Großprojekt wird gefördert Rund 555.000 Euro für Insektenschutz in Streuobstwiesen bewilligt

Für den Insektenschutz hat das Thüringer Umweltministerium jetzt rund 555.000 Euro bewilligt. Der Landschaftspflegeverband "Mittelthüringen" e.V. will damit in einem Großprojekt Streuobstwiesen in der Stadt Weimar sowie in den Landkreisen Sömmerda und Weimarer Land sanieren. Streuobstwiesen spielen eine wichtige Rolle beim Insektenschutz.

Weiße Blüten hängen in dichten Büscheln an einem Kirschbaum, dessen hellgrüne, junge Blätter gerade erst austreiben
Streuobstwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Der Landschaftspflegeverband "Mittelthüringen" e.V. bekommt vom Thüringer Umweltministerium rund 555.000 Euro Fördermittel. Nach Angaben des Ministeriums sollen mit dem Geld Streuobstwiesen in den Landkreisen Sömmerda und Weimarer Land und in der Stadt Weimar saniert werden.

Dazu sollen insgesamt rund 550 Bäume durch Pflege erhalten und rund 1.000 Obstgehölze neu angepflanzt werden. Außerdem ist geplant, die Streuobstwiesen von wild gewachsenen Büschen zu befreien. Die Arbeiten sollen bis 2023 dauern.

Streuobstwiesen sollen verjüngt werden

Zum Projekt sagte Jana Apel, Geschäftsführerin des Landschaftspflegverbandes Mittelthüringen e.V. und Leiterin der Natura 2000-Station Mittelthüringen/Hohe Schrecke: "In diesem Projekt wollen wir überalterte Streuobstwiesen in Mittelthüringen verjüngen und diesen wertvollen Lebensraum für Insekten und andere Tier- und Pflanzenarten aufwerten und erhalten. Alte und neue Bewirtschafter müssen zur Instandsetzung der Streuobstwiesen unterstützt werden, was durch dieses Projekt gelingen kann."

Sonderfonds in diesem Jahr eingerichtet

Das Geld stammt aus dem "Sonderfonds Insektenschutz in Thüringen" des Thüringer Umweltministeriums, der in diesem Jahr neu eingerichtet wurde. Streuobstwiesen spielen eine wichtige Rolle beim Insektenschutz. Sie sind gesetzlich geschützte Biotope, die derzeit an vielen Stellen durch Überalterung in ihrer Existenz bedroht sind.

Sonderfonds Insektenschutz in Thüringen Der Fonds wird aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) gemeinsam vom Bund und dem Land Thüringen finanziert. Der Landesanteil daran liegt bei 40 Prozent. Fördermittel konnten für den Zeitraum von 2021 bis 2023 beantragt werden. Der Fördersatz beträgt bis zu 100 % (bei Kommunen bis zu 90 %), Projekte konnten ab einer Zuwendung von 500.000 € beantragt werden. Die Förderung richtet sich hauptsächlich an gemeinnützige Vereine und Verbände. Zudem konnten auch Kommunen und andere Landbewirtschafter Anträge stellen.

Nächste Insektenzählung steht bevor

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ruft zur nächsten bundesweiten Insektenzählung auf. Der diesjährige "Insektensommer" startet am 6. August. In dieser Zeit sollen sich Freiwillige eine Stunde Zeit nehmen, um im Garten, auf dem Balkon, im Park, auf der Wiese, im Wald, auf dem Feld, am Teich oder Bach Sechsbeiner zu zählen.

Marienkäfer und Wespen im Mittelpunkt

Ein besonderes Augenmerk sollen die Beobachterinnen und Beobachter dabei auf Marienkäfer legen. Die Frage sei, ob der Asiatische Marienkäfer mit bis zu 19 Punkten auf dem Rücken oder der heimische Marienkäfer mit sieben Punkten häufiger vorkommt. Auch auf Wespen soll geachtet werden. Diesen hätten ein Imageproblem, seien aber enorm wichtig, weil sie Nutzpflanzen bestäuben, Blattläuse und Spannerlarven vertilgen und so Landwirtschaft und Gartenbau nützen.

Die erste Runde der bundesweiten Insektenzählung fand im Juni statt. Daran hatten sich mehr als 9.000 Menschen beteiligt. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge etwa 33.000 Insektenarten, von denen viele auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen.

 

Quelle: MDR Thüringen/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. August 2021 | 13:00 Uhr

4 Kommentare

Graf von Henneberg vor 7 Wochen

Wenigstens einer mit Mut!

Haben Sie denn Hochstämme gepflanzt? Da kommt das Reh nicht ran, an die Knospen. Naja EInzenbaumschutz sollte schon sein, wegen der Fegeschäden - das haben Sie offenbar aber getan. Aber; es gab am Waldrand auch eine Kanzel, da hat der Förster auch mal neingeleuchtet in die Rehe.

Bei uns wurde zwischen den Baumreihen am Anfang geackert und Weizen angebaut, auch Kartoffeln. Das Düngen mit Mist hat den Baümen gut getan. In trockenen Jahren wurde am Anfang auch Wasser an die Bäume gebracht.
Und als die Bäume größer wurden (Wurzeln und Kronen), dann wurde das Grünland mit Wiese, da haben wir Heu und Grmmet gemacht. Ganz zum Schluß hat der Bauer dann die Kühe dort hingestellt.

Und => es kommt auch auf die Unterlage an - versuchen Sie es nochmal, viel Erfolg.

part vor 7 Wochen

Eine gute Sache, die eigentlich schon eine fast zweihundertjährige Tradition hat. Ganze Straßenalleen waren früher bepflanzt mit Obstbäumen und im Herbst wurde es rutschig wegen dem vielem Fallobst. Ich habe auch unzählige Versuche unternommen eine Streuobstwiese anzulegen, doch trotz Baumschutzmaßnahmen gewann die Population der Rehe, die stets eine künstliche wie auch natürliche Bewaldung verhindern. Zur Streuobstwiese gehört aber auch die Pflege durch einen Schäfer, von denen es immer weniger gibt.

Graf von Henneberg vor 7 Wochen

Streuobstwiesen - na ja. Wir hatten 160 Obstbaüme. Das ist das ganze Jahr über nichts als Arbeit. Aber die Produkte - das Obst und der Saft - einzigartig - das kennt heute keiner mehr - weil siehe oben => Arbeit.
Und heutzutage kommt der urbane Mensch (CO2 - neutral auf den Rad) daher und maust auch noch daß Obst - nicht das Gefallene, sondern vom Baum. So isses.

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