Katastrophenschutzbericht Deutlich mehr Einsätze für Thüringer Feuerwehren

Die Zahl der Feuerwehreinsätze ist auf einen Rekordwert seit den 1990er-Jahren angestiegen. So sind Thüringer Kameraden im vergangenen Jahr insgesamt rund 35.700 Mal ausgerückt - das waren rund 1.500 Einsätze mehr als 2020. In den überwiegenden Fällen ist durch die Feuerwehren Hilfe geleistet worden.

Männer in Feuerwehrkleidung vor einem Gerätewagen der Feuerwehr
Bei der Feuerwehr in Eisenach wurde der Brand- und Katastrophenschutzbericht vorgestellt. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

In Thüringen hat es im vergangenen Jahr rund 1.500 Feuerwehreinsätze mehr gegeben als im Jahr zuvor - trotz gesunkener Zahl von Brandeinsätzen. Mit 35.705 Einsätzen ist die Gesamtzahl um knapp 16 Prozent gestiegen, wie aus dem aktuellen Brand- und Katastrophenschutzbericht des Landes hervorgeht, den Innenminister Georg Maier (SPD) am Freitag in Eisenach vorgestellt hat.

Anforderungen haben sich geändert

Sie habe damit einen Spitzenwert seit Anfang der 1990er-Jahre erreicht. Mit rund 26.400 Einsätzen machten Hilfeleistungen gut drei Viertel der Einsätze aus. Damit entfielen 2021 auf einen Brandeinsatz mehr als sieben sogenannte Hilfeleistungseinsätze.

Ein Feuerwehrmann hantiert mit einer Schneidzange an einem LKW
Thüringens Innenminister Georg Maier probierte die Arbeitsgeräte der Feuerwehr-Kameraden gern aus. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Dass Feuerwehren gerufen werden, wenn etwa Patienten aus Wohnungen geholt werden müssten, komme deutlich öfter vor. Innenminister Maier sagte, ihm hätten viele Feuerwehrkräfte berichtet, sie hätten dafür kein Verständnis mehr. "Wenn Gefahr im Verzug ist, wird es immer kostenlos bleiben. Das ist vollkommen klar", sagte Maier.

Wenn Gefahr im Verzug ist, wird es immer kostenlos bleiben. Das ist vollkommen klar.

Innenminister Georg Maier

Wenn etwa für die Polizei Türen geöffnet werden müssten oder in akuten medizinischen Notlagen, werde die Feuerwehr auch in Zukunft immer helfen. Für Fälle, die der Rettungsdienst alleine stemmen könne, müsse aber zeitnah eine Lösung gefunden werden, sagte Maier. Dafür müsse mit den Krankenkassen über Kostenübernahmen gesprochen werden.

Mehr zum Katastrophenschutz

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. September 2022 | 15:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Thüringen