Haushalt Keine Kürzungen bei der Thüringer Feuerwehr

Anlässlich des Verbandstages der Thüringer Feuerwehr am 30. April in Erfurt sicherte Georg Maier, Innenminister des Freistaates zu, dass bei der Feuerwehr keine Mittel gekürzt würden. Außerdem sind die Angriffe auf Feuerwehrleute und andere Ersthelfer in Thüringen gestiegen.

Ein Feuerwehrauto fährt mit Blaulicht zu einem Einsatz (Aufnahme mit Langzeitbelichtung und Mitzieher-Effekt).
Bei der Thüringer Feuerwehr soll nicht gespart werden. Bildrechte: mdr/dpa

Unter der angespannten Finanzlage des Landes sollen die Feuerwehren in Thüringen nicht leiden. Das hat Innenminister Georg Maier in Erfurt erklärt. "An der Sicherheit wird nicht gespart", sagte der SPD-Politiker auf dem 94. Verbandstag des Landesfeuerwehr-Verbandes. Seinen Worten zufolge wird das Land weiter in unveränderter Höhe in die Wehren investieren. Laut Maier handelt es sich dabei um eine Gesamtsumme von etwa 50 Millionen Euro pro Jahr.

Geld vom Bund für die Feuerwehr

Weiterhin betonte der Minister die Relevanz des Zivilschutzes, dessen wichtigste Stützen im Freistaat die Feuerwehren sind. Dazu verlangte er vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges abermals Geld vom Bund. Aus dem 100-Milliarden-Programm für die Bundeswehr sollten zehn Prozent, also zehn Milliarden, in den Zivilschutz fließen, so Maier.

Zum Thüringer Feuerwehrverband Im Verband sind sowohl die Berufswehren als auch die Freiwillige Feuerwehr organisiert, wobei letztere zahlenmäßig im Freistaat bei weitem überwiegen: Insgesamt gibt es 1.603 Freiwillige Stadt- und Ortsteilfeuerwehren mit 33.232 Mitgliedern. Dem stehen 843 Berufsfeuerwehrleute gegenüber, die in zehn Wehren organisiert sind.

Die Brandbekämpfung macht bei der Feuerwehr nur 20 Prozent der Einsätze aus. Weit öfter werden die Kameraden und Kameradinnen gerufen, wenn es gilt nach Unwetterereignissen überflutete Keller auszupumpen oder Straßen wieder passierbar zu machen.

Feuerwehrleute im Löscheinsatz
Brandbekämpfung wie hier in Sonneberg macht nur einen Teil der Einsätze aus. Bildrechte: MDR/News5

Steigende Zahl von Übergriffen

Die Übergriffe auf Feuerwehrleute, Sanitäter und andere Ersthelfer in Thüringen haben deutlich zugenommen, wurde auf dem Verbandstag außerdem mitgeteilt. Im vorigen Jahr erhöhte sich demnach die Zahl der Fälle auf 69; im Vergleich zu 2020 ein Anstieg um 28 Prozent. Wie es hieß, wurden Helfer im Einsatz unter anderem beleidigt, geschlagen und bespuckt. Der Vize-Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, der Thüringer Lars Oschmann, sagte, die vermehrten Übergriffe seien ein Spiegelbild dafür, dass Teile der Gesellschaft zunehmend verrohen würden.

Renovierung der Landesfeuerwehr-Schule in Bad Köstritz gefordert

Außerdem äußerte sich Georg Maier auch zur Landesfeuerwehr-Schule in Bad Köstritz. Dort sollen Bauten renoviert beziehungsweise erneuert werden, was sich aber schon sehr lange hinzieht. An der Schule gebe es noch einiges zu tun, räumte Maier ein. Doch einige Fortschritte habe man bereits erzielt. Diese wurden von Karsten Utterodt, dem Chef des Landesfeuerwehr-Verbandes, auch gewürdigt. Dennoch drängte er darauf, die Zahl der Lehrgangs-Angebote und -Plätze müsse möglichst schnell zu erhöhen.

MDR THÜRINGEN (fp, dgr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. April 2022 | 15:00 Uhr

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