

Die Hausärzte in Thüringen sind angehalten, sich an die Impfreihenfolge des Gesundheitsministeriums zu halten.

Wieviel Impfstoff steht zur Verfügung?

In dieser Woche stehen den Hausarztpraxen zunächst rund 20.000 Dosen Impfstoff zur Verfügung, so der Leiter des Pandemiestabs der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Jörg Mertz. In wie vielen der etwa 1.600 Praxen in Thüringen geimpft werde, darüber gebe es derzeit noch keinen Überblick. Einige Praxen seien zunächst leer ausgegangen. Der Grund dafür liegt laut Verband dann bei den Apotheken vor Ort. Diese könnten eventuell zu spät bestellt haben, so Stefan Fink, der Vorsitzende des Apothekerverbands.

Die Hausärzte haben generell die Möglichkeit, wöchentlich maximal 30 Impfdosen über die Apotheke zu bestellen. Wenn nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, wird budgetiert, so die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen. Zum Start am Mittwoch war das offenbar der Fall: Im Schnitt habe jeder Hausarzt und jede Hausärztin in Thüringen 18 bis 24 Dosen erhalten, die bis zum Wochenende geimpft werden können.

Ab kommender Woche soll das Impfstoff-Kontingent deutschlandweit laut Apothekerverband von einer auf drei Millionen Dosen pro Woche ansteigen. Für Thüringen bedeute das, dass die Praxen auf durchschnittlich 75 Impfungen pro Woche und Arzt aufstocken können.

Welcher Impfstoff wird verwendet?

Den Hausarztpraxen in Thüringen steht zunächst der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer zur Verfügung. Er wird aufgetaut geliefert und muss deshalb innerhalb von fünf Tagen verimpft werden. Ab übernächster Woche soll auch mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft werden.

Muss ich einen Impf-Termin vereinbaren?

Wer geimpft werden möchte, sollte sich direkt mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen, um einen möglichen Termin abzusprechen, rät die Kassenärztliche Vereinigung. Die Vergabe läuft nicht über das Thüringer Impfportal. In einigen Fällen kontaktieren die Hausärzte auch ihre Patientinnen und Patienten. Die Impf-Reihenfolge des Gesundheitsministeriums sollte dabei eingehalten werden. Bleibt jedoch mal eine Impfdosis übrig, könnten auch Jüngere auf der Warteliste vorgezogen werden.

Fast 15 Prozent in Thüringen erstgeimpft Rund 305.100 Thüringer und Thüringerinnen (rund 15 Prozent) sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher erstmalig geimpft worden. In den vergangenen 24 Stunden sind rund 5.500 erste Corona-Impfungen dazugekommen. Ihre Zweitimpfung, und damit den vollen Impfschutz, haben den Angaben zufolge bisher rund 132.900 Thüringerinnen und Thüringer erhalten. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von gut sechs Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. April 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Thüringen

Frau mit Dutt in Erfurter fußgängerzone 1 min
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Jenny Scherf ist eine Pfarrerin ohne Kirche. Ihre Gemeinde sind die Menschen, die sie in den sozialen Medien trifft.

16.10.2021 | 14:45 Uhr

MDR THÜRINGEN Sa 16.10.2021 14:30Uhr 01:15 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/video-jenny-scher-online-pfarrerin100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video