Schutz für Einsatzkräfte Feuerwehrverband fordert schnellere Corona-Impfungen in Thüringen

Ein Großteil der Thüringer Feuerwehrleute hat bisher keine Corona-Impfung erhalten. Für den Feuerwehrverband sind schnellere Impfungen eine Frage der Anerkennung. Die zu erwartenden Liefermengen wecken Hoffnungen.

Thüringens Feuerwehrleute sollen schneller geimpft werden als bisher. Das hat der Präsident des Landes-Feuerwehrverbands, Karsten Utterodt, zum jährlichen Verbandstag gefordert. Der Verband drängt auf schnellere Impfungen für die ehrenamtlichen Brandbekämpfer. In anderen Bundesländern sei dies bereits der Fall, sagte Utterodt am Samstag.

Innenminister bemängelt Impfquote

In Thüringen hingegen sei ein Großteil der Feuerwehrleute noch ohne Impfschutz und werde mit dem Ansteckungsrisiko allein gelassen. "Wir schützen euch, wer schützt uns?", kritisierte er. Feuerwehrleute seien schließlich auch im Einsatz, wenn Corona-Kranke aus ihren Wohnungen ins Krankenhaus transportiert werden. Es sei auch eine Frage der Anerkennung der Leistungen von Feuerwehrleuten, diese und auch ihre Familien vor den Gefahren des Virus zu schützen, so Utterodt.

Thüringens Innenminister Georg Maier moniert die niedrige Impfquote bei Feuerwehrleuten ebenfalls. Laut Maier sei die Impf-Situation bei anderen Rettungskräften und bei Polizisten deutlich besser. Zusammen mit dem Feuerwehrverband habe man zwar einen Plan, um schnell handeln zu können. Voraussetzung ist allerdings eine Einigung mit dem Thüringer Gesundheitsministerium und die gibt es bisher nicht. 

Hoffnungen auf Aufhebung der Rangfolge

Feuerwehrleute sind wie unter anderem auch Polizeikräfte und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks in der Impfreihenfolge bislang in der dritthöchsten Gruppe eingestuft. Diese Priorisierungsgruppe drei war in Thüringen vor wenigen Tagen teilweise geöffnet worden - und zwar für über 60-Jährige. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts der demnächst zu erwartenden Liefermengen bei Impfstoffen Hoffnungen geweckt, dass die Rangfolge möglicherweise im Juni aufgehoben werden könnte.

Der Verband vertritt die Interessen von rund 60.000 Feuerwehrleuten, mehr als die Hälfte von ihnen sind aktive Brandbekämpfer. Utterodt bekräftigte während der Versammlung zudem die Forderung des Verbands nach ausreichend Stellen für die Thüringer Feuerwehrschule in Bad Köstritz und mahnte erneut, deren Modernisierung voranzubringen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. April 2021 | 19:00 Uhr

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